Landwirtschaft und Natur

Süßkartoffel, Yacon und Topinambur Gemüse aus dem eigenen Garten ist auch in den Wintermonaten beliebt

Tolle Knollen für die kalte Jahreszeit im Angebot

Archivartikel

Veitshöchheim.Gemüse aus dem eigenen Garten ist auch in den Wintermonaten beliebt. Dazu gehören Wurzel- und Knollengemüse. Doch es gibt weit mehr als Kartoffel, Sellerie, Möhre und Co. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen weniger bekannte Arten vor.

Wird es nachts kalt, ist Zeit für die Ernte von Süßkartoffel und Yacon. Topinambur darf noch im Boden bleiben. Winterliche Gerichte mit tollen Knollen aus dem Garten genießt man in der kalten Jahreszeit.

Immer häufiger bauen Gemüseliebhaber die problemlose Süßkartoffel im Garten, im Hochbeet oder in einem breiten Balkonkasten an. Die Ernte erfolgt meist in einem Arbeitsgang, eine frische Ernte – vom Beet in den Kochtopf – wie bei der Kartoffel ist nicht möglich. Frisch geerntete Süßkartoffeln sind nämlich zunächst geschmacklos. Den richtigen Erntezeitpunkt bestimmt der erste leichte Raureif. Dann wachsen auch die Knollen nicht mehr weiter. Mit einer Grabgabel hebt man sie vorsichtig aus der Erde.

Es ist gut, wenn der Boden nicht zu nass ist, dann klebt nämlich weniger Erde an den Knollen. Notfalls die Erde antrocknen lassen und abschütteln. Durch Mäuse angefressenes oder anders geschädigtes Erntegut wird aussortiert und zuerst verwertet. Bis zum „süßen“ Genuss dauert es nun aber noch ein bisschen.

Es folgt das „Curing“, eine zweiwöchige Wärmephase bei gut 24 Grad nach der Ernte: Dies macht die Knollen lagerfähig und wandelt Stärke in Zucker um, was den süßlichen Geschmack ausmacht. Dabei härtet die Schale aus, die Knollen werden haltbar. Danach hebt man die Süßkartoffeln bei zwölf bis 16 Grad auf – moderne Kellerräume, für Kartoffeln viel zu warm, sind für Süßkartoffeln nahezu ideal.

Lust zum Ausprobieren? Dann pflanzt man im nächsten Jahr ab Ende Mai ein paar Pflänzchen. Schnell bedecken sie das Beet mit langen Blätterranken, während sich im Boden die Knollen entwickeln.

Eher unbekannt ist Yacon. Verwandt mit Topinambur, bildet die Pflanze den Sommer über eine imposante Grünpflanze, später erscheinen kleine gelbe Blüten. Unterirdisch bildet sich ein verdickter Wurzelstock. Nach den ersten leichten Frösten, wenn sich die Blätter verfärbt haben, wird er vorsichtig aus dem Boden gehoben und geerntet.

Anders als Dahlien sitzt in der Mitte eine kompakte Knolle, die ganz ähnlich wie bei Dahlien sehr gut bis ins nächste Jahr lagern kann. Die dicken, strahlenförmig verteilten walzenförmigen Wurzeln werden vorsichtig abgelöst, wie bei Süßkartoffeln gut zwei Wochen bei Zimmertemperatur gelagert und dann gegessen. Von Vorteil ist ein sandiger Boden. Verwendet werden die dicken Wurzeln roh, gekocht oder gebraten. Geschmacklich erinnern sie nach Melone und Birne. Wer keine Wurzelknollen hat, kann sich diese über Internetangebote bestellen. Später verwendet man seine eigenen für die Weitervermehrung. Nach den Eisheiligen erfolgt die Pflanzung in ein lockeres Gartenbeet.

Während die zwei vorgenannten Gemüse nicht winterhart sind und rechtzeitig aus dem Boden müssen, ernten viele die Topinambur-Knollen erst zum Ausgang des Winters. Am besten erntet man nach Bedarf, weil die zarten Knollen auch im kühlen Lagerraum schnell austrocknen und dann recht fade schmecken.

Verwenden sollte man besser die größeren Knollen, auch wenn sie nur gewaschen und nicht zwingend geschält werden müssen. Die Kleinen steckt man einfach wieder in die Erde. Dort bilden sie im nächsten Sommer stattliche Pflanzen mit gelben „Sonnenblumen-Blüten“, die im Spätsommer blühen. Wo es Topinambur gefällt, vermehrt sich die Pflanze und breitet sich unterirdisch aus. Wer also nicht den ganzen Garten zugewuchert haben möchte, pflanzt die Knollen mit einer Wurzelsperre oder in ein großes Gefäß.

Alle drei lassen sich roh, gekocht und gebraten verwenden. Der Trend geht zu ausgefallenerem Gemüse, das im Garten oder in großen Gefäßen angebaut werden kann und den Speiseplan bereichert. Durch die Knollenbildung sind die Gemüse recht genügsam, pflegeleicht und auch für Garteneinsteiger geeignet.

Wenn man weitere Fragen hat, wendet man sich an das Gartentelefon (0931/9801147) oder schreibt Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de.