Lauda / Königshofen

„Jakobuskirche auf den zweiten Blick“ Stimmungsvolle Eröffnung / Vier Betrachtungsorte im Mittelpunkt

Gotteshaus erstrahlt in neuem Glanz

Archivartikel

In vollkommen neuem Glanz erstrahlt die St.-Jakobus-Kirche in Lauda nach einer grundlegenden Komplettrenovierung.

Lauda. Die nach Abschluss der Renovierungsmaßnahmen für Ende März geplante feierliche Eröffnung mit Weihbischof Dr. Dr. Christian Würtz musste wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.

Auch wenn die Gottesdienste in der Stadtkirche mittlerweile schon seit einigen Wochen wieder stattfinden, bot der Liturgieausschuss der Pfarrgemeinde bei einer Soiree mit dem Titel „Jakobuskirche auf den zweiten Blick“ die Möglichkeit, die neu gestalteten Orte in der Kirche mithilfe von Licht, Musik und Gedanken besser kennenzulernen sowie sie geistlich zu erschließen.

Die Veranstaltung fand im Rahmen des Patrozinium-Wochenendes statt. Bereits eine halbe Stunde vor Beginn war die St.-Jakobus-Kirche geöffnet, so dass sich die Besucher bei instrumentalmusikalischer Untermalung durch Gitarre, Querflöte, Flöte und E-Piano einstimmen konnten.

Gänzlich neugestaltete Orte

„Kinder werden größer und selbstständiger“, betonte Ralph Walterspacher, Pfarrer der Seelsorgeeinheit Lauda-Königshofen, der gemeinsam mit seinem Kollegen Stefan Märkl die besinnliche Soiree begleitete und liturgisch ergänzte. Walterspacher sprach damit den Bauausschuss an, der maßgeblich die Planungen und Maßnahmen der Kirchenrenovierung entwickelt und diskutiert habe. Noch einmal werde sich dieser Bauausschuss treffen, danach werde er nicht mehr benötigt. „Was jedoch gebraucht wird, ist der Liturgieausschuss, der diesen Abend gestaltet hat und Sie in den nächsten Jahren begleiten wird“, hob Walterspacher hervor.

„Es gibt auch gänzlich neu gestaltete Orte“, wies Leonore Herschlein in einer Begrüßung und Einleitung hin. Einhergehend bekräftigte sie die vielfältige und prägende Bedeutung der Jakobuskirche als zentraler Ort sowohl für die Seelsorgeeinheit und deren Mitglieder als auch für die Stadt und deren Bürger.

Einige dieser neu gestalteten Bereiche in der Kirche standen danach als insgesamt vier „Betrachtungsorte“ im Mittelpunkt.

Bei ihrer jeweiligen Präsentation wurden sie extra beleuchtet, um sie für die währenddessen in den Sitzbänken verbleibenden Besucher besonders leuchtend zur Wirkung zu bringen. Umrahmt wurden diese vier Stationen sowie der Eröffnungs- und Abschlussteil abwechselnd von besinnlichen und geistlichen Texten, Liedern oder Instrumentalstücken sowie Gebeten.

Die Betrachtungsorte

Der erste Betrachtungsort war – von Isabel Waldecker präsentiert – der Taufstein, der im Zuge der Renovierung und teilweisen Neugestaltung der Jakobuskirche vom Altarraum in den hinteren Bereich versetzt wurde.

Beim zweiten Betrachtungsort stand eine neue Pilgerwand im Fokus, die sich im Blickfeld hinter dem Taufstein befindet. „Für uns Christen ist das Leben ein Pilgerweg“, meinte Pfarrer Stefan Märkl, der diesen Ort vorstellte.

Die linke Seite dieser aus einer über 200 Jahre alten Eiche erstellte Pilgerwand ist den Täuflingen und der rechte Flügel der Erinnerung an die Toten gewidmet.

„Jedem Pilger ist zu wünschen, dass er an einem geeigneten Ort eine ruhige und besinnliche Rast zur inneren Einkehr einlegen kann“, unterstrich Märkl.

Der Altarraum und die Sakristei waren Elemente beim dritten Betrachtungsort.

Die beiden Ministranten Jakob und Luis erklärten in Begleitung von Simon Wenzel unter anderem die Aufgaben der Ministranten sowie die Funktionen der Sakristei.

„Heimat ist sowohl ein Gefühl als auch ein Ort“, betonte Katharina Rüttling, als sie beim vierten Betrachtungsort den Kreuz-Corpus nebst seiner Rolle unter anderem als Trostbereich erläuterte.

Musikalisch gestaltet wurde der Abend von Isabel Waldecker (E-Piano, Gesang), Katharina Rüttling (Gesang), Jürgen Waldecker (Percussion), Robert Koczy (Gitarre, Gesang), Andreas Stößer (Querflöte) und Christian Abelein (Orgel).

Kirchenführer in Planung

„Es gibt noch viel mehr in der Stadtkirche zu entdecken, und es wird bald einen kleinen Kirchenführer geben“, teilte Märkl im Abschlussteil mit, der mit einem vierstimmig gesungenen „Vater unser“, einem Dankgebet und einem Segen abgerundet wurde

Darbietende des „Vater unser“ waren Annika Müller (Sopran), Isabel Waldecker (Alt), Herbert Leitner (Tenor) und Andreas Stößer (Bass).

Zum Ausklang der einstündigen und gelungen Soiree bot Christian Abelein ein kleines und beeindruckendes Solokonzert an der Kirchenorgel.

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