Lauda / Königshofen

Jahresrückblick Verkehrssituation bei Becksteiner Straße und Bahnunterführung Nord in Lauda sorgte für Diskussionen

Gesamtkonzept dringend nötig

Archivartikel

Becksteiner Straße und Bahnunterführung Nord in Lauda, die Ortsdurchfahrt in Gerlachsheim: Das Thema Verkehr sorgte immer wieder für kontroverse Diskussionen.

Lauda-Königshofen. Der Verkehr muss rollen, die Infrastruktur muss passen. So ganz rund will es in Lauda allerdings nicht laufen. Die Stadt hat nämlich gleich zwei Nadelöhre. Wer über die Tauberbrücke kommt, muss die enge Bahnunterführung passieren, aus Richtung Königshofen nimmt man die Becksteiner Straße. Die ist in die Jahre gekommen und dringend sanierungsbedürftig. Schon mehrfach hatte sich der Gemeinderat mit dem Ausbau der breiten Einfallsstraße mit täglich 5000 Fahrzeugen zwischen Schulzentrum und Abzweig nach Oberlauda befasst. Doch die vorgelegte Planung stieß nicht überall auf Gegenliebe. Hatte die Verwaltung, um die entsprechenden Zuschüsse des Landes beim Ausbau zu erhalten, die Straße zugunsten von Gehsteigen verschmälert, wollten die Stadträte lieber den Begegnungsverkehr entzerren und die bisherige Breite beibehalten. Mit dem Kompromiss, der neben dem Autoverkehr auch Fußgänger und Radfahrer berücksichtigt, konnten im Oktober alle leben. Auf etwa drei Millionen Euro werden sich die Kosten belaufen, die von Stadt und Kreis gemeinsam zu schultern sind.

Wie tief man für eine Bahnunterführung Nord in Lauda in die Tasche greifen muss, weiß derzeit noch niemand. 15 bis 20 Millionen Euro wurden bei der Debatte Anfang Dezember im Gemeinderat in den Raum geworfen. Geplant wird seit einem Jahrzehnt, Unterlagen bei den Behörden vorgelegt und nachgebessert, wo etwas fehlte. Nun informierte das Regierungspräsidium, dass die zugrunde gelegte Verkehrszählung von 2011 nicht mehr den aktuellen Rechtsgrundlagen entspräche und erneuert werden müsste. Also alles auf Null. „Bei einem Straßenbauprojekt dieser Größenordnung sind wir im Tiefbaubereich mit zwei Mitarbeitern in der Verwaltung überfordert.“ So sieht es Bürgermeister Dr. Lukas Braun.

Seinem Vorschlag, die Baumaßnahme an das Regierungspräsidium zurückzugeben, folgte ein Großteil der Gemeinderäte. Denn schließlich handelt es sich auch um eine Landesstraße, die unter den Bahngleisen in die Laudaer Altstadt führt.

In einer anderen Frage sind die drei Fraktionen ebenfalls uneins: Sollte an dem Millionen-Projekt festgehalten werden? Die CDU sagt ganz klar Ja, FBL und SPD/FB lassen sich ein Hintertürchen offen. Sie wollen ein Verkehrskonzept für die Gesamtstadt, das dann auch den doppelten Bahnübergang in Königshofen und eine mögliche Ortsumgehung einbezieht. An solchen Lösungen arbeitet derzeit auch Bürgermeister Braun. Dagegen hat die CDU wohl nichts einzuwenden.

Für die Gerlachsheimer ging nach jahrelanger Diskussion und politischem Widerstand ein großer Wunsch in Erfüllung – auch weil sich Bürgermeister Braun dafür stark gemacht hat. Ende Oktober wurde die Temporeduzierung in der Ortsdurchfahrt von der Straßenverkehrsbehörde endlich angeordnet. Kurz darauf hingen die Schilder. Seitdem darf der Verkehr vom Ortseingang aus Richtung Grünsfeld bis zum Weingut Baumann nur noch mit maximal 30 Stundenkilometern über die Hauptstraße rollen.

Doch ganz zufrieden sind die Befürworter der neuen Geschwindigkeitsreduzierung nicht – viele Autofahrer haben die neue Regelung noch nicht verinnerlicht, monieren sie.

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