Lauda / Königshofen

Kunst Berliner Paul Quick stellt bis Ende November in der FabrikGalerie Lauda aus / Vernissage am 2. Oktober

Dem Purismus nach wie vor treu

Archivartikel

Lauda.Die Lauda FabrikGalerie startet am 2. Oktober um 17 Uhr mit einer neuen Ausstellung in der Reihe „Art After Work“ und bietet inspirierende Gespräche mit dem Berliner Künstler Paul Quick an. Die eindrucksvollen Bilder können Besucher bis zum 27. November nach Anmeldung (E-Mail: info@lauda.de, Telefon: 09343 503-0) erleben. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr und Freitag von 9 bis 14 Uhr.

Musik liegt auf dem Blatt, rot, grün, blau, gelb mischen sich zum Trommelwirbel, zum Andante, zum Adagio. Die Summe der Teile ergibt das lautmalerische Ganze, ein Feuerwerk der Farben. Paul Quick zündet es in der Lauda FabrikGalerie, mehr als 20 seiner meist großformatigen Werke aus der jüngeren Schaffensperiode hat der Berliner Maler zur Ausstellung „Farbklänge/Klangfarben“ in der Lauda FabrikGalerie komponiert.

Der weiche Singsang des gebürtigen Badeners – in Weinheim an der Bergstraße erblickte Paul Quick das Licht der Welt – klingt manchmal durch, und auch der ausgebildete Opernsänger. Die Musik ist Paul Quicks zweite große Liebe neben der Malerei, und dass sich die Waagschale der Passion dereinst zunächst zugunsten einer Karriere zum klassischen Opernsänger neigte, die Paul Quick dann doch nicht verfolgte, gereichte ihm nicht zum Nachteil.

Es ist Jahrzehnte her, dass ihm sein Mentor, der renommierte Maler Fred Thieler, riet, mit Acrylfarben auf nicht grundierter Leinwand gewissermaßen zu aquarellieren. Paul Quick hat es versucht, es glückte –und dann hat er sich alles bei- und zur Perfektion gebracht, was er wissen musste. Im Jahr 1981 entdeckte ihn ein Berliner Galerist, der Rest ist - fast – Geschichte: zahlreiche Ausstellungen, Bestandteil vieler großer Sammlungen. Und jetzt die Lauda FabrikGalerie.

Paul Quick ist dem Purismus der ersten Jahre treu geblieben, Papier, Acryl. Er malt auf dem Boden, weil ihm die Bilder auf der Staffelei zerfließen würden, und die Skizzen der früheren Jahre braucht er in ihrer Ausführlichkeit schon lange nicht mehr. „Ich weiß, was ich will, und dann entscheide ich spontan. Das ist wie Improvisieren im Jazz“, sagt er, und dass am Ende nicht unbedingt das herauskomme, was er ursprünglich wollte. „Aus bedachter und spontaner Gestik wachsen über- und ineinander fließende Malschichten, und die leeren, weiß belassenen Flächen erfüllen die gleiche Funktion wie Pausen in der Musik.“ Solange sein Gefühl am Ende gut ist, ist alles gut. Man kann ihn sich gut vorstellen, wie er zur Zartheit eines Mozarts, der fröhlichen Beschwingtheit Händels oder Verdis Gewich-tigkeit die Kreativität fließen lässt. Die Motive? Sie liegen im Auge des Betrachters. Abstrakte Kunst oder doch Anlehnung an die Natur? Es ist wie bei der Musik: Jeder erlebt sie auf seine Weise. fgl