Lauda / Königshofen

Männergesangverein Eintracht Oberlauda Im Rahmen der Hauptversammlung auf das vergangene Jahr zurückgeblickt

Adam Brunner singt seit 70 Jahren

Die Auszeichnung verdienter Mitglieder stand bei der Jahreshauptversammlung des Männergesangvereins (MGV) Eintracht Oberlauda im Fokus.

Oberlauda. Der MGV hat seit Jahren, wie übrigens viele andere Vereine auch, ein Nachwuchsproblem, das sich wegen der Corona-Pandemie inzwischen zu einem fast schon überlebenswichtigen Thema gemausert hat. Zwar ist man noch singfähig, aber derzeit zum Stillhalten gezwungen.

Auch die fällige Jahreshauptversammlung (JHV) wurde erst nach einer mehrmonatigen Ungewissheit einberufen und nicht im gewohnten Pfarrsaal durchgeführt, sondern im Vereinsraum in der Turnhalle unter Beachtung des hier gültigen Hygienekonzeptes.

Die besonderen Grußworte des Vorsitzenden Raimund Holler galten dabei Wolfgang Runge, dem Präsidenten des Sängerbundes Badisch-Franken (SBF). Üblicherweise singt der Chor zu Ehren seiner verstorbenen Mitglieder ein Lied, in diesem Jahr musste dies beim Gedenken an Bruno Hellinger und Wilhelm Sack durch eine stille Minute ersetzt werden.

Obwohl sich der Berichtszeitraum zwangsläufig gestreckt hat, fiel der Rückblick des Schriftführers Sascha Renk wesentlich kürzer aus als in den Jahren zuvor. Durfte man bis kurz nach dem Jahreswechsel noch von einem Normalzustand reden, war ab März im Verein der absolute Stillstand angesagt. Immerhin ging man im letzten Kalenderjahr noch ganz gewohnt mit einer kleinen Feierstunde in die verdiente Sommerferien, feierte gemeinsam Weihnachten, führte zwei Tages- und ein Mehrtagesausflug durch und nahm an den Jahreshauptversammlungen der Sängergruppe 3 (Lauda) in Königshofen und des Sängerbundes Badisch-Franken in Merchingen teil.

Besonders gelitten hat der Probenbetrieb. Von der freiwilligen Fasnachtspause ging es nahtlos über den Lockdown in die Sommerpause – und ein Neubeginn der Proben ist immer noch nicht abzusehen.

Besonders erfreuliche Nachrichten hatte danach der Kassierer Jürgen Faul auch nicht anzubieten. Der Verein stehe zwar finanziell noch auf gesunden Füßen, aber wegen fehlender Einnahmen habe der Kassenstand von Vorjahr nicht gehalten werden können. Dies hinderte allerdings die Kassenprüfer Horst Groß und Walter Seewald nicht daran, ihm eine korrekte übersichtliche Kassenverwaltung zu bescheinigen. Geringere Einnahmen bedeuteten zwangsläufig nicht unbedingt weniger Arbeit.

Dies wiederum veranlasste Erhard Stephan, die Entlastung des gesamten Vorstands zu beantragen. Er betonte dabei, dass der Zusammenhalt, gerade in der aktuell schwierigen Zeit, besonders wichtig sei. Wenn Vereinsleben wieder möglich ist, dann sei auch das Mitmachen von allen gefordert und der Vorstand wieder gefragt. Die Entlastung erfolgte einstimmig.

Freude auf den Neustart

Für Chorleiter Anton Eder prägt das Chorsingen in einer Gemeinschaft als Kulturform den menschlichen Lebensraum. Wenn sich die gegenwärtige Situation wieder bessere, freue er sich auf den Neustart – und nach seinem gefühlt sei die Zeit dafür irgendwie reif. Man müsse allerdings die entsprechenden politischen und ärztlichen Entscheidungen abwarten und akzeptieren. Sein persönlicher Dank galt seinem Stellvertreter, Vizechorleiter Wolfgang Haas,

„Singen ist ein schönes Hobby und, durch neueste Studien belegt, sogar gesünder als Sport. Sänger leben erwiesenermaßen länger als Nichtsänger. Singen macht Spaß und daran hat auch Covid nichts geändert.“ Mit diesen Worten leitete SBF-Präsident Wolfgang Runge die Ehrung langjährig aktiver Sänger ein. Chöre erfüllten vorrangig einen kulturellen Auftrag und leisteten einen wichtigen Dienst an der und für die Gesellschaft. Dazu brauche es die Bereitschaft der Bürger, hier Sänger, und bei einer entsprechend langen Mitgliedschaft haben es die Betroffenen auch mehr als „verdient“, geehrt zu werden. Bei den aktiven Mitgliedern des MGV waren in diesem Jahr insgesamt 220 Jahre und bei den passiven 250 Jahre zusammengekommen.

Adam Brunner singt seit nun inzwischen 70 Jahren, 34 davon in seiner Heimat Hüttlingen (bei Aalen) und die anderen 36 in Oberlauda. Bei Josef Ohnedorfer, Alois Stephan und Erhard Stephan sind es jeweils 50 Jahre – und diese komplett bei ihrem Heimatverein Oberlauda. Für sie gab es die Ehrenurkunden und -nadeln des Deutsche Chorverbands mit den entsprechenden Jahreszahlen. Gerne holte er auch noch eine weitere Ehrung nach: Reinhard Haas und Günter Ambach gehören seit über 30 Jahren als Schriftführer bzw. Kassierer dem Vorstand der Sängergruppe 3 (Lauda) an und wurden dafür eigentlich auch bei der letzten Hauptversammlung im November 2019 geehrt. Günter Ambach nahm allerdings damals aus gesundheitlichen Gründen die goldene Ehrennadel des SBF nicht entgegen.

Elmar Stephan gehört seit 50 Jahren dem MGV an, einige Jahre davon sogar als Sänger, bei Ernst Ebert und Reinhold Sack sind es jeweils 65 Jahre und bei Bertram Weigand 70 Jahre, davon 60 Jahre aktiv. Sie wurden vereinsintern geehrt, für alle gab es noch je ein kleines Präsent.

Eine kleine Rechenaufgabe stellte Wolfgang Runge am Ende der Ehrungen in den Raum: Wenn man Sänger für ihren ehrenamtlichen Dienst im Chor und für die Allgemeinheit mit dem Mindestlohn von aktuell 9,35 Euro pro Stunde entlohnen müsste, welche Summen kämen da vielleicht bei fünf oder gar sieben Jahrzehnten und etwa 40 zweistündigen Proben pro Jahr plus Auftritten zusammen? Aber glücklicherweise werde in den Chören gesungen, weil es Spaß mache.

Da keine Anträge eingegangen waren,schloss der Vorsitzende Raimund Holler die Versammlung mit dem Hinweis, dass eine Wiederaufnahme der Proben rechtzeitig bekanntgegeben werde. Dies betreffe auch eine eventuelle vereinsinterne Weihnachtsfeier oder alle sonstigen Termine.

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