Lauda / Königshofen

Fragerunde Bürger nutzten Gelegenheit, die Kandidaten im direkten Vergleich ihrer Antworten besser einschätzen zu können / Im Rathaus hätten weitere Besucher Vorstellung via Übertragung verfolgen können

Haushaltssituation und Verhältnis der Stadtteile als Prüfsteine

Archivartikel

Lauda-Königshofen.1000 Besucher hätten wegen des Corona-Virus in die Stadthalle gedurft. Diese Besucherzahl hatte die Gesundheitsbehörde genehmigt. An den Eingängen standen deshalb Mitarbeiter der Stadtverwaltung, um die Besucher zu zählen. „Wären es über 1000 geworden, hätten wir diese Besucher ins Rathaus in Lauda verweisen müssen“, teilte Bürgermeister Thomas Maertens eingangs mit. Dort hatte die Stadtverwaltung eine Live-Übertragung installiert. Doch soweit kam es dann nicht.

Viele der 800 Besucher nutzten die Möglichkeit, sich an bereitgestellten Spendern die Hände zu desinfizieren, um die Gefahr einer Ansteckung einzudämmen. Und diejenigen, die gekommen waren, verfolgten dann interessiert sowohl die offizielle Kandidatenvorstellung als auch die anschließende Fragerunde, die zudem von vielen Bürgern genutzt wurde, um vor allem die Kandidaten im direkten Vergleich ihrer Antworten zu meist Sachfragen besser einschätzen zu können.

So betonten alle fünf Kandidaten auf die Frage, von welchen Fraktionen sie unterstützt würden, dass sie allesamt überparteilich und unabhängig seien und finanziell alle Wahlkampfkosten selbst tragen würden.

Für ihren „Input“ holen sie sich zum Teil aber Unterstützung vor Ort: Dr. Lukas Braun von der Freien Bürgerliste, Mirco Göbel von der SPD/Freie Bürger-Fraktion und Georg Wyrwoll von der CDU. Michael Maragudakis als auch Markus Schenk sind „Einzelkämpfer“ ohne jegliche Unterstützung..

Unterschiedliche Ansichten gab es bei der Frage, wie die Kandidaten im Falle einer Wahl mit der momentanen Haushaltssituation umgehen würden. So teilte Georg Wyrwoll nicht den Vorwurf, dass die Stadt bei einer Addition aller noch ausstehenden Projekte, in eine hohe Verschuldung hineinlaufe. Die Stadt habe die geringste Verschuldung seit 20 Jahren.

Als zu hoch empfand dagegen Michael Maragudakis die Pro-Kopf-Verschuldung. Seiner Ansicht nach könnte die konsequentere Ausnutzung von Förderprogrammen die Einnahmenseite deutlich verbessern.

Dr. Lukas Braun sieht die Situation durchaus kritischer: „Wir müssen Prioritäten setzen, um nicht Gefahr zu laufen, dass das Landratsamt den Haushalt nicht genehmigt.“ Die Sanierung der Schulen und Kindergärten hätte zum Beispiel Vorrang vor dem Bau der Bahnunterführung Nord in Lauda, für die er zudem riet, die Kosten neu zu berechnen.

„Es gilt, 150 ausstehende Projekte zu stemmen, die Kredite für die Stadt sind bereits gekürzt worden. Deswegen benötigen wir dringend eine Priorisierung wie etwa für die Schulen oder die Betreuung in den Kindergärten.

Markus Schenk hat sich, nach eigenen Angaben, bisher noch nicht mit dem städtischen Haushalt beschäftigt.

Interessant war auch die Frage, wie die Kandidaten in Zukunft die einzelnen Stadtteile zusammenführen und den Gemeinderat einen wollten. Michael Maragudakis sieht Ansätze dafür im Gespräch mit dem Gemeinderat, der anschließenden Analyse und daraus erarbeiteten Lösungsvorschlägen.

„Die Streitigkeiten zwischen Königshofen und Lauda existieren seit 40 Jahren. Ich glaube deshalb nicht, dass sich daran etwas ändern wird“, erklärte Markus Schenk knapp.

Dr. Lukas Braun stuft alle zwölf Stadtteile als gleich wichtig ein. Für Königshofen stelle sich ihm die Frage, wie dort die Nahversorgung verbessert werden könne und „wie beziehen wir Königshofen in die Struktur der Stadt besser ein?“ Eine Klausurtagung des Gemeinderates sei hier sicherlich hilfreich.

Mirco Göbel sieht in Königshofen „viel Potenzial“. Seiner Ansicht nach hätte eine große Chance bestanden, dort einen Vollsortimenter zu entwickeln. Es sei an vielen Dingen sichtbar, dass sich Königshofen benachteiligt fühle. Seiner Meinung nach müsse auch das Bürgerzentrum (Rathaus) in Königshofen aufgewertet werden.

Nicht das Trennende, sondern eher das Gemeinsame erlebe Georg Wyrwoll, „gerade bei Jugendlichen.“ Er setze vielmehr auf ein „geistiges Zusammenwachsen“. Da es um alle Stadtteile gehe, sieht er sich auch als eine Gesamtstadt.

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