Lauda / Königshofen

Heimat- und Kulturverein Oberlauda In dem Lauda-Königshöfer Stadtteil steht das größte oberschlächtige Mühlrad Süddeutschlands

Eine historische Sehenswürdigkeit

Das größte oberschlächtige Mühlrad von Süddeutschland ist in Oberlauda zu bestaunen.

Oberlauda. Verschiedene heimatliche Geschichtshistoriker bestätigen das Jahr 1343 als erstmalige urkundliche Erwähnung der Mühle. Vor 1650 waren alle Mühlen der Umgebung, so auch die Mühle zu Oberlauda, durch langjährige kriegerische Auseinandersetzungen ruiniert. Sie stand längere Zeit „öd“.

Wechselvolle Geschichte

Eigentümer der Mühle waren bis Anfang des 19. Jahrhunderts nicht die jeweiligen Mühlenbetreiber (Besitzer), sondern anfangs das frühere Frauenkloster Gerlachsheim, dann die Ortsherrschaft Lauda und damit das Fürstentum Würzburg bis 1803 und schließlich die Fürsten von Leiningen, ehe der in all den Jahrhunderten bestehende Korn-Gült 1840 von Müller Valentin Umminger für über 1000 Gulden abgelöst wurde.

Danach wechselte die Mühle mehrfach den Eigentümer innerhalb der Familie Umminger, bis sie vor nicht allzu langer Zeit in den Besitz der Familie Dosch gelangte.

Ab 1917 fand kein regulärer Mahlbetrieb mehr statt. Nur gelegentlich zu Schälzwecken der Grünkernerzeugung.

Viele Veränderungen

1886 war das Wasserrad ganz aus Holz, wobei das Alter nicht mehr nachvollzogen werden kann. Es hatte einen Durchmesser von 7,20 Metern.

Ab 1896 hatte ein völlig neues, aus Eisen bestehendes Wasserrad einen Durchmesser von immerhin 10,60 Metern.

Dazu war auch eine Triebwerksveränderung einschließlich des Zuleitungskanals erforderlich. 1902 wurde das Wasserrad auf den heute noch zutreffenden Durchmesser von 8,50 Metern reduziert.

Das inzwischen historische Mühlrad wurde zuletzt 1978 auf Veranlassung der Stadt Lauda-Königshofen restauriert. 2017 erfolgt mit Zustimmung der Eigentümerfamilie Dosch in Regie des Heimat- und Kulturvereins Oberlauda, aber auch im Einvernehmen mit der Stadt Lauda-Königshofen eine erneute, jedoch dringend notwendige Restaurierung des Mühlrades.

Wahrzeichen

Durch Erwerb und Abbruch einer benachbarten leerstehenden Scheune wurde auch das Umfeld so neu gestaltet, so dass das Oberlaudaer Mühlrad als Wahrzeichen wieder sehens- und erlebenswert ist. Ein Schnitzwerk des Laudaers Heinz A. Theobald mit einer eisernen Schutzverzierung von Metallbauer Heffner verweist jetzt auf das Wahrzeichen. Am neu gestalteten Vorplatz, der im September 2019 mit einem Fest eingeweiht wurde, steht der Oberlaudaer Gemütlichkeit ein weiterer Festplatz zur Verfügung.

Doch wurde der Platz dieses Jahr nicht genutzt. Das Engagement des Heimat- und Kulturvereins Oaus dem Lauda-Königshöfer Stadtteil hat sich deshalb auf die Instandhaltung des Bonifatiusweges konzentriert, einem 10-Kilometer-Rundweg um Oberlauda, wo die alten Wegweiser durch neue ersetzt wurden.

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