Lauda / Königshofen

Gedenkakt zum Volkstrauertag MdB Nina Warken legte in Oberbalbach einen Kranz nieder

„Hass darf keinen Nährboden finden“

Oberbalbach.Anlässlich des Volkstrauertages in der kommenden Woche fand im Vorfeld am Sonntag in Oberbalbach ein Gottesdienst sowie ein Gedenkakt mit Kranzniederlegung statt.

Wichtig, sich Zeit zu nehmen

Der Gottesdienst In der Pfarrkirche St. Georg wurde von Pfarrer Ralph Walterspacher im Beisein von Nina Warken, Integrationsbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, zelebriert.

„Wir sind heute hier zusammengekommen, um allen Verstorben der beiden Kriege zu gedenken. Es ist wichtig, dass wir uns immer wieder Zeit nehmen, an diese schwierigen Zeiten zu erinnern“, unterstrich im Anschluss an den Gottesdienst Ortsvorsteherin Monika Noorlander, zu Beginn der Zeremonie vor dem Kriegerdenkmal bei der St. Georgs-Kirche.

In einem Totengedenken erinnerten sie an die zivilen Opfer von Gewalt und Krieg, die gefallenen Soldaten, an Flüchtlings-, Vertriebenen- und Verfolgtenopfer, ermordete Widerstandskämpfer gegen Gewaltherrschaft, Opfer von Terrorismus und Bürgerkriege sowie Bundeswehrsoldaten und anderen Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren.

„Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern. Unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt“, betonte Noorlander. Andere Wege als Gewalt aufzuzeigen und Konflikte mit friedlichen Mitteln auszutragen, lauteten unter anderem Hoffnungen, die Pfarrer Walterspacher in einem Fürbittgebet äußerte.

„Nehmt Frieden, Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit und Menschlichkeit nicht nur als Selbstverständlichkeit hin, sondern setzt euch für diese Werte auch ein“, nannte Warken in ihrer Gedenkansprache eine der wesentlichen Botschaften des Volkstrauertages.

Das Meer der Kreuze auf den Gräberfeldern als tödliche Folgen von Krieg, Gewaltherrschaft und sinnlosem militärischen Handeln führe dies uns immer wieder drastisch vor Augen.

Der Volkstrauertag sei auch über 74 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges kein alter Ritus, sondern aktuelle und wichtige Tradition in Deutschland, an dem Erinnerung an das dunkelste Kapitel unserer Geschichte wachgehalten werde. Außerdem sei dieser Tag auch ein Gedenktag für Aussöhnung und Versöhnung sowie Menschenrechte, Menschenwürde, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

Besondere Bedeutung

Deutschland habe aus seiner Geschichte heraus eine besondere Bedeutung. Dies sei zugleich eine Aufforderung, aus der Historie zu lernen sowie sich gegen Nationalismus, Rassismus und Fanatismus zu stellen.

„Der Volkstrauertag erinnert an vergangenes Leid, jedoch nicht an einzelne historische Ereignisse. Er lenkt unseren Blick vielmehr auf individuelles Leid der Menschen“, hob Warken hervor. Im Ersten Weltkrieg seien fast zehn Millionen Menschen ums Leben gekommen, im Zuge des Zweiten Weltkriegs dann mehr als 50 Millionen sowie viele weitere Millionen in Hunderten Konflikten seit 1945.

Im krassen Gegensatz

Hasserden und -kriminalität einerseits sowie eine offene und freiheitliche Gesellschaft andererseits stünden im krassen Gegensatz zueinander. „Wo Hass gedeiht, wird eine offene Gesellschaft nicht gelebt, sondern verachtet. Wo Offenheit und Freiheit herrschen, darf Hass keinen Nährboden finden“, unterstrich die Bundestagsabgeordnete unter anderem hinsichtlich einer Verrohung von Sprache und Umgangsformen besonders in digitalen sozialen Netzwerken.

Deutschland stelle sich seiner Verantwortung zum Beispiel durch Gewährung von Asyl für Kriegsflüchtlinge, das Leisten von Entwicklungshilfe und -zusammenarbeit sowie internationale Hilfe und Unterstützung von Menschen bei Naturkatastrophen.

Seit 1992 seien in Auslandseinsätzen der Bundeswehr 111 Soldaten gefallen. „Frieden ist das wertvollste Erbe, das wir künftigen Generationen vermachen können“, betonte Warken resümierend.

Anschließend legte sie gemeinsam mit Noorlander im Beisein Walterspachers, einer Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr Abteilung Oberbalbach und vieler Bürger einen Ehrenkranz am Kriegerdenkmal nieder, vor dem beide daraufhin für eine stille Gedenkminuten verweilten.

Respekt bekundet

„Mit Ihrer Anwesenheit hier und heute am Kriegerdenkmal bekunden wir den Respekt vor den Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege aus unserer Gemeinde Oberbalbach“, fügte die Ortsvorsteherin nach ihrem Dank an alle beteiligten Akteure und anwesenden Bürger in einem Schlusswort hinzu.

Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkstunde in dem Lauda-Königshöfer Stadtteil von der Musik- und Feuerwehrkapelle Oberbalbach unter Leitung von Klaus Weiland. Das Singen der Deutschlandhymne bildete den Ausklang der Gedenkzeremonie. pdw

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