Lauda / Königshofen

67. Europäischer Wettbewerb Unter dem Motto „EUnited – Europa verbindet“ gibt es auch Auszeichnungen für die Gemeinschaftsschule Lauda-Königshofen

Kontinentaler Gedanke im Mittelpunkt

Archivartikel

„EUnited – Europa verbindet“ war Thema des 67. Europäischen Wettbewerbs, bei dem die Preisträger der Gemeinschaftsschule (GMS) Lauda-Königshofen feierlich ausgezeichnet wurden.

Lauda-Königshofen. Am Donnerstag fand im Hof der Grundschule Süd (GSS) Lauda die Ehrung der Preisträger der Grundschulen Süd und Oberlauda statt, die beide der GMS Lauda-Königshofen angehören. Vorgenommen wurde die Auszeichnung der insgesamt 42 Kinder der Klassen eins bis vier von Bürgermeister Dr. Lukas Braun, Rektorin Natalie Ederer und Björn Wirsching von der Sparkasse Tauberfranken, die den Wettbewerb seit langem unterstützt. Dabei wurden 41 Ortspreise und ein Landespreis verliehen.

Aufs Verbindende besinnen

„Der Europäische Wettbewerb hat Kinder und Jugendliche in seiner 67. Runde dazu aufgerufen, sich angesichts der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen auf das zu besinnen, was uns in Europa verbindet“, berichtete Braun zum Auftakt der Preisverleihung. Der Wettbewerb sei 1953 in Frankreich gestartet worden, ein Jahr später nahmen erstmals Schüler aus Deutschland teil.

Damit ist der Europäische Wettbewerb der älteste Schülerwettstreit in der Bundesrepublik Deutschland und eine der traditionsreichsten transnationalen Initiativen zur politischen Bildung in Europa. Er wurde von Anfang an von den Kultusministern der Länder sowie von der Kultusministerkonferenz, der Bundesregierung und der Bundeszentrale für politische Bildung unterstützt.

Seit 1974 gehört der Europäische Wettbewerb zu den in der Bundesrepublik gesamtstaatlich geförderten Schülerwettbewerben. Er unterstützt Schulen dabei, ihren europäischen Bildungsauftrag zu erfüllen. Gleichzeitig sollen die Kinder und Jugendlichen für ein gemeinsames Europa sowie für Frieden und Freiheit sensibilisiert werden.

Verantwortlich für den Europäischen Wettbewerb in Baden-Württemberg ist das Kultusministerium. Mit der Organisation und Durchführung ist das Europa Zentrum Baden-Württemberg in Stuttgart betraut. Inzwischen werde der Europäische Wettbewerb jährlich in 30 Ländern des Kontinents durchgeführt, teilte Braun mit. „Nicht immer lebten die Länder in Europa so friedlich zusammen wie heute, sondern erst seit rund sieben Jahrzehnten oder später“, hob der Bürgermeister hervor, der unter anderem an die lange Teilung Deutschland als auch an dessen Wiedervereinigung vor knapp 30 Jahren erinnerte.

Aktuell stehen die neue Europäische Kommission und das frisch gewählte EU-Parlament vor großen Herausforderungen: Neben dem wachsenden Nationalsozialismus, Brexit und Klimawandel gilt es nun auch noch die Corona-Pandemie historischen Ausmaßes zu bewältigen. In dieser schwierigen Zeit hat der 67. Europäische Wettbewerb Schüler dazu aufgerufen, sich dem Thema „EUnited – Europa verbindet“ sowohl gedanklich als auch künstlerisch zu widmen.

Die Resonanz darauf war erfreulich rege – ein deutlicher Beteiligungsanstieg belegt, dass die Digitalisierung der Wettbewerbsverwaltung erfolgreich bewältigt wurde. Auch die Corona-Krise schadete der Wettbewerbsrunde nicht substanziell. Deutschlandweit beteiligten sich 75 159 Schüler am 67. Europäischen Wettbewerb, womit die Teilnehmerzahl gegenüber dem Vorjahr sogar um sieben Prozent anstieg. Mit heuer 1.177 Schulen waren es 46 Einrichtungen mehr als 2019. In Baden-Württemberg nahmen 18 911 Schüler an 292 Schulen teil. Die Zahlen belegten, dass mit dieser Fragestellung „Was verbindet uns in Europa?“ offensichtlich alle Altersgruppen etwas anfingen.

Aktuelle Themen

Zu den aktuellen Themen zählten unter anderem „Mein Lieblingsplatz – ich bin gerne an diesem Ort in Europa, an dem ich mich wohlfühle“, „So ein Zirkus!“ und „Pippi Langstrumpf und Jim Knopf“. „In einem Zirkus leben ganz unterschiedliche Menschen mit besonderen Begabungen und Talenten. Sie bilden eine Gemeinschaft aus verschiedenen europäischen und weltweiten Ländern“, erklärte Natalie Ederer. „Sehr viele Märchen und Geschichten werden nicht nur in den jeweiligen Ländern, sondern in ganz Europa erzählt und sind ein gemeinsames Stück Kulturgut“, betonte Braun.

Neben weiteren Beispielen nannte er Tabaluga aus Deutschland, „Die schöne und das Tier“ aus Frankreich und „Pippi Langstrumpf“ aus Schweden.

Einige Aufgaben erfreuten sich besonderer Beliebtheit. Zu „So ein Zirkus“ wurden 6208 Arbeiten eingereicht. An der GMS Lauda-Königshofen gab es bei diesem Thema 23 Preisträger, beim Thema „Märchen“ waren es 18 und bei „Mein Lieblingsplatz“ einer.

Braun und Ederer dankten der hauptbetreuenden Lehrkraft Fee Ungar und allen weiteren Kunstlehrkräften der GMS für ihr Engagement sowie Unterstützung der Schüler beim 67. Europäischen Wettbewerb. Als Anerkennung bekamen die Preisträger von der Sparkasse Tauberfranken kleine Präsente und von der Stadt Lauda-Königshofen einen Büchergutschein.

Der 68. Europäische Wettbewerb steht unter dem Motto „Digital EU – and YOU?“. Die Covid-19-Pandemie führt eindrücklich vor Augen, wie wichtig die Digitalisierung für das Zusammenleben in Europa ist. Videokonferenzen, Clouds, Chats und Lernplattformen machen es möglich, trotz Abstandsgebot gemeinsam zu lernen, zu arbeiten und zu kontaktieren.

Der 68. Europäische Wettbewerb beleuchtet die Perspektive vor allem von Kindern und Jugendlichen auf die Digitalisierung. Dabei stehen zum Beispiel Fragen im Fokus „Wie hat sich die Lebenswelt der Kinder durch die Digitalisierung verändert?“, „Kann ein Roboter einen menschlichen Freund ersetzen?“, „Welche kreativen Ausdrucksformen sind erst durchs Internet möglich geworden?“, „Wie haben soziale Medien unsere Kommunikation verändert?“ oder „Welche Auswirkung hat die Digitalisierung auf unsere Umwelt?“. Insgesamt stehen im kommenden Schuljahr 13 Aufgaben für vier Altersgruppen zur Wahl. Teilnahmeberechtigt sind erneut Schülerinnen und Schüler aller Schularten.

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