Lauda / Königshofen

Leserbrief Zum Leserbrief "Lauda benötigt eine Bahnunterführung Nord", FN 1. September

Königshofen bleibt beim Verkehr auf der Strecke

Der CDU-Stadtverband Lauda machte in seiner letzten Vorstandssitzung die Bahnunterführung Nord zu seinem zentralen Thema. Die anwesenden CDU-Stadträte durften ihre Argumente vortragen, weshalb die Unterführung für den Stadtteil Lauda so wichtig und notwendig sei.

Dabei wurde die Bevölkerung auch darüber informiert, dass die anderen Fraktionen einstimmig dagegen seien. Die SPD/Freie Bürger-Fraktion hat sich zwar bereits öffentlich gegen dieses Projekt ausgesprochen, um eine Mehrheit im Gemeinderat zu erhalten, bedarf es jedoch der Zustimmung der zweitstärksten Fraktion Freie Bürgerliste.

Da ist meines Wissens noch keine abschließende Entscheidung gefallen, zumal die Stadt Lauda-Königshofen derzeit mehrere Großprojekte anvisiert und die sogenannte Prioritätenliste noch lange nicht vollständig erarbeitet wurde.

Bei allen Millionenprojekten, sei es die fortgeschrittene Sanierung des Altbaus der Grundschule Lauda, der geplante Umbau der Tauber-Franken-Halle, das Sanierungsgebiet "Eisenbahnervorstadt" Königshofen, die Erschließung/Erweiterung des Gewerbegebietes "Wöllerspfad", die Erschließung/Erweiterung des Wohngebietes "Großer Flur" in Lauda respektive des Sanierungsgebietes "Bahngelände" in der Tauberstraße in Lauda oder die Umgestaltung des Katholischen Kindergartens in Königshofen, ist eine sachlich fundierte Abwägung Pro und Contra stets erforderlich.

Vor allem ist der Gemeinderat angehalten, die finanzielle Situation zu hinterfragen, bevor allzu rasch Projekte wie die Bahnunterführung Nord vorgezogen werden sollten.

Natürlich gibt es genügend Argumente, die Bahnunterführung Nord zu unterstützen, könnte doch dieses Verkehrskonzept mitunter auch die prekäre Verkehrssituation in Königshofen entlasten.

Die in Lauda betroffenen Unternehmen würden sehr profitieren, Arbeitsplätze bleiben erhalten oder vermehren sich sogar, eine lästige Ampelregelung würde wegfallen, zweispurige Ein-/Ausfahrtmöglichkeiten würden auch hier zum besseren Verkehrsfluss nach oder aus Lauda führen. Das ist alles so zu befürworten.

Die Argumentationen, dass große Feuerwehreinsatzfahrzeuge oder moderne Reisebusse endlich die Höhenbegrenzungen umgehen könnten, überzeugen mich eher weniger. So viele Einsätze oder Busfahrten werden das auf's Jahr hin gerechnet wohl nicht sein, zumal derzeit die kleineren Feuerwehreinheiten auch weiterhin schnell vor Ort sein können, um die ersten notwendigen Maßnahmen zu treffen. Etwas überrascht allerdings war ich über die Aussage, dass "regulativ" der Lkw-Verkehr per StVO-Regelung nicht über die Kasernenstraße/Becksteiner Straße geleitet werden soll, sondern durch die vielbefahrene B 290 in Königshofen.

Für diese Veränderungen bedarf es übrigens einer Genehmigung entsprechender Verkehrsbehörden. Königshofen bemüht sich schon seit Jahren, leider ohne Erfolg, den Schwerlastverkehr loszuwerden.

Nicht einmal ansatzweise ging der CDU-Stadtverband darauf ein, dass Königshofen unbedingt entlastet werden muss, sei es durch die seit Jahren geforderten Verkehrsberuhigungen in Form von Lkw-Verboten, 30-er Zonen oder Kreisverkehr-/Ampelregelungen.

Die in diesem Zusammenhang durchgesetzten Verkehrszählungen brachten eindeutig das Ergebnis, dass die Verbesserung der Verkehrssituation im Stadtteil Königshofen und in Erweiterung auch in Unterbalbach äußerste Priorität hat. Ich unterschätze keinesfalls die Problematik rund um die Durchgangsstraße "Becksteiner Straße", aber mit der aktuellen Verkehrsbelastung in Königshofen ist das nicht ansatzweise zu vergleichen. Diese Überlegungen müssen in der Forderung, eine Bahnunterführung Nord durchzusetzen, einbezogen werden.

Aus Königshöfer Sicht wäre die Bahnunterführung Nord in Lauda zweifellos eine gewisse, momentan jedoch noch nicht abschätzbare Verkehrsentlastung, aber nicht mit diesen regulativen (gefühlt) egoistischen Vorstellungen. Wie und wann das Großprojekt Bahnunterführung Nord dann finanziell gemeistert und umgesetzt werden kann, ist noch eine andere Frage. Bei den genannten Baukosten bin ich sehr skeptisch, da die Berechnungen und Förderungszusagen Jahre zurückliegen.

Auf jeden Fall sollten die CDU-Verantwortlichen die Belange der betroffenen Bürger von Königshofen nicht noch mehr ignorieren. So wird die zeitnahe Realisierung auch bei uns in der Fraktion wohl kaum eine Zustimmung finden.

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