Lauda / Königshofen

Aufbereitungsanlage Auf Initiative von Bürgermeister Braun traf sich wieder der Gesprächskreis

Alternativstandort weiter im Blick

Lauda-Königshofen.Auf Initiative von Bürgermeister Dr. Lukas Braun traf sich der Gesprächskreis zur in Gerlachsheim geplanten Anlage des Unternehmens Konrad Bau abermals. Anwesend waren Eleonore Seubert und Gerold Sondej von der Gerlachsheimer Bürgerinitiative, Eberhard Köhler und Christine Reutter von Konrad Bau, Hubert Segeritz und Andreas Schäffner als Vertreter der FBL-Fraktion, Norbert Groß und Marco Hess seitens der CDU-Fraktion, Siegfried Neumann und Jochen Groß für die SPD/FB-Fraktion sowie Bürgermeister Braun und Stadtbaumeister Tobias Blessing.

Vorgehensweise erörtert

Neben der inzwischen vom Landratsamt angeordneten Tempo-30-Regelung in der Würzburger Straße wurde vor allem die weitere Vorgehensweise zur Suche nach einem Alternativstandort erörtert. Braun wies darauf hin, dass die gemeinsamen Bemühungen sich einer kritischen Phase näherten.

Da im März 2021 ein neuer Landtag zu wählen ist, werde die zur geplanten Anlage laufende Petition noch vor den Wahlen beschieden werden.

Das Regierungspräsidium werde sich daran anschließend zu den anhängigen Widersprüchen entscheiden. Und Konrad Bau habe nie einen Hehl daraus gemacht, von seinem Baurecht zügig Gebrauch machen zu wollen, um einen schnellen Markteintritt zu sichern, sagte Braun. Er plädiere jedoch an alle Seiten, die gemeinsamen Bemühungen in jedem Fall über diesen Herbst hinaus fortzusetzen – auch dann, wenn Konrad Bau einstweilen am Standort Pfützenäcker beginne, betonte Braun.

Köhler bestätigte, mit den Arbeiten an der geplanten Anlage noch in diesem Jahr beginnen zu wollen. „Wir sind jedoch weiterhin ernsthaft daran interessiert, die gemeinsame Suche nach einem Alternativstandort fortzusetzen. Deshalb bieten wir als freiwillige Selbstverpflichtung an, die neue Anlage für einen Zeitraum von fünf Jahren mit einer auf höchstens 50 000 Jahrestonnen verarbeitetem Bodenabfall begrenzten Kapazität zu betreiben,“ unterstrich Köhler. Diese Menge entspreche der ursprünglichen Beschlusslage des Gemeinderates wie auch dem Kompromissangebot von 2019.

Aus vielen Gründen ungeeignet

Die Bürgerinitiative forderte abermals, die Anlage auf keinen Fall im Gebiet „Pfützenäcker“ zu errichten, und unterstrich, dass der Standort aus vielen Gründen ungeeignet und politisch nicht mehr vermittelbar sei. In der Realisierung eines alternativen Standortes sieht die Bürgerinitiative für alle Beteiligten die einzige Lösung des Konflikts. Sollte Konrad Bau, wie angekündigt, noch in diesem Jahr beginnen, sehe die Bürgerinitiative die Gefahr, dass ein weiterhin gemeinsames Vorgehen nicht mehr möglich sein könnte.

Die Bürgerinitiative brachte zum Ausdruck, dass sie die gefällten Urteile der Gerichte respektiere. Allerdings wies sie darauf hin, dass keines der Gerichte sich mit Klageinhalten befasst hat.

So habe der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim die Kläger (Bürgerinitiative) als nicht antragsbefugt abgelehnt und gleichzeitig die Bewertung der Inhalte dem „unteren Verwaltungshandeln“ überlassen. „Darauf hatten wir unsere Hoffnung gesetzt, wurden bisher aber vom Landratsamt enttäuscht“, sagte Eleonore Seubert.

Rücksprachen gehalten

Braun berichtete, über den Sommer hinweg bezüglich möglicher Alternativstandorte weitere Rücksprachen gehalten zu haben. Hinsichtlich der beiden angedachten Standorte an der Kläranlage komme die Stadt nicht weiter. Hier stehe nicht nur die Hochwasserschutzkartierung im Weg, sondern auch ein regionaler Grünzug sowie der Landschaftsschutz.

Es lohne sich daher nicht, diese beiden Varianten noch weiterzuverfolgen. Grundsätzlich seien noch Alternativen möglich, aber eben nicht binnen kürzester Zeit. „Es ist mir beim besten Willen nicht möglich, innerhalb von nur fünf Monaten eine spruchreife Lösung aus dem Hut zu zaubern“, sagte Braun. Er setze die Prüfung der ursprünglich zehn angedachten Alternativstandorte jedoch fort. stv

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