Lauda / Königshofen

„Nachbarschafts-Challenge“ VdK-Kreisverband Tauberbischofsheim unterstützt Aktion für ältere und hilfsbedürftige Bürger

Ein Zeichen von Solidarität in der Gesellschaft

Lauda-Königshofen/Tauberbischofsheim.Der VdK-Kreisverband Tauberbischofsheim kooperiert während der Corona-Krise mit dem KJC Oberlauda und unterstützt die „Nachbarschafts-Challenge“. Dies teilte Kurt Weiland, Vorsitzender des VdK-Kreisverbands Tauberbischofsheim, in einem Gespräch mit den FN mit.

„Auch der VdK hat viele Mitglieder, die älter sind und damit verstärkt unter die Risikogruppe fallen, entweder als Vorsichtsmaßnahme oder bereits wegen bestehender Einschränkungen bis hin sogar aufgrund einer tatsächlichen Erkrankung durch den Coronavirus ihren täglichen Erledigungen und notwendigen Einkäufen nicht mehr selbstständig nachgehen können“, betonte Weiland.

Zudem solle dadurch das Risiko einer Ansteckung von Personengruppen, die besonders durch einen häufigeren und schweren Verlauf gefährdet sind, vermindert oder verhindert werden.

Deshalb habe sich der VdK-Kreis- und Landesverband den Hilfsangeboten für vor allem ältere Menschen ab 70 Jahren und Bürgern, die einer Risikogruppe angehören, angeschlossen. In Lauda-Königshofen erfolgt dies in Kooperation unter anderem mit dem Katholischen Jugendclub (KJC) Oberlauda, der sich ebenfalls am Projekt „Einkaufshilfe“ beteiligt (wir berichteten).

„Der KJC, der eine ähnliche Aktion anbietet wie der VdK, hat schon eine tolle Struktur geschaffen und war somit sofort einsatzbereit“, hebt Weiland hervor. Wer sich unter Quarantäne befinde oder zu einer Risikogruppe gehöre, könne die eigenen vier Wände nur noch eingeschränkt oder gänzlich nicht mehr verlassen. Bis die Normalität in den Alltag zurückkehre, können zahlreiche Hilfsangebote diesen Menschen dabei helfen, die Zeit bis dahin zu überbrücken, unterstrich der VdK-Kreisverbandsvorsitzende.

Ehrenamtliches Angebot

Nach den Devisen „Solidarität unter Nachbarn“, „Unterstützung ist gefragt – helfen Sie Ihren Mitmenschen“ sowie „Schon kleine Dinge können viel bewirken!“ sind junge Menschen und sonstige Bürger aufgefordert, ehrenamtlich insbesondere älteren Mitbürgern, jedoch auch Familien oder Alleinerziehenden und Nachbarn vor allem mit Erledigungen der Einkäufe, Hilfen bei technischen Problemen, Übernahme wichtiger Fahrten, Versorgung von Haustieren nebst „Gassigehen“ mit Hunden zu unterstützen sowie zudem gegebenenfalls auch durch Anbieten einer Kinderbetreuung. „Haben Sie ein offenes Ohr für Ihre Mitmenschen und Nachbarn“, lautet zugleich ein generelles Motto des VdK und seiner Kooperationspartner.

„Auch Solidarität ist ansteckend: Das Coronavirus führt zu einschneidenden Maßnahmen im täglichen Leben, soziale Kontakte sind nur noch eingeschränkt möglich. Dies ist der richtige Augenblick, Solidarität zu zeigen und jenen unter die Arme zu greifen, die dringend auf Hilfe angewiesen sind. Machen Sie mit!“, appelliert Weiland.

Bereits innerhalb der ersten 48 Stunden nach Start der Initiative hatten sich über 60 freiwillige Helfer aus allen Stadtteilen der Nachbarschafts-Challenge Lauda-Königshofens angeschlossen. Neben dem Kreisverband und dem lokalen Ortsverband haben auch die weiteren Ortsverbände im Main-Tauber-Kreis ihre kooperierenden Unterstützungen entsprechender Initiativen und Aktionen zugesagt oder bereits begonnen.

Hilfe über die Krise hinaus

„Sowohl die Jugendlichen als auch die erwachsenen Unterstützer der sind sich einig, mit dieser Nachbarschafts-Challenge in den momentan schwierigen Zeiten ein Zeichen für Solidarität in unserer Gesellschaft zu setzen als auch, dass die Aktivitäten nicht mit der Corona-Krise enden, sondern auch zukünftig weiter fortgesetzt werden sollten“, bekräftigte Weiland.

„Ich helfe und unterstütze schon lange eine ältere Person, indem ich für sie Einkäufe erledige. Für mich ist das eine Selbstverständlichkeit“, äußert eine Dame aus Lauda-Königshofen, die sowohl aus Bescheidenheit als auch persönlichen Motiven anonym bleiben möchte.

Ihre Hoffnung liege ebenfalls darin, dass sich sowohl aus aktuellem Anlass noch mehr als auch nach der Corona-Krise weiterhin sehr viele Ehrenamtliche für solche Dienste engagieren.

„Zum einen gibt es immer mehr alte und alleinstehende Menschen, und zum zweiten kann jeder von uns mal in die Situation geraten, auf Hilfe und Unterstützung angewiesen zu sein“, gibt sie zudem zu bedenken.

Auch in Facebook hat sich eine Hilfsplattform formiert. In der Gruppe „Corona-, Quarantäne-, und Nachbarschaftshilfe Main-TauberKreis“ bieten Freiwillige für ältere oder unter Quarantäne stehende Menschen an. Der ebenfalls seit einer guten Woche bestehenden Gemeinschaft sind auf Facebook inzwischen fast 1000 Nutzer beigetreten.

„Auf unserem Nachbarschaftshilfe-Flyer können Sie ganz einfach Ihr eigenes Hilfsangebot notieren und bei Ihren Nachbarn in den Briefkasten werfen. Auf dem Flyer befinden sich zudem wichtige Informationen für den Schutz gegen das Coronavirus. Drucken Sie den Flyer daher am besten als Doppelseite aus“, erklärte der Vorsitzende des VdK-Kreisverbandes.

Info: Ein entsprechender Flyer und Vordruck sowie weitere Infos sind auf der Homepage des VdK-Landesverbands Baden-Württemberg unter www.vdk.de/bawue/ in der Rubrik „Solidarität jetzt ganz großgeschrieben!“ abrufbar.

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