Lauda / Königshofen

Ehemaliges Kloster Unterirdischen Gang bei Kanalarbeiten angegraben / Landesamt für Denkmalpflege reagiert

Bauarbeiten kurz eingestellt

Archivartikel

Für kurze Zeit waren die Bauarbeiten im Bereich des ehemaligen Klosters in Gerlachsheim eingestellt. Wohl aus Versehen war dabei ein unterirdischer Gang angegraben worden.

Gerlachsheim. „Im westlichen Außenbereich des ehemaligen Prämonstratenserklosters in Gerlachsheim – ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung nach Paragraf 28 Denkmalschutzgesetz – wurde bei Kanalarbeiten ein unterirdischer Gang angegraben“, bestätigt Julia Kässer, Pressesprecherin des Regierungspräsidiums Stuttgart, auf Anfrage den Fränkischen Nachrichten.

Bis zu zwei Meter breit

Der ungefähr eineinhalb bis zwei Meter breite Gang beginne am Keller des westlichen Kreuzgangflügels und ende nach ungefähr zehn bis zwölf Metern im Bereich des Vorplatzes. Zum Keller hin existiere eine kleine Öffnung, die jedoch aufgrund von Bauschutt, Holzresten und alten Kabeln nicht begehbar sei.

„Der Fund wurde gemäß den baurechtlichen Auflagen von der Stadt Lauda-Königshofen umgehend dem Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart gemeldet. Bis zur Klärung des Sachverhalts ruhten die Arbeiten auf Veranlassung des Vorhabenträgers“, teilt Kässer weiter mit. Ein baurechtlich verordneter Baustopp sei nicht vonnöten gewesen. Nachdem gewährleistet gewesen sei, dass „der Gang in seiner Bausubstanz nicht beeinträchtigt wird und die Verfüllung reversibel erfolgt“, hätten die Arbeiten fortgesetzt werden können. Danach werde der Gang nun im Bereich der aktuellen Gewölbekappung seitlich abgemauert und der Zwischenbereich mit Schotter verfüllt.

Zum Alter und zur Funktion des Gangs lägen trotz eingehender Prüfung noch keine genaueren Informationen vor. Die inventarisatorische Prüfung dauerte derzeit allerdings noch an.

„Bislang kann aufgrund der Verbindung zum Keller von einem baulichen Zusammenhang mit dem Kloster ausgegangen werden. Vermutlich handelt es sich um einen Kanal zur Entwässerung des Klosterareals“, lässt die Sprecherin der Stuttgarter Behörde abschließend verlauten.

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