Lauda / Königshofen

Leserbrief Zum Auftritt des CDU-Kandidaten für die Bürgermeisterwahl

Fortsetzung der Klientelpolitik befürchtet

Es gibt Probleme, die lassen sich nicht weglächeln: Die demnächst 40 Millionen Euro Schulden, die Probleme mit der Abfallaufbereitungsanlage, die erheblichen Spannungen zwischen Königshofen und Lauda, der beschädigte Ruf der Doppelstadt in der Öffentlichkeit.

Kommunikation steht für den CDU-Kandidaten ganz oben. Kommunikation ist tatsächlich sehr wichtig. Deren Mangel mussten wir seit Jahren schmerzhaft spüren. Aber Kommunikation und nichts als Kommunikation zieht Politik auf das Niveau der Stammtische. „Ich-bin-schon-da“-Politik und Selfiemanie laufen ins Leere. Das bisherige Auftreten lässt trotz aller Beteuerungen, für alle da sein zu wollen, die Fortsetzung der Klientelpolitik befürchten.

Es ist ethisch mindestens sehr bedenklich, die Corona-Krise als Zugpferd für den Wahlkampf zu nutzen. Mit der durchsichtigen Sozialaktion, die der Kandidat mit den hilfsbereiten Jugendlichen aus Oberlauda gestartet und öffentlich vermarktet hat, soll wohl besonders bei den alten Menschen Stimmung gemacht werden.

In Gesprächen mit vielen Bürgern wird klar, wie gewaltig der Frust ist über den desolaten Zustand der Stadt. Anders ist auch die beschämend geringe Wahlbeteiligung am 15. März nicht zu erklären.

Man bedenke: Bei 34,5 Prozent (Kernstadt Lauda) Wahlbeteiligung könnten wir einen Bürgermeister bekommen, der von nicht einmal jedem fünften Wahlberechtigten gewählt wäre. Das würde das äußerst wichtige Amt eines Bürgermeisters enorm beschädigen.

Gerade wir Gerlachsheimer haben in den letzten Jahren gesehen, wie wichtig ein fairer, weitsichtiger und kompetenter Bürgermeister gewesen wäre. Keiner der Nichtwähler hat später das Recht, sich zu beklagen, wenn die Dinge weiter schieflaufen. Ein Weiter-So darf es nicht geben.

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