Lauda / Königshofen

Leserbrief Zum Bericht „Einführung mehrheitlich abgelehnt“ (FN, 23. Oktober)

„Fraktionstreues Abstimmungsverhalten ablegen“

Mit dem Mehrheitsbeschluss gegen den Antrag der CDU zur Einführung einer Bürger-App hat der Gemeinderat der Stadt Lauda-Königshofen am Montag bewiesen, dass er sich einem wichtigen Teil des medialen Fortschritts verschließt.

Die Möglichkeiten einer Bürger-App, welche nicht das Vorort-Angebot im Rathaus ersetzen, sondern vielmehr als ideale günstige Ergänzung des medialen Angebots der Stadtverwaltung bezeichnet werden kann, wurden im öffentlichen Sitzungsteil der Gemeinderatssitzung vorgestellt.

Erleichtern sollte die App demnach nicht nur die Kommunikation zwischen Verwaltung und Bürger, zum Beispiel durch die Möglichkeit der direkten Kontaktaufnahme mit der Stadtverwaltung, sondern etwa auch jedem Bürger beim eigenen „Müllmanagement“ durch den Einbau eines Müllkalenders mit Erinnerungsfunktion (gegebenenfalls mit Synchronisation mit der Abfall-App des Abfallwirtschaftsbetriebs Main-Tauber) helfen.

Vielmehr sollte die App jedoch auch den Bürger durch ein Abstimmungstool „hören“ und somit für die immer mehr geforderte Bürgerbeteiligung sorgen. Es lohnt auch ein Blick auf andere Bundesländer wie Bayern und Nordrhein-Westfalen, aber auch in die unmittelbare Kreisverwaltung, die den Geist der Zeit erkannt haben und den Weg der Digitalisierung mit Konzepten mitgehen wollen oder sich bereits in der Umsetzungsphase befinden.

In erster Linie sollte diese App schnöde, zeitfressende Behördengänge erleichtern oder ganz vermeiden, Zeit und Geld sparen und somit den Bürger Lauda-Königshofens entlasten. Denn in einer von Hektik, Leistungsdruck und Stress geprägten Zeit ist es dem Bürger fast nicht mehr zumutbar, auf mediale entlastende Hilfen zu verzichten. Somit wäre es ein weiterer logischer Schritt gewesen, mit Hilfe einer App dem Bürger wichtige Informationen digital bereitzustellen und die Möglichkeit zu bieten, Verwaltungsangelegenheiten von zu Hause aus zu erledigen oder zumindest anzustoßen.

Positiver Nebeneffekt für Bürger, Verwaltung und Umwelt wäre unter anderem auch die Einsparungen von Autofahrten und von Papierressourcen gewesen. Diese Einsparungen hätten auch die Anschaffungs- und Unterhaltungskosten der App, in Höhe von einmalig 15 000 Euro (0,0375 Prozent des Haushaltsvolumens der Stadt Lauda-Königshofen) bzw. 3000 Euro jährlich, innerhalb kürzester Zeit amortisiert.

Wünscht man eine in die Zukunft gewandte Verwaltung, welche sowohl für alte und junge Menschen und Familien in Lauda-Königshofen vor Ort oder noch besser griffbereit in der Hosen- oder Handtasche ist, so war diese Entscheidung ein Schritt rückwärts.

Denn sowohl Jung und Alt haben zwischenzeitlich die Vorzüge der digitalen Welt erkannt und wollen von dieser profitieren und daran teilnehmen.

Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit! Es ist zu hoffen, dass die Mehrheit oder zumindest einige zukunftsoffene Mitglieder der FBL/SPD im Gemeinderat ihr Votum überdenken und in dieser Angelegenheit ihr fraktionstreues Abstimmungsverhalten ablegen, um mit ihrer eigenen Meinung und nicht nach Fraktionszwang für die Bürgerschaft und die Zukunft Lauda-Königshofen entscheiden.

Man muss nicht nur gegen etwas sein, weil es die Idee bzw. der Antrag des vermeintlichen politischen Gegners ist. Eine Gemeinde bringt sowas nicht weiter!

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