Lauda / Königshofen

Vom Quartett bis hin zum Solo Spätsommerliche Konzertsoiree mit "La Follia" in Lauda

Ein bunter Streifzug durch fünf Jahrhunderte Instrumentalmusik

Lauda.Eine sehr stimmungsvolle spätsommerliche Konzertsoiree präsentierte das Ensemble "La Follia" in der gut besuchten Marienkirche in Lauda.

Der Name "La Follia" bedeutet ursprünglich "Narretei" oder "Verrücktheit". In der Zeit des Barocks hat dieses Motiv viele Komponisten zu zahlreichen musikalischen Variationssätzen inspiriert. Das 2013 gegründete Ensemble "La Follia" aus Mosbach und Umgebung hat sich sowohl der Variationsvielfalt der Barockmusik als auch Musiken der Moderne verschrieben. Ebenso für Abwechslung sorgen dabei die unterschiedlichen Besetzungen vom Quartett bis hin zum Solo sowie der Einsatz sämtlicher Instrumente der Blockflötenfamilie zwischen Sopraninblockflöte und Grossbass.

Mitglieder der Gruppe sind die diplomierten Instrumentalisten Kjell Pauling und Susanne Wütscher (jeweils Blockflöte) sowie Eva Binder (Violoncello). Speziell Kjell Pauling ist in Lauda Freunden der Klassikmusik sehr gut bekannt, da er bereits zuvor mehrfach zu Konzerten gastierte, unter anderem 2013 bei einem spätsommerlichen Instrumentalkonzert "Die Kunst des Kanons" anlässlich des 400-jährigen Bestehens der Marienkirche sowie 2014 und 2016 mit dem Würzburger Barockensemble "Più mosso" ebenfalls in der Marienkirche.

Ergänzt und begleitet wird das Trio von dem ausgebildeten Kirchenmusiker und Organisten Christian Abelein (Orgelcontinuo) aus Lauda-Königshofen, der nach dem musikalischen Auftaktstück mit Instrumentalmusik von Georg Philipp Telemann (Trisonate in C-Dur "Frauensonate") zudem als Leiter der Katholischen Kirchenmusik Lauda sowohl das Ensemble "La Follia" als auch die zahlreichen Zuhörer begrüßte.

Nach dem stimmungsvollen Beginn mit dem Werk von Telemann, dessen 250. Todestag in diesem Jahr begangen wird, standen ebenfalls Instrumentalmusiken von Komponisten aus fünf Jahrhunderten einschließlich der Neuzeit sowie für unterschiedliche Besetzungen auf dem weiteren Programm der spätsommerlichen Soiree in der Katholischen Marienkirche. Dazu zählten Kompositionen unter anderem von Lance Eccles ("Victimae pascali laudes"), Dario Castello ("Sonata quarta"), Vincenzo Ruffo ("La Gamba"), Christoph Graupner ("Sonata canonica") sowie den beiden mittelalterlichen Chansons "Ce n'est pas certes" und "S'esabahist on se j'ay perdu".

Dazwischen glänzte Abelein solistisch mit einer Improvisation zu "Maria Himmelskönigin" an der Marienkirchenorgel. Nach einem Gebet und Segen mit Pastoralreferentin Constanze Unser von der Seelsorgeeinheit Lauda-Königshofen bildeten der gemeinsam gesungene Kanon "O Herr, mein Gott" von Thomas Tallis sowie eine wiederum von "La Follia" dargebotene vierteilige Suite aus Henry Purcells "The Fairy Queen" den Abschluss des offiziellen Programms.

Zwischen Darbietungen des Musikensemble nahm Constanze Unser die zahlreichen Zuhörer in vier Marien-Monologen mit auf eine Reise zu einer Reflexion und einem inneren Selbstgespräch, bei der auf die Mutter Jesu nicht nur aus dem bekannten Blickwinkel der Bibel zu blicken, sondern sie auch womöglich in einer Weise kennenzulernen war, dass sie sich einem aus einer ganz anderen Seite erschließen habe können. Die diplomierte Theologin Unser arbeitete nach einer Ausbildung zur Pastoralreferentin für zwei Jahre in Mosbach-Elz-Neckar sowie anschließend von September 2014 bis Januar 2016 in der Seelsorgeeinheit Lauda-Königshofen, in deren Team sie nach rund einjähriger Elternzeit jetzt wieder zurückgekehrt ist.

Aus diese Weise sorgten zum einen "La Follia" für eine sehr stimmungsvolle und bewegende Musiksoiree, die das Quartett mit einem Rondo von Henry Purcell als Zugabe krönte, sowie Pastoralreferentin Unser mit den Marien-Monologen für tiefgehende Besinnlichkeit. Nachdem Abelein in seinen Begrüßungsworten das Publikum gebeten hatte, Applaus nicht zwischen den jeweiligen Stücken, sondern gegebenenfalls erst kompakt am Schluss des Konzertes, fiel dieser dann womöglich umso stürmischer, gleichwohl von allen Akteuren auch in dieser Weise redlich verdient aus.