Lauda / Königshofen

Mini-Messe Organisatoren und Aussteller zogen ein positives Fazit / Miniformat kam gut an

Besucherresonanz überraschend gut

Archivartikel

Eine insgesamt zufriedene Bilanz ziehen Organisatoren, Verantwortliche und Aussteller der „Königshöfer Mini-Messe“, die an diesem Wochenende zu Ende geht.

Königshofen. Es war wohl eine der ungewöhnlichsten und zugleich längsten Messen in Königshofen: An diesem Wochenende erfährt die „Königshöfer Mini-Messe“ ihre letzte Etappe der insgesamt sechswöchigen Laufzeit. Nachdem die Königshöfer Messe, die auf eine über 600-jährige Tradition zurückblicken kann, heuer aufgrund der Coronapandemie abgesagt werden musste, hatten sich die Verantwortlichen und Organisatoren der Stadt Lauda-Königshofen sowie beider örtlichen Sportvereine dazu entschlossen, an den Wochenenden vom 17. bis 27 September zumindest eine „Mini-Messe“ zu veranstalten. Damit sollte – unter Wahrung der geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen sowie sonstigen Auflagen –wenigstens für einen Hauch von Messeflair in Königshofen gesorgt werden.

Jeweils drei Marktbetriebe da

Auf der „Mini-Messe“ offerierten jeweils drei traditionsreiche Marktbetriebe unter anderem „messeübliche“ Süßwaren, Softeis, Gewürze sowie Gürtel, Uhren und Schmuck an. Sowohl der TV Königshofen in seiner Sporthalle als auch der SV Königshofen in seinem Sportheim nebst Außenterrasse kredenzten eine breite Auswahl an Messetraditionsgerichten. Zusätzlich gab es ein Rahmenprogramm wie etwa ein Festgottesdienst und das Verlesen eines Teils der historischen Königshöfer Markturkunde aus dem Jahr 1530 am ersten Sonntag sowie Fußballveranstaltungen an beiden Wochenenden jeweils auf dem SVK-Sportplatz.

Aufgrund der positiven Besucherzahlen und um weiteren zumeist vieljährigen Messestandinhabern in Coronazeit eine Einnahmequelle zu ermöglichen, entschieden Marktmeister Marco Uhlich und weitere Verantwortliche der Stadt Lauda-Königshofen, die „Königshöfer Mini-Messe“ bis einschließlich des letzten Oktoberwochenendes zu verlängern.

Mit der Nachfrage zufrieden zeigte sich beispielsweise Sonja Eckl-Gruber aus München, die am vorletzten Wochenende in ihrer „Little Food Box“ bei der verlängerten „Königshöfer Mini-Messe“ asiatische Nudelgerichte servierte, nachdem ihre eigentliche Premiere auf der Königshöfer Messe bedingt durch Corona ausfallen musste.

Stamm- und Laufkundschaft

„Unsere Stammkundschaft hat uns nicht im Stich gelassen, hinzu kam etliche Laufkundschaft“, berichtete Traiko Sawitsch aus Rengershausen, der mit italienischer Qualitätsmodewaren wie etwa Damenoberbekleidung, Schals und Mützen am vergangenen Wochenende gastierte. Sein Stand, den er vor rund zwei Jahrzehnten von seinen Eltern übernommen hat, gehört seit über 35 Jahren zu den Königshöfer Messegeschäften. Zusätzlich im Angebot hatte Sawitsch bedingt durch die momentane Situation Mund-Nasen-Masken in verschiedenen, modischen Designs.

„Besser als gar nichts“, meinte er positiv über die bescheidene kleine Messe. Zugleich dankte Sawitsch ebenso wie Eckl-Gruber und weitere Marktstandbetreiber dem Marktmeister und der Stadt Lauda-Königshofen sowohl für die Durchführung der „Mini-Messe“ als auch ihrerseits dabei berücksichtigt worden zu sein.

