Lauda / Königshofen

Nabu Besondere Artenschutzmaßnahme der Laudaer Ortsgruppe

Eisvogel die Zukunft sichern

Lauda.„Dieser Vogel ist der schönste in unseren Himmelsgegenden. Und es gibt keinen in Europa, den man an Reinheit, Reichtum und Glanz der Farben mit dem Eisvogel vergleichen könnte: die Farben haben die Schattierungen des Regenbogens, den Glanz des Schmelzes, die Pracht der Seide: Der ganze mittlere Rücken mit dem oberen Schwanz hat ein helles und glänzendes Blau, das gegen die Sonnenstrahlen wie ein Saphir spielt und den Glanz des Türkis hat . . .“

So beschrieb der französische Naturforscher Georges Louis Leclerc de Buffon vor rund 250 Jahren den Eisvogel – und in der Tat ist dieser etwa sperlingsgroße, bunt schillernde Vogel unverwechselbar.

Der Eisvogel ernährt sich in erster Linie von kleinen Süßwasserfischen, die er mit seinem dolchartigen Schnabel im Tauchstoß erbeutet. Er zieht zwei bis drei Bruten mit jeweils fünf bis sieben Jungen im Jahr groß. Diese hohe Reproduktionsrate ist nötig, da strenge Winter oder Hochwasser – vor allem zur Brutzeit – immer wieder große Bestandseinbrüche, die erst im Laufe mehrerer Jahre wieder ausgeglichen werden können, verursachen. Solche starken Verluste gab es in den 1970er und 1980er Jahren, aber relativ milde Winter in den letzten Jahren und das Ausbleiben von großen Hochwassern im Frühjahr haben glücklicherweise dazu beigetragen, dass dieses seltene und streng geschützte Tier an der Tauber und ihren Nebengewässern inzwischen wieder regelmäßig beobachtet werden kann.

Aufgrund seiner Attraktivität, seiner Seltenheit und Gefährdung stellt der Eisvogel für viele Naturschutzgruppen nicht nur so etwas wie ein „Flaggschiff“ dar, sondern ist auch ein Gradmesser für den Zustand der einheimischen Bäche und Flüsse. Diese müssen sauber, klar und fischreich sein und natürliche Steilufer aufweisen, in denen er seine etwa 1,40 Meter langen Brutröhren anlegen kann. Da jede der zwei bis drei jährlichen Bruten in eigenen Röhren stattfindet, ist es äußerst wichtig, dass diese Steilufer in ihrem Zustand erhalten bleiben und nicht durch Pflanzenaufwuchs verschatten oder gar zuwachsen und somit als Brutwände unbrauchbar werden.

Deshalb gehört das Freihalten von Eisvogelbrutwänden an der Tauber seit Jahrzehnten zum festen Bestandteil des Artenschutzprogramms der Nabu-Gruppe Lauda.

Die Laudaer Naturschutzgruppe kontrolliert und betreut zur Zeit fünf Eisvogelbrutwände an Tauber und Grünbach, wovon vier dieser Steilufer einen jährlich stattfindenden Pflegeeinsatz erfordern. Bei diesen Maßnahmen wird überhängender Uferbewuchs entfernt und der in der Steilwand selbst vorkommende pflanzliche Aufwuchs mit Hacke und Astschere entfernt. Allein schon der Abstieg in die teilweise über drei Meter hohen Wände und das Begehen des in aller Regel schmalen und rutschigen Fußes stellt die Laudaer Naturschützer vor gewisse Herausforderungen – und das Arbeiten in der Lehmwand gestaltet sich auch meist alles andere als einfach.

Bei der aktuellen Durchführung dieser Artenschutzmaßnahme, die natürlich erst nach Abschluss der Brutzeit, also im späten August oder September stattfinden kann, stellten Klaus Groß, Conny und Michael Salomon fest, dass erfreulicherweise in drei der vier gepflegten Wände Bruten stattgefunden hatten.

So wird man wohl in der nächsten Zeit bei Spaziergängen an der Tauber den durchdringenden, hohen Ruf, den der „fliegende Edelstein“ beim schnellen und geradlinigen Flug direkt über der Wasserfläche ausstößt, vernehmen können. misa

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