Lauda / Königshofen

Martin-Schleyer-Gymnasium In der Aula ist die Wanderausstellung „Was glaubst du denn?!“ zu sehen

„Dialog fördert Toleranz und Verständnis“

Lauda-Königshofen.Wer in den kommenden drei Wochen, bis zu den Herbstferien, die Aula des Martin-Schleyer-Gymnasiums Lauda betritt, dem „laufen“ nicht nur viele Schüler des MSG ganz real „über den Weg“, sondern er hat auch die Chance, virtuell jungen Menschen in Deutschland zu begegnen, die über ihr Leben, ihre Träume und über ihren muslimischen Glauben sprechen.

Andreas Roser, Mathe- und Physiklehrer am MSG, war sich in seiner Rede zur feierlichen, auch musikalischen Eröffnung der Ausstellung „Was glaubst du denn?!“ – am Klavier Kathirina Sibin (11b) – sicher, „dass dieser virtuelle Dialog Toleranz und Verständnis fördern wird und zu einem friedvollen und glücklichen Zusammenleben beitragen kann“.

Als der Schule im vergangenen Schuljahr die Ausstellung von der Bundeszentrale für politische Bildung angeboten worden war, habe man sich sehr gefreut, passe sie doch gut zum neuen Titel des MSG, „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Bei der offiziellen Verleihung des Titels im Frühjahr habe Dr. Josef Schuster, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland und Pate der Schule, die Frage gestellt, inwieweit Bildung Vorurteile verhindern könne. Mit Bildung, so Roser, sei hier nicht nur die Anhäufung von Wissen in der Schule, sondern in einem umfassenden Sinn eine „Bildung des Herzens“ zu verstehen, die zu einem ehrlichen Interesse am anderen führe und so „Rassismus und andere Ideologien der Ungleichwertigkeit“ eindämme.

Die Ausstellung „Was glaubst du denn?!“ bietet für eine solche „Bildung des Herzens“ viele Anknüpfungspunkte und richtet sich an alle, an Muslime und Nichtmuslime gleichermaßen.

Auf drei Ebenen im Schulgebäude in drei großen Abteilungen (Menschen, Wissen, Vorstellungen) ruft sie dazu auf, über andere und sich selbst nachzudenken, ins Gespräch zu kommen.

Die Wanderausstellung für Schulen ab Klasse fünf orientiert sich dabei an den Sehgewohnheiten der heutigen Jugendlichen. Durch Animationsfilme, Comics, interaktive Stationen und Videoporträts wird die Ausstellung darüber hinaus zu einem stetig wachsenden Projekt, an dem die Besucher teilhaben.

Als zentraler Bestandteil des Ausstellungskonzepts ist dann auch das Peer-Education-Programm anzusprechen: Die Schulklassen werden nicht von Erwachsenen, sondern von Schülern als Peer Guides durch die Ausstellung begleitet, was ein Gespräch auf Augenhöhe ermöglichen soll. Am Martin-Schleyer-Gymnasium Lauda wurden 34 Schüler der Klassen acht bis elf zu Peer Guides ausgebildet.

Im Dialog mit Andreas Roser gaben Maren Daub und Melina Hellhorn, stellvertretend für alle Peer Guides, bereitwillig Auskunft über die Art der Begleitung, über ihre Ausbildung – an vier Tagen jeweils von 8 bis 16 Uhr – und ihre Motivation. Sie hätten beispielsweise mehr über den Islam wissen wollen, um so mit Vorurteilen diesbezüglich aufzuräumen. Letztlich ermöglicht wurde der Aufbau der Ausstellung und die Ausbildung der Peer Guides an der Schule aber durch „zwei engagierte Kolleginnen, F. Hellinger und F. Lebert, die bereit waren, die Federführung zu übernehmen.“

Die Gäste durften nach der Eröffnung gleich schon die Ausstellung anschauen, die Peer Guides „testen“ und über eigene Erfahrungen mit Toleranz und Intoleranz ins Gespräch kommen. Erste Statements der Besucher sprachen von einer sehr sehenswerten, ausstellungspädagogisch hochwertigen Ausstellung. Sie sensibilisiere für das Erkennen von Vorurteilen im Alltag. Viele Schüler der Nachbarschulen sollten die Chance eines Ausstellungsbesuchs ergreifen. msg/adh

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