Lauda / Königshofen

Bahnhof Lauda Bürger beteiligten sich im Anschluss an die Präsentation der Investoren mit ihren Meinungen an der Entscheidungsfindung

„Eigentlich brauchen wir beide Konzepte“

Archivartikel

Lauda-Königshofen.Der Gemeinderat will in naher Zukunft über eines der beiden Konzepte für die Nachnutzung des Bahnhofsgebäudes entscheiden und hat deshalb die Stadtverwaltung beauftragt, im Rahmen einer Bürgerversammlung auch die Meinungen in der Bevölkerung zu den beiden Planungen zu hören. Davon machten am Montagabend zahlreiche Bürger Gebrauch.

So wollte ein Bürger wissen, ob die Stadt für Veranstaltungen die Räume künftig anmieten könne. „Sollte die Stadt Interesse an Teilflächen haben, können wir darüber sprechen“, so Christine Jouaux. Von Dr. Gunther Wobser ist es dagegen nicht vorgesehen, irgendwelche städtischen Einrichtungen, wie etwa die Stadtbibliothek, zu verlagern.

Angela Kaserer, Inhaberin des Zeitungskiosks am Bahnhof, war voll des Lobes über beide Konzepte. „Wir saugen sie im Moment auf wie ein Schwamm, die Vorstellungen sind toll“.

Egbert Wöppel zeigte sich froh, dass in beiden Konzepten Übernachtungsmöglichkeiten vorgesehen seien.

Die BSW-Fotogruppe Lauda ist momentan noch der einzige Mieter im Bahnhof Lauda. Deren Leiter Dieter Göbel wollte deshalb wissen, wo seine Fotogruppe künftig untergebracht werde, nachdem die Räumlichkeiten erst vor kurzem mit großem finanziellen Aufwand renoviert worden seien. Wie Bürgermeister Maertens anmerkte, sei der Bahnhof den beiden Investoren mieterfrei angeboten worden. Da die BSW-Fotogruppe aber noch einen längerfristigen Mietvertrag habe, sei es eine Angelegenheit der Stadt, die Hobbyfotografen künftig anderweitig unterzubringen. „Die Stadtverwaltung müsste deshalb eine Lösung suchen.

Die Sparda-Bank, die ebenfalls noch im südlichen Teil des Bahnhofs einen Geldautomaten unterhalte, hätten beide Konzepte auch künftig einen Platz eingeräumt, so Maertens auf eine weitere Frage. Voll des Lobes war Jonas Baumann, dass im Konzept von Dr. Wobser für junge Leute etwas getan werde und dadurch eventuell sogar jüngere Menschen aus den Städten nach Lauda-Königshofen gezogen würden.

Stadtrat Michael Geier forderte die Bürger auf, sich Gedanken zu den beiden Konzepten zu machen und die dann auch dem Gemeinderat zur Entscheidungsfindung mitzuteilen.

Ob Thomas Rutka die Brauerei selbst betreiben werde, wollte ein anderer Bürger wissen. „Wir brauchen dafür einen Kooperationspartner“, so Rutka, der sich allerdings auch vorstellen könnte, die Brauerei eventuell selbst zu betreiben.

Wie Dr. Wobser auf eine andere Frage mitteilte, wolle er im Falle eines Zuschlags eine Brainstation GmbH gründen, die diese Flächen dann betreiben und auch vermieten soll. „Wir wollen möglichst viele Firmen zur Mitarbeit gewinnen“, so Wobser.

Da es seit längerem im Bahnhof keine Toilette mehr gibt, kam dazu die Frage,, ob in Zukunft wieder eine vorgesehen sei. Beide Investoren sehen in ihren Konzepten eine öffentliche WC-Anlage vor.

Rainer Seifert, Vorsitzender der Narrengesellschaft Lauda, brachte abschließend die Gedanken vieler Bürger auf den Punkt: „Eigentlich brauchen wir in Lauda beide Konzepte“. Günter Appel fragte deshalb an, ob beide Bieter miteinander kooperieren würden. Beide Investoren halten dies allerdings für schwierig. „Es sind einfach zwei unterschiedliche Konzepte. Jetzt muss der Gemeinderat die Eier in der Hose haben und sich für ein Konzept entscheiden“, so Dr. Wobser.

Es gebe zwar viele Parallelen, jedes Konzept sei aber in sich schlüssig. Schließlich könne man den Bahnhof nicht verdoppeln, weswegen sich der Gemeinderat für eines der beiden Konzepte entscheiden müsse, warf Christine Jouaux ein.

Zu guter letzt kam noch die Frage auf, was mit dem ehemaligen Eichholz- bzw. Strabag-Gebäude, das ja zum Bahnhof Lauda gehöre, geplant sei.

Wie Bürgermeister Thomas Maertens dazu anmerkte, seien die bisherigen Versuche, dieses Gebäude zu kaufen, an den Preisforderungen von Strabag gescheitert. thos

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