Lauda / Königshofen

Realschule Gemeinderat beauftrage Architektenbüro AV1 mit weiteren Planungen bei der Erweiterung des Gebäudes

Bildungseinrichtung „aus einem Guss“

Ein Campus, um den sich die Schulgebäude gruppieren – so stellen sich die Planer den Umbau am Schulzentrum in Lauda vor.

Lauda-Königshofen. Die Raumnot an der Josef-Schmitt-Realschule ist groß – und sie könnte bald behoben werden. Lichte Zimmer, die multifunktional zu nutzen sind, dazwischen offene Bereiche mit Aufenthaltsqualitäten: So stellen sich Professor Michael Schanné vom Büro AV 1 Architekten aus Kaiserslautern und Luca Kist vom Büro HDK Dutt & Kist Landschaftsarchitekten (Saarbrücken) die künftige Gestaltung vor. Ihre Büros haben den Planungswettbewerb der Stadt gewonnen. Nun präsentierten die beiden ihre Vorentwürfe dem Gemeinderat bei der Sitzung am Montag in der Stadthalle Lauda. „Am Ende hat sich ein Entwurf durchgesetzt, der auch bei den Schulleitungen auf Gegenliebe stößt“, machte Bürgermeister Dr. Lukas Braun bei der Einleitung deutlich.

Ein Gebäude für das 21. Jahrhundert soll es werden, das aber auch die vorhandenen baulichen Möglichkeiten aufnimmt. „Wir wollen eine Schule entwickeln, die den Bestand respektiert und erweitert“, so das Ziel von Professor Schanné. Für ihn ergeben sich aus der vorhandenen Struktur Chancen für neue offene Lernräume, für ein lichtes Gebäude mit Platz, der vielfältig genutzt werden kann. Nicht nur Räume zum Arbeiten, sondern soziale Räume und große Freiräume will er schaffen. Landschaftsarchitekt Luca Kist sprach von einem ambitionierten Projekt als Symbiose zwischen Hochbau und Freianlage.

Die beiden Türme und der Verwaltungstrakt bekommen keinen Anbau, der als vierter Teil gelten kann, sondern verschmelzen durch Vorbauten und multifunktionale Flächen zu einer Einheit. Eingearbeitet wurde in den Entwurf auch die Topografie durch die Hanglage. Durch Aufzüge ist die Barrierefreiheit in allen Geschossen gewährleistet.

Barrierefreiheit durch Aufzüge

Für die Realisierung des Sieger-Entwurfs gibt es nur wenige Eingriffe in die Altsubstanz. Allerdings muss ein Neubau, der in den 1990er Jahren errichtet wurde, weichen. Dort fehlt ein zweiter Fluchtweg, eine „Nachbesserung“ wird nicht als sinnvoll erachtet. „Wir opfern dieses Gebäude“, erklärte Stadtbaumeister Tobias Blessing.

„Im Sommer ist es tropisch heiß und im Winter kalt“, machte Stadtrat und Schulleiter Jochen Groß deutlich, dass dieses Gebäude nur ungern genutzt wird. Er ist vom Entwurf begeistert, der Aufenthaltsmöglichkeiten, Sitzecken und Platz für Lerngruppen vorsieht. „Das wird eine Schule aus einem Guss. Ich hätte nicht gedacht, dass dies möglich ist“, freute er sich über eine „Schule mit Zukunft“ und eine künftig hohe Aufenthaltsqualität.

Angetan vom Vorschlag der Architekten waren alle Gemeinderäte. Spannend war für sie die Kostenfrage. Darüber gaben Schanné und Stadtbaumeister Tobias Blessing – trotz mehrfacher Nachfrage – keine Auskunft.

Derzeit habe man nur einen Entwurf. Eine Kostenschätzung werde es erst Ende des Jahres geben. Ziel sei aber, mit den zur Verfügung stehenden Geldern das Maximale zu erreichen.

Baubeginn 2023

Begonnen wird das Bauprojekt, das später auch auf die Grundschule Süd ausgedehnt werden soll, frühestens 2023, mit einer Fertigstellung ist 2025 zu rechnen. Mit der Beauftragung des Architekturbüros AV1 Architekten und der Freianlagenplanung durch das Büro HDK Landschaftsarchitekten als einstimmigen Beschluss sollen nun die weiteren Schritte angegangen werden. Nach dem Entwurf folgt die Kostenschätzung sowie Werkplanung.

Nach Aussagen von Tobias Blessing ist mit den Vergaben ab 2023 zu rechnen. Professor Schanné geht von einer Bauzeit von rund zwei Jahren aus.

Das Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) am Standort Lauda soll in der Sommerpause einen neuen Schulserver und Wlan erhalten. „Das ist ein weiteres Mosaiksteinchen in der Umsetzung des Digitalpakts Schule“, machte Sabine Baumeister, Leiterin des Fachbereichs 1 im Rathaus, deutlich. Rund 30 000 Euro sind für Hardware und Inbetriebnahme vorgesehen. Die Vergabe soll in den Sommerferien erfolgen. Der Gemeinderat stimmte der außerplanmäßigen Ausgabe von 20 000 Euro zu. 10 000 Euro sind im Haushalt eingeplant.

Zudem will man eine Förderung aus dem Digitalpakt Schule beantragen. Über diesen Server soll später auch die angrenzende Grundschule Süd digital angebunden werden, wurde betont.

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