Lauda / Königshofen

Leserbrief Zu „Baustellen behindern freie Fahrt“ (FN, 14. November)

„Bei Planungen im Radwegbereich oft Radfahrlaien am Werk“

Archivartikel

Ich muss Stefan Heidrich bei seiner Kritik zum Umgang mit Radfahrern völlig Recht geben. Dass die meisten Baustellen unvermeidlich sind, steht für mich außer Zweifel. Jedoch die Umleitungsführungen oder -strecken zeigen für mich eindeutig, dass deren Planer wohl keine Radfahrer sind und das entsprechende Verständnis fehlt.

So waren und sind die Umleitungsausschilderungen im Bereich Pfarrstraße den ganzen Sommer über doch sehr verwirrend und etliche Radtouristen haben in Lauda Richtung Tauberbischofsheim den Weg nur schwer gefunden. Für mich ist unverständlich, warum die Pfarrstraße bei der Firma Lauda den gesamten Sommer über für Radfahrer gesperrt war, obwohl mit der Ampelregelung die meiste Zeit wohl eine Durchfahrt möglich gewesen wäre (für Autofahrer sowieso). In Königshofen im Bereich der Firma Hofmann wurde teilweise ein neuer Belag für die Umleitungsstrecke aufgebracht. Aber ab der Bebauung jedoch ist es die reinste Holperstrecke. Eine einfache zusätzliche leichte Asphaltdecke hätte hier Abhilfe schaffen können. Das so etwas möglich ist, sieht man an der Asphaltierung vom Ölberg Richtung Weißes Bild in Lauda.

Auch da gebe ich Stefan Heidrich Recht: Würde den Autofahrern ein ganzes Jahr so eine Umleitung zugemutet, wäre der Aufschrei groß, bzw. hätten die Behörden es erst gar nicht so weit kommen lassen.

Die Krönung ist aber nun wirklich die Umleitung über die Kasernenstraße. Warum führt man die Umleitung nicht über Marbach? Vom Messegelände in Königshofen führt ein Weg dahin –zwar nur grob asphaltiert, aber vertretbar. Und von Marbach führt ein Radweg nach Lauda. Und wenn schon über die Kasernenstraße, was aber in heutigen Zeiten, in denen viele Autofahrer mehr auf ihr Smartphone als auf die Straße schauen, für Radfahrer lebensgefährlich sein kann, dann muss dort die Geschwindigkeit reduziert werden. Die Aussage der Behörde, „eine Geschwindigkeitsbeschränkung ist nicht zulässig“, halte ich für willkürlich. Das zeigt meines Erachtens wieder ganz eindeutig, wo in unserer Verkehrsbehörde selbst in der heutigen Zeit nach wie vor die Prioritäten liegen, nämlich beim Autoverkehr. Spätestens nach dem ersten schweren Unfall käme das große Erwachen.

Die Stadtverwaltung Lauda-Königshofen bedauert nur die Steigungen über die Kaserne. In Zeiten, in den die meisten elektrisch unterwegs sind, ist das wohl nicht das Problem, sondern die Konkurrenz mit den Pkw oder Lkw. Dass bei den Planungen im Radwegebereich insgesamt oftmals Radfahrlaien am Werk sind, sieht man darüber hinaus nach wie vor an den zahlreichen nicht barrierefreien Übergängen.

Zum Thema