Lauda / Königshofen

Volkstrauertag Auf den Friedhöfen in Lauda und Königshofen wurde der Opfer von Krieg, Terror und Gewalt gedacht

Erinnerungskultur aufrecht erhalten

Lauda-Königshofen.Mit ihrer gemeinsamen Kranzniederlegung gedachten für den Heimat- und Kulurverein Lauda, Werner Hellinger, für die Reservistenkameradschaft, Martin Kollmar, und für den VdK, Karl Lotter, der Opfer von Krieg und Verfolgung. Trotz der Corona-Pandemie sollte der Volkstrauertag nicht unbeachtet bleiben.

Die unübersehbare Zahl der Opfer von Kriegen dürfe keinesfalls vergessen werden, die aktuellen Greuel von Vertreibung und Terror, von Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit, von Hasstiraden im Netz fordern ein Aufrütteln aus schleichender Gleichgültigkeit, waren sich die Beteiligten einig.

Der Volkstrauertag und das damit verbundene Gedenken an die Millionen Menschen, die ihr Leben durch Krieg und Gewalt verloren haben, gehört für viele Königshöfer nach dem sonntäglichen Gottesdienst zum Selbstverständnis vieler Königshöfer. Doch in diesem Jahr war alles anders als sonst: keine Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine, keine Musikstücke der Trachtenkapelle, keine Liedbeiträge des Kirchenchors auf dem Friedhof. Auch die Abordnung der Reservistenkameradschaft oder Vertreter der evangelischen oder katholischen Kirchen, die sonst mit den zahlreichen Einwohnern aus allen Altersschichten im Friedhof am Fuße des Turmbergs innehalten, fehlten.

Dennoch gedachten auch in diesem Jahr etliche stumm an das Ende des II. Weltkrieges vor 75 Jahren, bei dem Königshofen nur wenige Wochen vor der Kapitulation am 8. Mai 1945 in seinen Grundfesten zerstört wurde. Die Hand reichen zur Versöhnung, Feinde zu Freunden machen, geschehenes Leid verzeihen, jedoch die Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse niemals vergessen, stets ein waches Auge für negative Tendenzen haben und nicht blind darauf vertrauen, dass nach 75 Jahren Frieden in Deutschland, sich alles von selbst regelt.

Mit dem Aufstellen eines Kranzes am Massengrab der beim Kampf um Königshofen getöteten deutschen Soldaten stellte die Stadtverwaltung diese Haltung ebenso heraus wie die Gruppe Historisches & Kulturelles Königshofen (GHK) mit einer Blumenschale. Vereinsmitglieder der Gruppe Historisches & Kulturelles pflegen das Massengrab ehrenamtlich. irg/ bege

Zum Thema