Lauda / Königshofen

Diamantene Hochzeit Lore und Werner Nitschke blicken auf ein erfülltes gemeinsames Leben zurück / Erfolgreiche Existenz aufgebaut

Ehepaar war immer in vielen Bereichen engagiert

Archivartikel

Königshofen.Ihre diamantene Hochzeit feiern an diesem Donnerstag Lore und Werner Nitschke in Königshofen.

Die 1939 in Boxberg geborene und in Buch am Ahorn aufgewachsene Lore Nitschke kam als 16-Jährige mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder nach Lauda, wo der Vater als Eisenbahner arbeitete. Nach ihrem Hauptschulabschluss besuchte Lore die Berufsschule und arbeitete in der Firma „Schmuckstein“ in Lauda.

Werner Nitschke, ebenfalls Jahrgang 1939, wuchs in Walken (Wallkawe) im ehemaligen preußischen Landkreis Militsch auf einem landwirtschaftlichen Betrieb auf. Im Januar 1945 flohen seine Eltern unter anderem mit dem damals Fünfjährigen vor den näher rückenden russischen Truppen nach Colditz in Sachsen, wo der Junge eingeschult wurde. 1953 ergriff die Familie erneut die Flucht, über Leipzig nach Berlin in den dortigen Westteil sowie von dort über Frankfurt und weiteren Stationen bis nach Königshofen, wo Mutter und Vater mit Werner und dessen ältester Schwester im März 1954 bei einer Familie unterkamen. Nach erfolgreichem Schulabschluss absolvierte der junge Mann eine Ausbildung als Polsterer, Tapezierer und Dekorateur in Tauberbischofsheim. Ab 1956 arbeitete er einige Jahre als Geselle, bevor weitere Berufstätigkeiten beim Bahnbetriebswerk in Heilbronn-Böckingen folgten. Dazu zählten der Erwerb des Führerscheins Klasse 2 sowie Arbeit als Fern-, Schwertransport- und Busfahrer bei der Bahn.

Näher kennengelernt haben sich Lore und Werner Nitschke 1959 am Vatertag auf dem Maimarkt in Boxberg. „Wir waren uns bereits zuvor vom Sehen bekannt, aber an diesem Tag habe ich halt ernst gemacht“, erzählt der rüstige Senior vergnügt.

Ein Jahr später heiratete das Paar – standesamtlich von Bürgermeister Weid in Königshofen und christlich getraut in der evangelischen Friedenskirche in Lauda. 1961 erblickte Tochter Ute Nitschke, heutige Marquart, das Licht. Inzwischen gehören zudem zwei Enkel sowie drei Urenkel im Alter zwischen drei und sieben Jahren zum engeren Familienkreis.

Busunternehmen gegründet

Am 1. Oktober 1969 gründete Werner Nitschke sein noch heute in Königshofen bestehendes Omnibusunternehmen. Der damals im Landkreis jüngste Busunternehmer begann mit einem Mercedes Bus im Liniendienst, zudem mit Reisen für Gruppen und Vereine. Seine Ehefrau Lore machte gleich im ersten Jahr den Führerschein, legte einen Meisterkurs in Buchhaltung ab und saß ab 1970 am Steuer eines Kleinbusses. Zusammen baute das Ehepaar das Unternehmen sowohl im Linien- als auch im Reiseverkehr kontinuierlich aus. Zwischendurch wurde der Betrieb um zwei Tankzüge erweitert, bevor nach der Ölkrise 1973 die ganze Konzentration auf dem Omnibusgeschäft lag.

1985 kam Neffe Thomas Nitschke als Reisebusfahrer ins Taubertal, und vor rund 25 Jahren trat Tochter Ute Markquart in den Betrieb ein. Ab 2001 waren beide neben Werner Nitschke Geschäftsführer des Unternehmens, bevor der Seniorchef die Leitung an die zwei Nachkömmlinge abgab. Gleichsam vor etwa 25 Jahren wurde das heutige Firmenareal im Breitenstein erworben, auf dem 1998 eine große Betriebshalle errichtet wurde.

Von seinen vier Geschwistern studierten beide Brüder Musik und machten als professionelle Musiker Karrieren. Auch wenn Werner Nitschke einen anderen Berufsweg einschlug, ist er bis heute der Musik verbunden geblieben, insbesondere seit über fünf Jahrzehnten als Sänger des Gospodi-Chors Bad Mergentheim/Rottweil/Stuttgart, mit dem er unter anderem bei jeweiligen Besuchen der drei letzten Päpste auf deren Mittwochsaudienz mitwirkte. Zudem war Werner Nitschke von 2005 bis Anfang 2020 Prädikant der evangelischen Landeskirche und in diesem Ehrenamt Leiter von 225 Gottesdiensten im Kirchenbezirk Wertheim.

Jeweils etwa zwölf Jahre gehörte er als Vertreter der Freien Bürgerliste (FBL) dem Gemeinderat Lauda-Königshofen und bis 2014 dem Kreistag an. Darüber hinaus war er jahrzehntelang als Funkamateur aktiv.

Lore Nitschke hielt zehn Jahre lang evangelische Kindergottesdienste in Königshofen. Außerdem engagierte sie sich ebenso ehrenamtlich im lokalen Bastelkreis und ist bis heute noch immer in der örtlichen Seniorengruppe aktiv. Gemeinsame Hobbys sind der liebevoll gestaltete Garten und Reisen mit ihrem Wohnwagen.

„Weiterhin Gesundheit, die Urenkel genießen – und nach der Corona-Krise wieder verstärkt soziale Kontakte pflegen können“, hebt das Ehepaar Lore und Werner Nitschke als Zukunftswünsche hervor, das am Samstag ihr Jubiläum im kleinen Familienkreis feiern wird.

Die Fränkischen Nachrichten schließen sich den sicherlich zahlreichen Gratulationen zum heutigen Ehrentag gerne an.

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