Lauda / Königshofen

Heimatgeschichte Bürgermeister Thomas Maertens übergibt neugestalteten Mühlenplatz an die Oberlaudaer Vereine / Blick in die Vergangenheit

Aus Hinterhof wurde Sehenswürdigkeit

Mit einem gemeinsamen Fest feierten die Oberlaudaer Vereine jetzt die Fertigstellung und Übergabe des Mühlenplatzes.

Oberlauda. Vor zwei Jahren war rechtzeitig zur 1275-Jahrfeier das Mühlrad komplett saniert worden, jetzt war der dadurch auch frei gewordene Platz am Mühlrad selbst an der Reihe und die örtlichen Vereine hatten dazu eine kleine Einweihungsfeier organisiert. Das Wetter spielte auch noch mit und so hieß Fabian Bayer auf und vor dem historischen Platz besonders Bürgermeister Thomas Maertens mit Frau, Stadtbaumeister Blessing, die Familie Dosch als Mühlenbesitzerfamilie und die Vertreter der an dieser Feier beteiligten örtlichen Vereine willkommen.

Bürgermeister Maertens betonte, dass mit der Neugestaltung des Mühlradplatzes ein nächstes gemeinsames Projekt in Oberlauda realisiert worden sei. Mitgeholfen hatten dabei alle, von den Einwohnern über die Stadtverwaltung bis hin zum Bauhof. Trotz teilweise unklaren Eigentumsverhältnissen beim Platz standen selbst offene rechtliche Fragen der Baumaßnahme nicht im Weg. Bis auf wenige Verschönerungsarbeiten in Randbereichen wurde somit nun alles fertiggestellt.

Frithjof Spänkuch erinnerte als Vorsitzender des Heimat- und Kulturvereins an die allgemeine Bedeutung von Mühlen in früheren Zeiten. In Oberlauda wurde die Mühle nachweislich 1343 erstmals urkundlich erwähnt, dürfte zu diesem Zeitpunkt allerdings schon viel länger existiert haben. Über Jahrhunderte hinweg befand sie sich, mit Ausnahme des Dreißigjährigen Krieges, bis 1669 im Eigentum des Bistums Würzburg. Der Fürst von Leiningen war danach der letzte herrschaftliche Besitzer.

1917 Betrieb eingestellt

1840 erwarb die Familie Umminger die Mühle mit dem dazugehörenden Wasserrecht. Von 1906 bis 1915 hatte die Mühle verschiedene Besitzer, 1917 wurde der Betrieb eingestellt, bzw. sie danach nur noch gelegentlich genutzt.

Bis 1847 war das Mühlrad eine Holzkonstruktion mit 7,20 Metern Durchmesser, ab 1896 eine Eisenkonstruktion mit 10,60 Metern Durchmesser. Diese wurde 1906 durch eine weitere Eisenkonstruktion mit 8,50 Metern Durchmesser ersetzt, die nach der gründlichen Sanierung vor zwei Jahren auch heute noch existiert. Eine Zwischenrenovierung 1978 hatte immerhin dazu geführt, dass sich das Mühlrad in den nachfolgenden Jahren bei den Straßenfesten des Fußballvereins immer wieder drehte. Ein Problem früher wie heute war dabei zweifellos noch die etwa 25 Meter lange Wasserzuleitung vom Mühlkanal bis zum Rad.

Der Scheunenabriss vor bzw. unterhalb des Rades war schließlich der Auslöser für die neue Platzgestaltung mit wetterfester Pflasterung. Aus einem engen Hinterhof war eine Sehenswürdigkeit geworden, die zum Verweilen einlädt. Spänkuchs Dank galt deshalb, neben den bereits erwähnten Beteilgten, auch den damals zuständigen Stadträten Werner Kilb und Jochen Groß, der Familie Dosch und den beteiligten Firmen Metallbau Hefner und Faul & Bethäußer.

Einen festen Platz an der Mühle dürfte auch die Oberlauda Fahne bekommen, die Werner Krämer dem Heimat- und Kulturverein überreichte. F. Dosch plant zusätzlich, im dazu erworbenen Nachbargebäude, der Zugang ist dabei ausschließlich über den Mühlradplatz möglich, ein kleines Museum einzurichten.

Rainer Ebert erbat schließlich in Vertretung der Geistlichkeit und im Namen der Seelsorgeeinheit Lauda-Königshofen Gottes Segen für den neuen Platz, bekräftigt wurde dieser Wunsch mit einem gemeinsam gebeteten „Vater unser“.

Danach war Gemütlichkeit pur angesagt, die nach einbrechender Dunkelheit noch mit Farbstrahlern für das Mühlrad und den Platz optisch untermalt wurde.

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