Lauda / Königshofen

Windkraft Gemeinderat stimmt dem Gestattungsvertrag mit der Firma Abo-Wind auf Gemarkung Heckfeld zu

Allgemeinheit soll von Windrad-Bau profitieren

Archivartikel

Lauda-Königshofen.Es war keine Grundsatzdebatte, ob im Wald bei Heckfeld Windräder gebaut werden dürfen. Die war schon vor zwei Jahren geführt und damals bereits entschieden worden. Bei einer Gegenstimme hatte man im Oktober 2018 für die Schaffung der Konzentrationszone votiert. Nun folgte der nächste Schritt: In der Sitzung des Gemeinderats ging es am Montag darum, „ob man einem der Anbieter einen Pachtvertrag auf einer städtischen Fläche ermöglicht“, erklärte Bürgermeister Dr. Lukas Braun. Bei 16 Befürwortern, neun Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen entschied sich das Gremium, mit der Firma Abo-Wind aus Wiesbaden einen Gestattungsvertrag abzuschließen.

Im Zuge der Änderung des Flächennutzungsplans wurde bei Heckfeld eine Konzentrationsfläche für Windenergieanlagen ausgewiesen. Drei Räder können dort Energie erzeugen. Das Manko: Dafür muss Wald gerodet werden.

Ein möglicher Standort liegt auf dem Gebiet des Stadtwalds. Deshalb wurden die Angebote der drei Anbieter auf ihre Wirtschaftlichkeit genau unter die Lupe genommen. Für die Stadt hat sich die Wiesbadener Firma als am lukrativsten erwiesen. Sollte es zu einem Standort im Kommunalwald kommen, würden bis zu 135 000 Euro Pacht fließen. Dabei gehe man von Anlagen mit einer Gesamthöhe von rund 250 Meter aus, hieß es.

Nach den langen Debatten zu diesem Thema wollte Siegfried Neumann, Fraktionsvorsitzender von SPD/FB, zügig zu einem Verfahren mit dem Anbieter kommen. Er brachte eine Energiegenossenschaft oder eine andere Beteiligungsform ins Spiel und gab der Verwaltung mit auf den Weg, die Verträge in diese Richtung zu lenken. „Die Stadt kann es sich nicht leisten, auf solche finanziellen Möglichkeiten zu verzichten.“

„Scharf auf Windräder im Wald“ ist auch Hubert Segeritz (FBL) nicht. „Aber das Leben besteht aus Kompromissen und wir müssen gesetzlich festgelegte Richtlinien einhalten.“ Deshalb müsse man den Beschluss von 2018, dass Windräder gebaut werden dürfen, nun umsetzen. Für ihn war klar, dass man deshalb versuchen sollte, Einnahmen zu generieren. Andreas Schäffner (FBL) erinnerte daran, dass der Wald schon vor zwei Jahre da war. Damals habe man für die Anlagenbauer Rechts- und Planungssicherheit geschaffen. „Wenn die Allgemeinheit die Windräder anschauen muss, soll sie auch die Pacht erhalten“, fand er.

„Die Aufstellung der Konzentrationszone wurde von uns kritisch begleitet“, kritisierte Dominik Martin (CDU) die Landespolitik. Die damals rot-grüne Landesregierung hatte entschieden, die Vergabe der Flächen von den Regionalverbänden in die Zuständigkeit der Kommunen zu legen. Man habe der Änderung des Flächennutzungsplans schweren Herzens zugestimmt, um keinen Wildwuchs an Windrädern entstehen zu lassen. Martin führte den Artenschutz ins Feld und sprach von einer bedenklichen Entwicklung, dass für Windenergie Bäume weichen müssen. „Bis es einen adäquaten Ersatz für die Stämme gibt, wird es Jahre dauern.“ Ihm ging es auch um die Moral hinter der Sache. Deshalb könne ein Teil der CDU-Fraktion dieser Entscheidung nicht zustimmen.

Heckfelds Ortsvorsteher und Gemeinderat Tobias Sauer versagte dem Beschluss seine Zustimmung. Wichtig war ihm dennoch, das Thema nun abzuschließen. Die Heckfelder müssen in seinen Augen von den Rädern profitieren. Zudem mahnte er an, mit den Planern rechtzeitig auch über die Wiederherstellung von Wegen zu sprechen.

„Das Landesplanungsgesetz mit Vorrang- und Ausschlussflächen für die Windräder war kommunalfreundlicher“, bestätigte auch Bürgermeister Braun. Aber die Stadt könne die neue Gesetzeslage nicht ändern. Wenn man sich weigere, Flächen zur Verfügung zu stellen, würden die Betreiber auf Privatwaldbesitzer zugehen. Auch der Rathauschef plädierte dafür, dass der Ortsteil Heckfeld einen Ausgleich erhält.

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