Lauda / Königshofen

Im gesamten Stadtgebiet Die Kosten für die Entsorgung tragen die Bürger, wenn der Verursacher nicht ermittelt werden kann

Illegale Müllablagerungen nehmen überhand

Archivartikel

Lauda-Königshofen.Die beigefügten Bilder sprechen wohl mehr als tausend Worte: Zu sehen ist das gesamte Müllaufkommen im Stadtgebiet von Lauda-Königshofen, das im kurzen Zeitraum von September bis jetzt illegal entsorgt wurde. Die Kosten für die Entsorgung trägt letztlich die gesamte Bürgerschaft – deshalb will man bei der Stadt an die Vernunft appellieren und bittet um Hinweise, um Müllsünder zu ahnden und Nachahmern zu signalisieren: So nicht!

In kaum mehr als acht Wochen kam so allerhand Material zusammen: eine Matratze, ein defekter Flachbildfernseher, mehrere vollbepackte Reisekoffer, Wasserkocher und andere Haushaltsgeräte, ganze Büromöbel, ein Aquarium, Fenster, ein Kinderbuggy, ein Orientteppich, sogar Büstenhalter und Kompressionsstrümpfe.

Müll ist überall

Guido Schmitt, der Leiter des städtischen Bauhofs, auf dessen Areal der Müll dann zwischengelagert wird, muss gelegentlich selbst staunen, was so alles illegal entsorgt wird. Gefunden wurde der Müll im Wald, auf öffentlichen Flächen, Gehwegen oder neben Mülleimern und Containern.

Der Bauhofleiter erklärt: „Der Aufwand für die Entsorgung ist immens und bindet personelle Ressourcen, die dann an anderer Stelle fehlen. Der gefundene Müll muss, entsprechend gesichert, auf die Kreismülldeponie nach Dörlesberg gebracht werden. Die Hin- und Rückfahrt bindet einen Bauhofmitarbeiter in der Regel einen halben Tag. Ist ein zweites Fahrzeug erforderlich, weil besonders viel Müll angefallen ist, fällt der Aufwand für die Müllbeseitigung sogar noch deutlich höher aus. Oftmals reicht eine Fahrt nicht aus, um das gesamte Müllaufkommen zu entsorgen.“ Hinzu komme der extreme Aufwand für die Beseitigung größerer Müllberge, die nicht im Bauhof zwischengelagert werden, sondern direkt nach Dörlesberg gebracht werden.

Erhebliche Menge gefunden

Bereits vor kurzem wurde an den Glascontainern in der Laudaer Badstraße eine erhebliche Menge an Müll abgelagert, darunter mehrere Säcke mit Windeln, Rest-, Bio- und Plastikmüll, ein Sack mit leeren Walnussschalen, zwei Säcke mit Kunststoffbodenbelägen, verschiedene Textilien und ein Ölkanister (wir berichteten). Allgemein gilt: Verursachern, die aufgrund bestimmter Hinweise ausfindig gemacht werden, drohen ein Bußgeld und die Übernahme der Verfahrens- und Entsorgungskosten. Deshalb stellt die Stadtverwaltung klar: Müllablagerungen sind kein Kavaliersdelikt.

Für das Fehlverhalten Einzelner müsse letztlich die gesamte Bürgerschaft aufkommen. Solch ein Verhalten sei auch deshalb inakzeptabel, da im Stadtgebiet zahlreiche Entsorgungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, so Andreas Buchmann, Leiter des Sachgebiets für Öffentliche Sicherheit und Ordnung bei der Stadt Lauda-Königshofen.

Ein weiteres Problem beschäftige derzeit die Mitarbeiter des Ordnungsamts: vermeintlich kunstvolle Sprühereien auf öffentlichen Flächen, so zum Beispiel im Bereich der Gleisaufgänge der neuen Personenunterführung am Bahnhof Lauda. „Von Kunstwerken kann hier keine Rede sein – man muss die Graffitis als das bezeichnen, was sie sind: Verschandlungen unserer Stadt“, erklärt der Ordnungsamtsleiter. Derzeit gebe es Hinweise, die hoffentlich zur Ermittlung der Täter führen. Die Ahndung sei wichtig, um Nachahmer abzuschrecken. Schließlich tue die Stadt Lauda-Königshofen bekanntlich außerordentlich viel, um öffentliche Flächen zu pflegen und stets in einem attraktiven Zustand zu präsentieren. Deshalb seien alle Bürger aufgerufen, Müllsünder direkt beim Ordnungsamt zu melden oder sie in einem persönlichen Gespräch auf ihr Fehlverhalten anzusprechen. stv

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