Landwirtschaft und Natur

Vom Schneeglöckchen bis zur Ixia Wer auf die unterschiedlichen Blühzeiten achtet, erhält einen Frühlingsgarten, der von Februar bis Juli beeindruckt

Viele interessante, unbekannte Schönheiten

Der Herbst ist die Pflanzzeit für frühblühende Zwiebelblumen. Neben Tulpen und Narzissen umfasst das Sortiment noch zahlreiche andere Arten und Sorten. Wer sich etwas Zeit nimmt und durch das eindrucksvolle Angebot an Blumenzwiebeln stöbert, stößt auf interessante Unbekannte, in Vergessenheit geratene Schönheiten und überraschende Neuheiten. Achtet man beim Zusammenstellen der eigenen Favoriten zudem auf die unterschiedlichen Blühzeiten, erhält man einen Frühlingsgarten, der von Februar bis Juli beeindruckt.

Schneeglöckchen (Galanthus) und Krokusse begrüßen als erste das neue Jahr und lassen sich selbst von einer dichten Schneedecke nicht aufhalten. Zweifelsfrei zählen sie zu den bekannteren Zwiebelblumen, doch auch bei ihnen gibt es einiges zu entdecken.

Mit feiner Musterung

So entwickelt das Schneeglöckchen „Flore Pleno“ gefüllte Blütenkronen aus, während der Krokus „Pickwick“ aufgrund seiner feinen Musterung eine Besonderheit ist: Er zeigt dunkle lilafarbene Streifen auf weißem Grund. „Die Knollen der Krokusse kommen auch wunderbar im Halbschatten zurecht, wünscht man sich allerdings eine frühe Blüte, sollte ein sehr sonniges, geschütztes Fleckchen im Garten gewählt werden“, empfiehlt Blumenzwiebelexperte Carlos van der Veek.

Auch Winterlinge (Eranthis hyemalis) und einige Narzissen verbreiten bereits im Februar Frühlingsstimmung, zum Beispiel die zweifarbige und leicht duftende Narcissus tazetta subsp. tazetta.

Im März nimmt gleich eine ganze Reihe an Frühblühern das Gartenzepter in die Hand: Tulpen, Narzissen, Hyazinthen, Schachbrettblumen (Fritillaria meleagris), Balkan-Windröschen (Anemone blanda) und viele mehr. „Eine der Frühsten ist zum Beispiel die wildanmutende Tulpe ‘The First‘. Sie wird nur zehn bis 20 Zentimeter hoch und bietet sich wunderbar für Kombination mit Krokussen an, die zur gleichen Zeit blühen“, sagt van der Veek. „Auch die Narzisse ‘Sailboat‘ sorgt schon zeitig für weiß-gelbe Lichtreflexe im Garten. Besonders schön ist es, wenn ihre Blütenköpfe über einem Meer aus blauen Muscari wippen.“ Etwas unbekanntere Märzpflanzen sind Puschkinien (Puschkinia scilloides), Sibirische Blausterne (Scilla siberica) und Sternhyazinthen (Chionodoxa forbesii). Im Volksmund werden Letztere auch Schneestolz genannt: ein deutlicher Hinweis auf ihre Blütezeit. „Diese drei Zwiebelpflanzen verwildern hervorragend und breiten sich eindrucksvoll im Garten aus“, erklärt der Niederländer.

Im April gesellen sich die filigranen Prärielilien (Camassia leichtlinii) sowie die erheblich kleineren Einblütigen Frühlingssterne (Ipheion uniflorum) zu den Hauptakteuren unter den Zwiebelpflanzen. Beide sind dankbare Gartenpflanze, die Jahr für Jahr wiederkommen und sich bereitwillig vermehren.

Meist kugelrund

Ab Mai imponiert schließlich der Zierlauch mit seinen meist kugelrunden Blütenbällen. Über einen Meter werden die größten Exemplare hoch und zeigen sich in Lila, Violett und Weiß. Niedrigere Sorten gibt es auch in Weinrot und Gelb. „Wer sich etwas Ausgefallenes wünscht, wählt Allium schubertii. Seine Blütendolde erinnert an ein explodierendes Silvesterfeuerwerk“, so van der Veek.

„Einen natürlicheren Look hat dagegen Allium siculum - auch Sizilianischer Honiglauch genannt. Er schmückt sich mit fröhlich baumelnden Glöckchen in einem bunten Farbspiel aus Weiß, Violett und Grün.“

Im Juni zeigen sich bereits die ersten Lilien im Garten. Diese in einer Phase mit Frühlingsblühern zu finden, mag viele Pflanzenfreunde verwirren. Schließlich werden die meisten Lilien erst Anfang des Jahres gepflanzt – nicht aber die Gruppe der Martagon-Lilien. Ihre Zwiebeln sind erheblich empfindlicher gegenüber Trockenheit und müssen nach der Ernte im September schnell wieder in die Erde gebracht werden. Pflanzzeit ist daher bereits der Herbst.

Gartenfreunden auf der Suche nach einem Geheimtipp rät der Experte zur Ixia paniculata „Eos“: „Sie gehört zur Gruppe der Miniaturgladiolen, wird 30 bis 40 Zentimeter hoch und bringt ein zartes Pastellgelb in den Garten. Aus einer Zwiebel wachsen beeindruckend viele sternförmige Blüten – teilweise zählt man an einem Stiel bis zu fünfzehn Stück!“ flu