Lauda / Königshofen

Neubaugebiete Lauda-Königshöfer Bürgerparlament setzt die Verkaufspreise fest

An den Baupreisen scheiden sich die Geister

Archivartikel

Lauda-Königshofen.Bei zwei Gegenstimmen verabschiedete der Gemeinderat die Verkaufspreise für die Grundstücke in drei Neubaugebieten wie folgt: „Schreier III“ in Marbach auf 99,50 Euro/Quadratmeter, „Lerchenbaum, zweiter Bauabschnitt“ in Messelhausen auf 85 Euro/Quadratmeter und „Herbstwiesen“ in Oberbalbach auf 90 Euro/Quadratmeter“. Zudem soll es jeweils einen Kindernachlass von 3000 Euro ab dem ersten Kind geben.

Angelika Tolle-Rennebarth begründete ihre ablehnende Haltung unter anderem damit, dass damit die im Grundsatzbeschluss 2009 gefasste Richtlinie „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ torpediert werde, ebenso das 2016 dazu beschlossene Förderprogramm. Weitere Siedlungen am Stadtrand oder auf der grünen Wiese sollten „der absolute Ausnahmefall“ bleiben.

Für Kostendeckung

Da die Kommune auch einen Kindernachlass gewähre und die Bauwilligen mit Kindern zudem das Baukindergeld des Bundes in Höhe von 12 000 Euro pro Kind durch die zügige Umsetzung der Erschließung nutzen könnten, sollte ein kostendeckender Verkaufspreis angesetzt werden, anstatt mit Steuergeldern zu subventionieren, kritisierte die Stadträtin weiter. Annette Vogel, die ebenfalls mit Nein votierte, mahnte an, „alle Ortsteile gleich zu behandeln“.

„Ungleichbehandlung“

Die Geister hatten sich an dem Umstand geschieden, dass Bauwillige in Marbach einen deutlich höheren Quadratmeterpreis entrichten müssten als in anderen Teilorten. Hartmut Schäffner hatte zuvor in der Bürgerfragestunde ebenfalls den Preis für Marbach kritisiert. Er sprach von einer „Ungleichbehandlung der Stadtteile, die so nicht hinnehmbar ist“ und forderte, „die Interessen Marbachs besser wahrzunehmen“.

Bürgermeister Thomas Maertens hingegen verteidigte den Preis für Marbach wegen der vorzüglichen Lage. In Lauda, auf der anderen Seite des Taubertals, sei das Niveau ähnlich hoch.

Marco Hess meinte, in Sachen Bauplätze sollten sämtliche Ortsteile partizipieren, um überall auch künftig eine positive Entwicklung zu gewährleisten. Er bezeichnete das Ganze als „eine Art Familienförderung“.

Nicht zu vergleichen

Dorothee Walter mahnte an, dass in dieser Hinsicht Messelhausen nicht mit Marbach verglichen werden könne, das von seiner Lage an der Tauberachse profitiere. Immobilien in Marbach hätten deswegen einen weitaus höheren Wert als zum Beispiel in Messelhausen, das strategisch recht ungünstig liege. Im Übrigen, so Walter weiter, wehre sie sich gegen die Aussage, dass Außenentwicklung betrieben werde. In Messelhausen sei dies überhaupt nicht der Fall, es sei vielmehr lediglich eine Lücke geschlossen worden.

Für Dr. Hans Dieter Heinrich entscheidet „die Lage übe den Wert einer Immobilie“. Marbach bezeichnete er als „Toplage“, Messelhausen hingegen sei in dieser Beziehung „benachteiligt“.

„Windige Geschichte“

Siegfried Neumann nannte den Kindernachlass „eine windige Geschichte“. Er stelle die Sinnhaftigkeit der 3000 Euro pro Kind in Frage. Denn es drohe die Gefahr, dass sich die Kommunen gegenseitig die jungen Familien abjagten. Er fände es eine bessere Unterstützung, wenn zum Beispiel die Kosten für Kindergarten oder Kita komplett wegfallen würden.

„Eine gerechte Lösung wird es sicher nicht geben“, beendete Hubert Segeritz die Diskussion. „Die Randgebiete benötigen unsere Unterstützung.“ Deswegen müsse ein Kompromiss gefunden werden, mit dem alle leben könnten.

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