Lauda / Königshofen

Becksteiner WeinWelt Kabarettistische Weinprobe unter dem Titel „Wein-Infusion“ mit Elke Ott und Michael Spieß bot Information und Unterhaltung gleichermaßen

Ein Genuss für Gaumen und Zwerchfell

Eine hoch humorige und unterhaltsame Weinprobe der ganz besonderen Art präsentierte die Becksteiner Winzer eG mit der Weinkabarettistin und -expertin Elke Ott aus Fellbach.

Beckstein. Eine hoch humorige und unterhaltsame Weinprobe der ganz besonderen Art präsentierte die Becksteiner Winzer eG mit der Weinkabarettistin und -expertin Elke Ott aus Fellbach.

Elke Ott, in Fellbach bei Stuttgart geboren und aufgewachsen, sei die Nähe und Liebe zum Wein schon früh sozusagen in die Wiege gelegt worden, bekundete sie. In Württemberg absolvierte sie Ausbildungen zur Weindozentin und zur Weinerlebnisführerin. Als gebürtiges „Schwabenmädle“ gibt sie ihr Weinwissen auf unterhaltsam humorvolle Art weiter, verleiht durch ihre Kompetenz den Lerninhalten aber trotzdem die erforderliche Ernsthaftigkeit. Elke Ott ist Mitglied im Bundesverband der Gästeführer in Deutschland, im Weinerlebnisführer Württemberg e.V. und im Tourismusverein Remstal-Route.

Auch bei ihrem Gastspiel im stilvollen Ambiente des St.-Kilian-Gewölbekellers der Becksteiner WeinWelt bewies Elke Ott sowohl ihre vielleicht einzigarten Attribute als Weinkabarettistin als auch ihr Wissen als Weinexpertin. Zum einen stellte sie gemeinsam mit Michael Spieß, Verantwortlicher für Marketing und Veranstaltungsmanagement bei den Becksteiner Winzen, nach einem Begrüßungssekt vier auserlesene Weißweine und abschließend einen Rotwein zur Verkostung aus den Jahrgängen 2017 bis 2019 vor. Zusätzlich erläuterte vor allem Spieß viele interessante, informative und wissenswerte Fachgrundlagen zum Beispiel zu Terroir, Lagen und Ausbau der edlen Tropfen.

Zum zweiten bot Elke Ott unter dem Motto „Wein-Infusion“ ein über zweistündiges, äußerst spritzig kurzweiliges Feuerwerk mit Geschichten, Pointen, Witzen und Episoden jedoch nicht nur bezüglich des Weins, sondern auch aus dem alltäglichen Leben. „Wir haben alle den gleichen Himmel, aber nicht unbedingt denselben Horizont, den es allerdings heute zu erweitern gilt“, kündigte die Weinkabarettistin und- expertin eingangs an. Das Bundesfinanzministerium in Form von Minister Olaf Scholz verdiene jährlich alleine durch die Einnahmen aus der Sekt- und Schaumweinsteuer rund eine halbe Milliarde Euro. Selbst diese würden allerdings nicht ausreichen, um die Kosten für die Sanierung des Segelschulschiffes „Gorch Fock“ finanzieren zu können, meinte sie satirisch.

„Wer am heutigen Abend nichts trinkt, ist nur zu faul zu schlucken“, betonte Elke Ott, die sich gleichfalls voller Ironie als von Beruf her mit der „Lizenz zum Trinken“ ausgestattet bezeichnete, mit dem Zusatz: „Aber es gibt durchaus schlimmere Berufe“. „Ein Leben ohne Wein? Zwar möglich, aber sinnlos“, unterstrich sie. Denn Wein sei für sie Leidenschaft pur, wie sie mit der Devise „lieber trocken trinken, als trockene Weinproben“ an diesem Abend belegte.

Zudem parlierte Elke Ott geradezu querbeet über (vermeintlich) gewöhnliche bis hin skurrile Themen und Gegebenheiten des Lebens und des Alltags als auch der Welt des Weines wie etwa bei Weinproben, beim Physiotherapeuten und beim Einkaufen als auch beispielsweise über Geschlechter-, Partnerschafts- und Gesellschaftsklischees.

„Schönheit vergeht, Reichtum besteht. Mit Männern ist es wie mit PCs – wenn du einen nimmst, könnte ein halbes Jahr später ein Besserer kommen“, unkte sie. Paradox sei, wenn Frauen mit Botox aufgespritzten Lippen im Ökoladen nach ungespritztem Obst und Gemüse fragen. „Und sind eingefleischte Vegetarier ebenso widersinnig, wenn sie noch dazu Fleischtomaten essen?“, fragte Ott mit ironischem Augenzwinkern und Wortwitz. Eine weitere Stärke Otts waren ihre regelmäßigen sowie regen, spontanen, launigen und temperamentvollen Interaktionen mit dem Publikum sowie ihre Wortspiele.

Damit sorgte sie für reihenweise Lachsalven mit ihren Gags und Erzählungen. Andererseits bot Elke Ott abwechselnd eine Mischung aus gleichsam heiteren Begebenheiten des Weinerlebens als auch Weinfachwissen. Der stürmische Schlussapplaus für die sympathische und fröhliche Weinkabarettistin war gleichfalls absolut angebracht für ihre heiteren und lustigen Geschichten und auch für ihr Fachwissen.

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