Lauda / Königshofen

Besonderen Teppich gelegt Projekt der Erstkommunionkinder zu Fronleichnam fand in der Seelsorgeeinheit Lauda-Königshofen großen Anklang

Herausforderung blütenreich gemeistert

Archivartikel

Einen besonderen Teppich gestalteten die Kommunionkinder der Seelsorgeeinheit Lauda-Königshofen für Fronleichnam.

Lauda-Königshofen. Es war eine Aufgabe, die einfach Spaß gemacht hat. Die Herausforderung an die Kreativität ist angenommen worden. Die Kommunionkinder der Seelsorgeeinheit Lauda-Königshofen haben die Challenge „bestanden“, die ihnen gestellt wurde: Kelch, Hostie, Herz, Ähre und Sonne sollten als Puzzle einzeln – und doch gemeinsam gestaltet werden. An Fronleichnam bildeten die kleinen Kunstwerke vor dem Caritas-Altenpflegeheim Johann-Bernhard-Mayer in Lauda einen etwas anderen Blumenteppich.

58 Puzzleteile gestaltet

„Weil sich die Kinder in den letzten Wochen nicht sehen konnten und auch die feierliche Erstkommunion wegen Corona nicht stattfinden durfte, hat sich das Kernteam Erstkommunion etwas überlegt“, berichtet Patricia Merkel. Die Gemeindereferentin und ihre Mitstreiterinnen wollten den Kindern zeigen, dass sie auch in diesen schwierigen Zeiten – trotz der Verschiebung der Feier – nicht in Vergessenheit geraten sind.

Also hat man eine „Challenge“ ins Leben gerufen. Das kannten die Kommunionkinder bereits aus anderen Bereichen. Die Idee der Aufgabe: an Fronleichnam einen Blumenteppich legen – quasi als Ersatz für die ausgefallene Prozession.

Für die Kinder hieß das, in der Kirche ihres Kommunionorts ab Pfingsten eine Schablone abzuholen und zu gestalten, sich aber nicht zu treffen oder gemeinsam zu arbeiten. „Jeder sollte seinen Teil nach den eigenen Wünschen verzieren“, informiert Merkel. Einzige Bedingung bei der Umsetzung: Es mussten Naturmaterialien verwendet werden.

Das Team hatte zuvor die fünf christlichen Symbole Kelch (Kommunionort Oberlauda), Herz (Gerlachsheim), Sonne (Königshofen), Ähre (Lauda) und Hostie (Unterbalbach/Oberbalbach) auf einen großen Karton aufgezeichnet und entsprechend 58 Einzelteile ausgeschnitten.

Was von den Kommunionkindern geschaffen wurde, begeistert die Gemeindereferentin. „Es sind tolle Kunstwerke entstanden.“ Blüten und Gräser, Muscheln und Schnecken, Blätter und Steine, Holz und Moos formen sich zu interessanten Puzzlestücken, die in ihrer Vielfalt und Kreativität nicht nur Patricia Merkel faszinieren. Manche Schablonen wurden üppig geschmückt, andere puristisch zurückhaltend mit klaren Linien und Formen gestaltet.

„Jeder hat sich mit seiner eigenen Idee eingebracht“, zollt sie Respekt. Vor allem die Liebe zum Detail hebt sie hervor. Und die vielen positiven Rückmeldungen, auch für die Bildergeschichten auf der Internetseite der Seelsorgeeinheit, hätten gezeigt, dass die Herausforderung gerne angenommen wurde.

Bis Montag hatten die Grundschüler Zeit, sich Gedanken über ihr Motiv zu machen. Dann mussten alle Puzzles wieder in der Kirche zurück sein. Dort wurden vor Ort zusammengefügt.

Obwohl nicht alle Erstkommunionkinder an der Aktion mitmachen konnten, sind doch alle Teile für die Bilder fertig. „Manche Kinder sind für andere eingesprungen und haben ein zweites Mal mit Begeisterung gebastelt.“ Dieser Zusammenhalt freut die Gemeindereferentin besonders. „Es geht nicht um einen Wettbewerb, wer der Bessere ist“, sagt Merkel.

Fronleichnam ist für die Christen ein „Tag des Bekenntnisses zu Jesu“. Deshalb ziehe man in einer Prozession durch die Straßen. „Wir demonstrieren diese Freundschaft und wir stehen zu Christus, auch wenn es manchmal schwer fällt“, macht Patricia Merkel deutlich. Aber genau das mache eine Freundschaft aus, dass man auch in schwierigen Situationen zusammenhalte.

Anstelle des Prozessionsaltars

Ausgelegt wurde dieses Kunstwerk vor dem Johann-Bernhard-Mayer-Altenheim im Herzen von Lauda, um die Bewohner zu erfreuen. Dort steht für die Fronleichnamsprozession sonst immer ein Altar für eine Station. Da wegen Corona die Prozession ausfällt, soll nun auf diesem Weg an die Bestärkung des Glaubens erinnert werden.

Wann die 58 Erstkommunionkinder der Seelsorgeeinheit zum ersten Mal zum Tisch des Herrn gehen können, ist allerdings noch nicht klar. Den Familien wurden nun zwei Möglichkeiten vorgeschlagen: Die Verschiebung auf 2021 oder aber eine kleine Feier im Rahmen eines Sonntagsgottesdienstes in den nächsten Monaten. Jeweils bis zu drei Kinder könnten so „ihre“ Erstkommunion feiern, die Familien und die Pfarrgemeinden hätten Planungssicherheit. „Jetzt dürfen die Eltern selbst entscheiden“, so Merkel.

Da nicht sicher sei, wie die Corona-Krise weitergehe, halte man in der Seelsorgeeinheit einen Erstkommuniontermin für alle 58 Kinder im September oder Oktober für wenig realisierbar. Zudem seien noch die Firmung und die Primiz von Tobias Herzog im Herbst in die Planung mit einzubinden. Einen Gottesdienst mit Mike Spitschu, der am Sonntag, 14. Juni, im Freiburger Münster zum Diakon geweiht wird, soll es ebenso noch geben.

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