Lauda / Königshofen

Führungen Zum „Tag des offenen Denkmals“

Ein Blick in die Historie

Archivartikel

Lauda-Königshofen.Eine spannende Geschichte bietet die Entstehung der Erde und ihrer Struktur in der Urzeit – 250 Millionen Jahre vor heute. Einen kleinen Teil dessen, was Hubert Segeritz vom Heimat- und Kulturverein Lauda (HKV) darüber zu berichten weiß, hat er schon einmal vorab im folgenden Text zusammengetragen.

Roter Sandstein in Lauda? Ein Blick zurück in die Urzeit: Lauda, 250 Millionen Jahre vor heute. Weite Teile Deutschlands liegen in einer flachen Mulde, das Klima ist heiß und trocken, ähnlich wie heute in Nordafrika.

Die Flüsse aus den Randgebirgen lagern Kiese, Sande und Tone in diesem sich langsam über Jahrmillionen absenkenden Becken ab. Danach wird dieses Becken vom Meer überflutet, die blau-grauen Kalksteine, versteinerte Muscheln und Ammoniten geben Zeugnis von diesem urzeitlichen Meer.

Aus den Ablagerungen der Flüsse und Meere bildeten sich mehr als 1000 Meter mächtige versteinerte Sedimente.

Vor 150 Millionen Jahren zog sich das Meer endgültig zurück, der Druck der afrikanischen Platte aus dem Süden führte zu Rissen (Verwerfungen) und zur Aufwölbung der abgelagerten Schichten. In dem jetzt deutlich feuchteren Klima wurden diese Sedimente wieder Schritt für Schritt abgetragen, Im Bereich des „Laudaer Horstes“ wurden die Schichten besonders stark aufgewölbt und anschließend durch die Erosion sogar die wüstenhafte Schicht aus der Buntsandsteinzeit wieder freigelegt, während in der Umgebung noch die jüngeren Schichten aus dem Muschelkalk an der Oberfläche zu finden sind.

Veranschaulicht man diese gewaltigen Zeiträume seit der Entstehung des Buntsandsteins am 2-Meter-Maßstab, dann bleiben für die Geschichte des „Homo sapiens“ gerade mal die letzten zehn Millimeter und der letzte Hundertstel Millimeter umfasst den Zeitraum von der Keltenzeit vor etwa 2500 Jahren bis heute.

Viel mehr Details aus der Laudaer Urgeschichte erfahren die Teilnehmer am 9. September, dem „Tag des offenen Denkmals“, an dem sich der Keltenverein „Dubra-Keltendorf Lauda“ und der HKV Lauda in Cooperation beteiligen. Führungen um 13 und 15 Uhr kann man mit Hubert Segeritz an der „Keltensiedlung“ in Lauda erleben. irg