Lauda / Königshofen

Bürgerstiftung Lauda-Königshofen Projekt „Defibrillatoren in allen Stadtteilen“ nimmt langsam konkrete Form an

Im Ernstfall lebensrettende Unterstützung

Lauda-Köngshofen.Unter dem Motto „Im Notfall Leben retten können“, hat die Bürgerstiftung seit Sommer in Kooperation mit der Stadt ein Projekt initiiert, das zum Ziel hat, sämtliche Stadtteile mit Automatisierten Externen Defibrillatoren (AED) auszustatten. Inzwischen sind nicht nur zahlreiche Spenden oder Zusagen eingegangen, sondern wurde auch der erste AED installiert. Er befindet sich in Unterbalbach am Eingang des neuen Tagespflegehauses.

Gespendet wurde dieser Defibrillator – inklusive eines Außenwandschrankes zur Aufbewahrung – von Christian Faul sowie Marco Kiesel. Der AED soll im Notfall durch Abgabe von Stromstößen über Elektroden eine gestörte Taktfrequenz des Herzschlages wie etwa durch Kammerflimmern den natürlichen Herzrhythmus wiederherstellen. Das Gerät ist so konzipiert, dass es auch von Laien sicher und zielgerichtet bedient werden kann.

Eine „Emergency Box“ beinhaltet besonders ein intelligentes und digitales Überwachungssystem für den AED. Mit einem speziellen SIM-Kartenmodul, das auch bei geringer Funknetzrate funktioniert, wird zum einen der Status aller für den Betrieb des Defibrillators wichtigen Funktionen an eine zentrale Stelle übertragen, so dass eine kontinuierliche Überwachung gewährleistet ist. Zum zweiten verbindet die „Emergency Box“ im Einsatzfall den Benutzer automatisch mit einer Rufnummer der Notfall- und Rettungsleitstelle im Sprechfunkbetrieb. Auf diese Weise erhält ein Ersthelfer Anweisungen und Unterstützungen durch einen Experten. Zudem bekommt die helfende Person Ansagen und Anleitungen zu Verbesserungshinweisen oder weiteren Vorgehensweisen bei der Ersthilfeleistung.

Sollte die Verbindung abreißen, kann sie auf Knopfdruck wiederhergestellt werden. Falls nur die Klappe des AED-Aufbewahrungsschranks geöffnet worden sein sollte, wird nur die Facility-Management-Stelle benachrichtigt. „Mit dem integrierten GPS-System lässt sich der Standort des Gerätes bestimmen. Dies ist vor allem im Notfall essenziell wichtig, aber gegebenenfalls auch bei einem Diebstahl“, erklärte Marco Kiesel.

„Das Projekt entwickelt sich zu einer Erfolgsgeschichte. Wir sind auf einem guten Weg und hätten kaum gedacht, dass in dieser kurzen Zeit so viele Unterstützungen zusammenkommen würden“, zeigten sich Gerhard Glöckner, Vorsitzender der Bürgerstiftung, und Mitvorstandsmitglied Christian-Andreas Strube bei der Präsentation des neuen AED am Haus der „Bälmer Tagespflege“ erfreut. „Das erste Gerät ist eingerichtet, wir werden in den nächsten Wochen weitere Defibrillatoren anschaffen. Dies soll aufgrund des bis Ende Dezember reduzierten Mehrwertsteuersatzes noch in diesem Jahr für möglichst viele Geräte gelten“, kündigten sie an.

„Die zahlreichen Spenden und Unterstützungen zeigen, dass das Projekt auf breite Zustimmung stößt. Zugleich hoffen wir auf weitere Sponsoren und Unterstützer.“ Und dies sieht mindestens einen oder sogar mehrere öffentlich, frei und jederzeit zugänglichen AED für jeden Stadtteil vor, so das ambitionierte Ziel.

„Die Defibrillatoren können Leben retten und sind ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit für jedermann. Dass die Bürgerstiftung sowie ihre Stifter und Spender sich derart für dieses Anliegen des Gemeinderates engagieren zeigt außerdem, dass Lauda-Königshofen auf einen starken bürgerlichen Gemeinsinn, eine solidarische Stifterkultur sowie auf ortsverbundene Bürger und Unternehmen bauen kann. Das ist ein starkes Zeichen“, hebt Bürgermeister Dr. Lukas Braun hervor, der von Beginn an die Defibrillatoren-Initiative begrüßt und unterstützt hatte.

Die Verwaltung habe indessen bereits mit der Entwicklung einer Konzeption begonnen, wo in den jeweiligen Stadtteilen in Absprache etwa mit Ortsvorstehern, Ortschaftsräten oder anderen Verantwortlichen die Stationierung eines Defibrillators sinnvoll sei. Darüber hinaus werde sich die Stadt womöglich auch finanziell beteiligen. „Alle drei Gemeinderatsfraktionen befürworten grundsätzlich dieses Projekt“, berichtete Braun.

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