Landwirtschaft und Natur

Ein kleiner Rückblick So war das Gartenjahr 2020

Ort für Zeitvertreib und Selbstverwirklichung

Archivartikel

Veitshöchheim.2020, überschattet von der Corona-Pandemie, hat den Fokus wieder auf die nähere Umgebung gelegt.

Der Garten war ein wichtiger Ort geworden für den Zeitvertreib, Naturbeobachtungen und teilweise Selbstversorgung. Die Fachleute am Gartentelefon der Bayerischen Gartenakademie erfuhren dies in den vielen Anfragen. Der Garten als Ort der Selbstverwirklichung, aber auch ein Stück Natur – den Wetterbedingungen und Klimaveränderungen ausgesetzt. Niederschläge: Nichts war so unterschiedlich verteilt wie der Regen, wie auch schon in den letzten Jahren. So gibt es, vor allem im Voralpengebiet, Regionen mit viel Feuchtigkeit und drohenden Überschwemmungen. Anderenorts entstehen tiefe Risse im Boden, wo man lange auf Regen wartet. Die mittlerweile jahrelange Trockenheit führt zu Trockenschäden bei verschiedenen Gehölzen, auch bei großen Laubbäumen, die vertrocknete Blattränder aufwiesen.

Nadelgehölze sterben vor allem in Unter- und Mittelfranken reihenweise ab. Die standortgerechte Pflanzenauswahl und bedarfsorientiertes Gießen waren häufige Fragen. Durch den Klimawandel verstärkt sich die Niederschlagsproblematik und ein sinnvolles Wassermanagement ist gefragt. Temperaturen: Ein deutlicher Hinweis auf Klimaveränderungen sind Spätfröste, die teilweise große Schäden anrichten. Milde Wintertemperaturen führen zu einem frühen Austrieb der Gehölze.

Der Saftfluss setzt ein und Blatt- und Blütenknospen entwickeln sich. Kalte Temperaturen, manchmal mit Frost, im März, April und auch noch im Mai haben in diesem Jahr wieder zu großen Schäden an den Blüten und jungen Früchten der Obstgehölze geführt. Dadurch war die Ernte reduziert oder ganz ausgefallen. Fruchtdeformationen waren nicht selten.

Äpfel und Birnen zeigten besonders viele Berostungen durch die Kälte. Zu den empfindlichen Pflanzen gehören neben Pfirsich und Aprikose mittlerweile auch andere Steinobstarten, sowie Apfel, Kiwi und Wein. Kleine Obstgehölze können mit Vliesen vor den kalten Nächten geschützt werden.

Eine Hitzewelle mit Spitzentemperaturen über 40 Grad Celsius gab es nicht. Und auch die 30-Grad wurden nicht oft erreicht, so dass 2020 Hitze- und Verbrennungsschäden vor allem von weichem Beerenobst weitgehend ausblieben. Temperaturmäßig war der Sommer warm, jedoch nicht zu heiß. Viele Fruchtgemüse wie Tomate, Zucchini und Paprika wuchsen und reiften deshalb zügig. Krankheiten und Schädlinge: Trockene und warme Sommer mögen Wanzen gerne. Vermehrt tauchten sie in manchen Gärten im Stadtbereich auf. Auch neue invasive Arten wurden gesichtet wie die Grüne Reiswanze oder die Marmorierte Baumwanze. Sie verursachen Saugschäden an verschiedenem Obst und Gemüse wie Apfel, Birne, Paprika, Bohne und Tomate.

Laue Sommernächte gab es kaum. Meist war es nachts recht kühl, wenn tagsüber die Temperaturen anstiegen.

Folglich hatte man schon bald im Jahr Probleme mit Echtem Mehltau an verschiedenen Pflanzen (Wein, Rose, Zucchini etc.), der die Blätter weiß überzog.

In trockenen Gegenden erntete man Tomaten wieder bis Oktober. Selbst ohne Überdachung blieben die Pflanzen von der Kraut- und Braunfäule weitgehend verschont. Was bringt 2021? Der Garten bleibt weiterhin ein Stück Natur, das man pflegt. Aber immer stärker wird man sich mit den Klimaveränderungen beschäftigen müssen. Der Bodenpflege wird mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Es wird nicht mehr in jedem Garten alles wachsen. Die Standorte geben immer mehr die Pflanzenauswahl vor. So kann man ressourcenschonend den Garten kultivieren und zur Biodiversität und Erhaltung der Gartenlandschaft beitragen.