Lauda / Königshofen

Fahrradtour und mehr Ein Tag bei der „Verlässlichen Ferienbetreuung“

Für die Kinder eine bunte Wundertüte

Aus der Sicht eines Schülers sind die Sommerferien eine entspannte Zeit voller Erlebnisse, Spaß und Action.

Lauda-Königshofen. Ganze sechs Wochen lang ist möglich, was sonst nicht geht: Ausschlafen, mit Freunden spielen und am liebsten ganztags draußen sein – und das von Ende Juli bis Anfang September. Doch die lange Feriendauer stellt berufstätige Eltern oftmals vor ein großes Problem: Wie behelfen sie sich, wenn die Kinder noch nicht allein zuhause bleiben können?

Der Bürgertreff Mehrgenerationenhaus Lauda-Königshofen hat auf diese Frage eine Antwort: Seit Mitte August wird in den Räumen der Gemeinschaftsschule die „Verlässliche Ferienbetreuung“ durchgeführt – ein Angebot, das auch in diesem Jahr wieder viel Abwechslung bietet. Dabei war vor einigen Wochen noch nicht einmal klar, ob das Angebot überhaupt stattfinden kann.

„Oftmals stehen Eltern vor einem großen Druck, die Ferien durchorganisieren zu müssen. Wer Großeltern in der direkten Nähe hat, die sich zeitweise um die Betreuung der Kinder kümmern können, ist klar im Vorteil. Doch dieses Privileg hat nicht jeder. Wir möchten daher allen berufstätigen Eltern helfen, eine geeignete Ferienbetreuung für ihr Kind zu finden. Unser Angebot ist eine Lösung für die Herausforderung, vor der viele Mütter und Väter heutzutage stehen“, erläutert Gisela Keck-Heirich, Leiterin des Bürgertreffs Mehrgenerationenhaus Lauda-Königshofen, der das Angebot im Übrigen schon seit einigen Jahren anbietet.

Bei einem Besuch vor Ort wird klar, dass bei der „Verlässlichen Ferienbetreuung“ kein Tag dem anderen gleicht – eine bunte Wundertüte eben. Für gewöhnlich werden die Kinder am Morgen vor Arbeitsbeginn in die Räumlichkeiten der Gemeinschaftsschule gebracht und nach Dienstschluss am Nachmittag wieder dort abgeholt. Letzte Woche stand zum Beispiel eine Radtour zur neuen Wassertretanlage in Unterbalbach auf dem Programm. Nach einer Partie Wikingerschach und einem Beachvolleyball-Match wurde mit frischen Zutaten das Mittagessen zubereitet.

„Bei der ,Verlässlichen Ferienbetreuung’ legen wir großen Wert auf eine gesunde Mahlzeit“, erläutert Gisela Keck-Heirich. Daher werde jeden Tag lecker gekocht. Salate als Vorspeise dürften genauso wenig fehlen wie ein feines Dessert. „Die gemeinsamen Mahlzeiten sind ein festes Ritual und eine Antwort darauf, dass in vielen Familien mittlerweile nicht mehr gemeinsam zu Mittag gegessen wird“, erklärt Gisela Keck-Heirich. Gerade die festen gemeinsamen Mahlzeiten seien unverzichtbar, um gemeinsame Erlebnisse zu reflektieren oder miteinander ins Gespräch zu kommen. „Und natürlich helfen beim Abspülen alle tatkräftig mit“, fügt die Leiterin des Bürgertreffs augenzwinkernd hinzu.

Für die Durchführung der „Verlässlichen Ferienbetreuung“ erweist sich als Vorteil, dass erneut die Räumlichkeiten der Gemeinschaftsschule in der Stadtmitte genutzt werden können. Diese Kooperation sei ein absoluter Glücksgriff, schwärmt Gisela Keck-Heirich, und merkt an, dass das Angebot beinahe nicht hätte stattfinden können: „Die Organisation hinter den Kulissen stellt eine immense Herausforderung dar. Vor allem die Suche nach ehrenamtlichen Betreuern ist jedes Jahr aufs Neue äußerst schwierig.“ Dass nun ein starkes Team gefunden wurde, das zusammenpasst, wirkt sich positiv auf die Zufriedenheit der Kinder aus. Und das spürt man, wie beim Besuch deutlich wurde. Am nächsten Tag stand schon die nächste Aktivität bevor: Dann wurden Kacheln für den Friedensteppich gestaltet. Langweilig ist nie bei der „Verlässlichen Ferienbetreuung“. stv

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