Denn wie bundesweit allen Markt- und Messeunternehmer seien dieses Jahr aufgrund der Coronapandemie gleichsam den „Marktständlern“ der Königshöfer Messe zumindest die meisten oder sogar weitgehend alle Einnahmemöglichkeiten weggebrochen.

Dazu zählte auch der mobile Verkaufswagen des Schaumwaffelproduzenten Stüß & Wenderoth aus Hessisch-Lichtenau (Werra-Meißner-Kreis). Der nordhessische Familienbetrieb ist seit rund sechs Jahrzehnten Stammgast auf der Königshöfer Messe und hat seither von Jung bis Alt sowie bereits mehreren Generationen hochqualitative Schaumwaffelprodukte in verschiedensten Varianten genießen lassen.

„Vor allem viele Stammkunden haben uns auch in diesem Jahr trotz Corona und etwas eingeschränkterer Angebotsvielfalt die Treue gehalten“, bestätigte Inhaberin Marie Luise („Marli“) Wenderoth, die ebenfalls schon seit mehreren Jahrzehnten regelmäßig auf der Königshöfer Messe verweilt sowie dortigen Besuchern und Kunden aus Nah und Fern weithin bekannt ist. „Die Kunden geben viel Kraft und Mut sowie zeigen viel Disziplin und Verständnis“, konstatierte sie.

Zulauf von Tag zu Tag gesteigert

„Der Zulauf hat sich von Tag zu Tag gesteigert“, vermeldeten Daniel Asmuß und Sohn Justin, die seit 2017 auf der Königshöfer Messe die Café-Restaurant-Weinlaube „Gänseliesel“ betreiben. Einerseits habe heuer auf der „Mini-Messe“ lediglich ein verringertes Angebot präsentiert werden können, andererseits jedoch immerhin mit verschiedenen Grillspezialitäten sowie in einem kleinen Pavillonzelt nach Entwicklung eines speziellen Hygienekonzeptes und Einbahn-Wegesystems.

Auch viele Kunden und Besucher äußerten sich erfreut über die „Mini-Messe“ in Königshofen. „Ein sehr schönes Angebot in dieser Coronazeit. Zudem können auf diese Weise die Messe- und Marktbetriebe einigermaßen unterstützt werden“, meinte exemplarisch Dominik Schmeiser aus Bad Mergentheim, der am vergangenen Samstag zum zweiten Mal die Veranstaltung besuchte, von der er in sozialen Medien als kleiner Ersatz für die abgesagte Königshöfer Messe erfahren hatte, die er ansonsten wie jedes Jahr aufgesucht hätte.

„Die Absage der Königshöfer Messe als eines der größten Volksfeste der Region hat alle Beteiligten, darunter auch die Markthändler und Schausteller, hart getroffen. Gemeinsam haben wir überlegt, wie wir die Marktbeschicker, deren Einnahmen vollständig weggebrochen sind, in diesen schweren Zeiten unterstützen können. Das Ergebnis dieser Überlegungen war die Durchführung einer kleinen, mehrwöchigen ‚Mini-Messe’ mit einigen bekannten Markthändlern, die mit dem Volksfest teils seit Generationen eng verbunden sind. Der Dank gilt allen, die von diesem breitgefächerten Angebot Gebrauch gemacht haben“, unterstrich Bürgermeister Dr. Lukas Braun.

Identifikation und Emotion

„Ich bin zum einen dankbar, dass wenigsten in diesem kleinen Format ein Messebetrieb stattfinden konnte, sowie zum zweiten äußerst positiv überrascht, insbesondere auch über die nicht nur regen Besucherzahlen aus Königshofen, sondern gleichfalls aus der ganzen Region“, resümierte Marco Uhlich. „Dies sowie das Herzblut beider lokaler Sportvereine an den ersten zwei Wochenenden als auch das Engagement der Standbetreiber hat belegt, wie viel Identifikation und Emotion mit der Königshöfer Traditionsmesse verbunden sind“, betonte der Marktmeister vor dem abschließenden Wochenende.

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