Lauda / Königshofen

Leserbrief Zum geplanten Aufbereitungsanlage in Gerlachsheim

„Eigentlich sollten die Dinge geklärt sein“

Drei Wörter waren es, über die fast einen ganzen Abend lang bei der vergangenen Gemeinderatssitzung in Lauda am 29. April gestritten wurde.

Durch die CDU-Fraktion waren sie in die Empfehlung des „Runden Tisches“ hineingeschmuggelt worden, als diese zur Entscheidungsvorlage für den Gemeinderat gemacht wurde.

Der Rathaussaal war wieder einmal von Gerlachsheimern gefüllt. In vielen Redebeiträgen machten sie ihrer Verärgerung Luft. Die Freie Bürgerliste stellte – sehr kräftig unterstützt von der SPD/FB-Fraktion – den Antrag, diese drei Wörter wieder zu streichen.

Konkret: Im Punkt sechs der Vorlage hieß es „Die Verwaltung wird gemäß der Empfehlung des ’Runden Tisches’ beauftragt, unabhängig vom Ausgang der anhängigen Verfahren, Verhandlungen mit der Firma Konrad-Bau aufzunehmen, mit dem Ziel, auf die Errichtung einer Abfallaufbereitungsanlage im beantragten Umfang am Standort Gerlachsheim zu verzichten.“

Nach äußerst kontroverser Diskussion wurde abgestimmt. Mit einer Stimme Vorsprung bekam der FBL-Antrag die Mehrheit. Die drei Wörter wurden gestrichen und die Vorlage ohne diese drei Wörter einstimmig vom Gemeinderat als Auftrag an die Stadtverwaltung beschlossen. Die Zuschauer im Saal hatten daraufhin frenetisch geklatscht und gejubelt. Ist es doch ein sehr entscheidender Unterschied, ob Ziel der Verhandlung mit Konrad-Bau ist, die Abfallaufbereitungsanlage (AAA) am bisher vorgesehenen Standort ganz zu streichen oder nur in ihrer Dimension etwas zu verringern!

Eigentlich sollten die Dinge inhaltlich nun geklärt sein. Doch konnte man nun in einem Bericht der Fränkischen Nachrichten vom 18. Mai über eine SPD-Veranstaltung in Gerlachsheim, bei der die Abfallaufbereitungsanlage Hauptthema war, lesen, dass es Ziel der Verhandlung mit Konrad-Bau sei, „auf die Errichtung einer Abfallaufbereitungsanlage im beantragten Umfang am Standort Gerlachsheim zu verzichten“. Dieses Zitat – wieder mit den drei eigentlich gestrichenen Wörtern – wurde von dem Vorsitzenden der SPD/FB-Fraktion ausdrücklich nicht gebraucht, war er doch sehr wesentlich daran beteiligt, dass die ominösen drei Wörter gestrichen werden konnten.

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