Lauda / Königshofen

Freiwillige Feuerwehr Löschgruppenfahrzeug und Gerätewagen für die Abteilung Lauda übergeben

Bürgern hohes Maß an Sicherheit bieten

Archivartikel

Gleich zwei Neufahrzeuge wurden bei einem Festakt der Freiwillige Feuerwehr, Abteilung Lauda, offiziell eingeweiht.

Lauda. „Es ist nicht alltäglich und ein sehr freudiges Ereignis, die gleichzeitige offizielle Übergabe zweier Neufahrzeuge feiern zu können“, betonte Klaus Jockel, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Abteilung Lauda, zum Auftakt des Festaktes am Freitagabend beim Feuerwehrgerätehaus in der Becksteiner Straße. Zu der Feier, die aufgrund der Coronakrise im kleineren Rahmen stattfand, hieß der Abteilungskommandant zahlreiche Gäste willkommen.

Die Ersatzbeschaffung eines neuen Fahrzeuges zähle neben Einsätzen und Übungen zu einer speziellen Herausforderung des „normalen“ Feuerwehralltags, sagte Jockel. Diese beinhalte, den Spagat zwischen den Interessen und Wünschen der Abteilung auf der einen sowie die Budget- und Kostenfrage auf der anderen Seite in Einklang zu bringen. Für die Anschaffung des neuen Löschgruppenfahrzeuges „LF 20“ sei ein gleichnamiger fünfköpfiger Arbeitskreis gegründet worden. Dieser Arbeitsgruppe oblag mit hohem Zeitaufwand insbesondere auch die Ausschreibung des neuen „LF 20“, nachdem mehrere Fahrzeuge verschiedener Hersteller als Vorführwagen in Lauda besichtigt wurden.

„Ganz nebenbei“ sei zudem die Ersatzbeschaffung des Gerätewagens Transport (GW-T) auf der Agenda gestanden. Und es galt, die Einweisung und Übung der Maschinisten sowie der Mannschaft auf die beiden Neufahrzeuge vorzubereiten, würdigte Jockel alle Beteiligten.

„Erschwerend kam hinzu, dass eine Einweisung und Ausbildung in die neuen Fahrzeuge durch die Covid-19-Lage nicht wie üblich möglich waren, sondern im Rahmen eines neuen Konzepts nur in Kleinstgruppen“, berichtete der Abteilungskommandant. „Diese Herausforderung wurde ebenfalls mit Bravour gemeistert, die Ausbildung innerhalb kurzer Zeit adäquat, professionell als auch mit einem sehr hohen Maß an Sorgfältigkeit und Präzision gewährleistet.“ Ganz besonders dankte Jockel der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat. „Ohne Zustimmung des Gemeinderates, der in den letzten Jahren den Bedarf an Ausbildung, Personal, Gerätschaften und Ausrüstung erkannt hat, würden diese beiden Fahrzeuge heute nicht hier stehen.“

„Gute Technik ist nicht alles, aber ohne gute Technik ist alles nichts“, meinte Bürgermeister Dr. Lukas Braun. Das LF 20 ersetze das bisherige Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 aus dem Jahre 1984 und diene vorwiegend der Brandbekämpfung sowie als ergänzendes Fahrzeug zur technischen Hilfeleistung, berichtete der Bürgermeister. Beim GW-T handele es sich um ein Logistikfahrzeug mit Wechselbeladung, das je nach Einsatzstichwort individuell mit Rollcontainern bestückt werden könne. Dieser Gerätewagen ersetze ein Vorgängerfahrzeug, das ursprünglich gebraucht angeschafft und in kompletter Eigenleistung zum Feuerwehr-Lkw ausgebaut worden sei sowie nach Laufleistung von rund 400 000 Kilometern nun ausgetauscht werde, um der Bevölkerung ein hohes Maß an Sicherheit bei Brand und Gefahr zu bieten, so der Rathaus-Chef.

„Mit der Anschaffung beider Neufahrzeuge wird die hohe Einsatzbereitschaft der Feuerwehr Lauda-Königshofen nicht nur aufrechterhalten, sondern noch weiter ausgebaut. Dank der professionellen Ausstattung ist die Abteilung Lauda gut für die Zukunft gerüstet“, zeigte sich Braun überzeugt.

Die Bedeutung des Ehrenamtes bei der Feuerwehr hob Heiko Wolpert hervor, der als Stellvertreter des Kreisbrandmeisters Andreas Geyer gekommen war. „Ich möchte darauf hinweisen, dass dieses Ehrenamt nicht vergleichbar ist mit den vielen anderen Ehrenämtern, ohne die unsere Gesellschaft zweifellos ärmer wäre und nicht funktionieren würde“, erklärte Wolpert. „Vielmehr übernehmen die Feuerwehr-Mitglieder eine Pflichtaufgabe zur Erfüllung nach Weisung für die Kommune. Und dies nicht, wenn es gerade passt, sondern an 365 Tagen und rund um die Uhr.“ Daher gelte es zum Wohle der Sicherheit dieses wertvolle Gut einer Freiwilligen Feuerwehr zu pflegen.

„In der Bevölkerung wird ihre ehrenamtliche Leistung von vielen als selbstverständlich angesehen. Zudem müssen sich die Feuerwehr-Angehörigen bei Übungen oder Einsätzen teilweise sogar dumme Sprüche anhören. Das erzeugt zwangsläufig auf Dauer Unverständnis und Unmut, den wir uns nicht leisten können“, kritisierte Wolpert mit barschen Worten. „Die Stadt Lauda-Königshofen verfügt über eine leistungsfähige, schlagkräftige und engagierte Feuerwehr, die sich immer weiterentwickelt“, resümierte er.

„Die Bürger können dankbar sein, dass dem Gemeinderat und der Verwaltung eine leistungsfähige Feuerwehr äußerst wichtig ist. Gleichzeitig bedeutet dieser Rückhalt auch eine Wertschätzung der Wehr sowie derer Mitglieder und Leistungen“, unterstrich Stadtkommandant Jürgen Segeritz. Dies belege auch die Neubeschaffung von insgesamt 15 Fahrzeugen innerhalb der vergangenen drei Jahren. Damit seien bislang bereits 80 Prozent der Anforderungen aus dem Feuerwehr-Bedarfsplan erfüllt. Darüber hinaus zählte Segeritz den gegenwärtigen Bau des Hauses der Abteilung Messelhausen, technische und infrastrukturelle Modernisierungen an den Gebäuden der Abteilungswehren sowie deren neue Schutzbekleidungen als weitere Auffrischungen auf. „Dies ist eine Motivation für alle Aktiven und eine sehr gute Voraussetzung für das Leisten ihrer Dienste“, prognostizierte Segeritz.

Die Investitionssumme für das LF 20 bezifferte er mit etwa 430 000 Euro und für den GW-T mit 210 000 Euro. Davon seien insgesamt 147 000 Euro durch das Land bezuschusst worden.

Zum Abschluss segnete Ralph Walterspacher, Pfarrer der katholischen Seelsorgeeinheit Lauda-Königshofen, die beiden Neufahrzeuge.

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