Lauda / Königshofen

Kreisarchiv Der Nachlass des Laudaer Komponisten Friedrich Sebastian Zubrod ist ab sofort öffentlich zugänglich

Enge Bindung zu Orgel und Kirchengesang

Archivartikel

Der künstlerische Nachlass des Laudaer Komponisten Friedrich Sebastian Zubrod wurde jetzt dem Kreisarchiv in Bronnbach übergeben.

Lauda/Wertheim. Die Nachfahren des 1956 verstorbenen Laudaer Komponisten und Musikpädagogen Friedrich Sebastian Zubrod, Tochter Brunhilde Schmidt sowie Enkel Joachim Schmidt, haben zusammen mit dem ehemaligen Laudaer Lehrer und Kirchenmusiker Christian Abelein dem Kreisarchiv im Archivverbund Main-Tauber den künstlerischen Nachlass Zubrods übergeben. Ein erster Kontakt war bereits im Herbst 2019 zustandegekommen.

Nach einem Blick auf Inhalt und Umfang der Dokumente wurde zwischen dem Kreisarchiv und der Familie ein Hinterlegungsvertrag über die Verwahrung des Schriftguts im Kreisarchiv in Bronnbach geschlossen. Mittlerweile sind die Dokumente im Archivinformationssystem erfasst, das Findbuch ist fertiggestellt und im Internet abrufbar (https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/olf/struktur.php?bestand=61896)

Musikalisches Talent

Der am 20. Februar 1913 in Lauda geborene Friedrich Sebastian Zubrod studierte nach dem Abitur am Gymnasium Tauberbischofsheim ab 1933 am Konservatorium in Würzburg die Fächer Klavier und Geige, Harmonie- und Musiklehre. Sein musikalisches Talent hatte sich bereits am Gymnasium gezeigt, wo erste Kompositionen aus seiner Feder mit dem Schulorchester aufgeführt worden waren. Daneben war er auch ein ausgezeichneter Organist.

Eigentlich wollte Zubrod Musiklehrer an einer Schule werden, als Diabetiker blieb ihm dieser Berufsweg zur damaligen Zeit jedoch verwehrt. Stattdessen wirkte er zunächst als Klavierlehrer am Konvikt in Tauberbischofsheim und dann als freischaffender Musiklehrer. Viele Schüler aus Lauda und den umliegenden Ortschaften erlernten bei ihm das Klavierspiel.

Ein zweites berufliches Standbein bildete seine Dirigenten- und Chorleitertätigkeit, die er schon während seines Studiums aufgenommen hatte. Der katholische Kirchenchor Lauda, der Gesangverein Frohsinn Lauda und weitere Chöre des mittleren Taubertals standen unter seiner musikalischen Leitung. Mit diesen Chören und seinen Musikschülern führte er eigene Werke und Kompositionen auf, weltliche und geistliche Stücke anderer Komponisten arrangierte er für zahlreiche Aufführungen.

Die Kirchenmusik bildete nach eigener Aussage den Schwerpunkt seines Schaffens: „Meine eigentliche Liebe gehört der Orgel und dem Kirchengesang“.

Einige seiner Kompositionen erschienen auch bei einem Augsburger Verlag im Druck und erzielten damit eine über die Region hinausreichende Wirkung und Verbreitung.

Doch nicht nur Komponieren, auch Dichten lag ihm im Blut. Waren seine Kompositionen vor allem dem kirchlichen Bereich gewidmet, so stammten die Themen und Motive seiner Gedichte und Erzählungen meist aus dem Alltagsleben. Der Jahreslauf und seine (Kirchen-)Feste inspirierten ihn, ebenso persönliche Anlässe wie Geburtstage und Jubiläen, aber auch Todesfälle und traurige Ereignisse. Viele seiner Gedichte hat Zubrod in den lokalen Zeitungen veröffentlicht.

Seiner 1938 geschlossenen ersten Ehe mit Anna Klingert entstammt Tochter Brunhilde. Die nach dem Tod seiner Frau geschlossene zweite Ehe mit Elfriede Faulhaber blieb kinderlos.

Bereits am 4. Dezember 1956 starb Friedrich Sebastian Zubrod im Alter von nur 43 Jahren an den Folgen seiner diabetesbedingten Erkrankungen. An seinem Grab auf dem Alten Stadtfriedhof in Lauda erinnert ein von der Familie gestiftetes Denkmal an den Laudaer Komponisten und Musikpädagogen.

Mit der Übergabe des künstlerischen Nachlasses an das Archiv steht dieser nun einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung. krar

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