Landwirtschaft und Natur

20 Millionen Euro Anschaffung von Narkosegeräten wird gefördert

Für mehr Tierschutz bei der Ferkelkastration

Ab 1. Januar 2021 ist die Ferkelkastration in Deutschland nur noch unter Betäubung erlaubt – und zwar bei voller Schmerzausschaltung. Dabei ist die chirurgische Kastration eines der möglichen Verfahren, mit denen sichergestellt wird, dass kein Fleisch in den Handel kommt, das einen unangenehmen Geruch aufweist.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat dazu die „Verordnung zur Durchführung der Betäubung mit Isofluran bei der Ferkelkastration durch sachkundige Personen“ erlassen. Damit das Mehr an Tierwohl ab Beginn 2021 gesichert ist. Die Verordnung ermöglicht es Landwirten oder anderen sachkundigen Personen, die Vollnarkose mit dem Tierarzneimittel Isofluran durchzuführen. Voraussetzung ist, dass die notwendige Sachkunde sowohl theoretisch als auch praktisch nachgewiesen wurde.

Zudem unterstützt das Ministerium die Landwirte mit der „Richtlinie zur Förderung der Anschaffung von Narkosegeräten für die Ferkelkastration (Isoflurannarkose)“: Für 2020 stehen 20 Millionen Euro zur Verfügung, um die Anschaffung solcher Geräte finanziell zu fördern. Ab sofort können die Landwirte diese Hilfe beantragen. Derzeit stehen drei Alternativen, mit denen die betäubungslose Ferkelkastration vermieden werden kann, zur Verfügung: Betäubung mit Isofluran bei der Kastration, die Jungebermast und die Impfung gegen Ebergeruch. Julia Klöckner hat Tierhalter, Fleischverarbeiter und Handel aufgefordert, diese Möglichkeiten auch zu nutzen.

Das sieht die Verordnung konkret vor: Um den Sachkundenachweis zu erlangen, müssen zunächst Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sein. Hierzu gehören: Vollendung des 18. Lebensjahres, erforderliche Zuverlässigkeit, einschlägige Berufsausbildung bzw. ein einschlägiges Studium oder berufliche Erfahrung im Umgang mit Ferkeln. Zudem sieht sie folgende Voraussetzungen zur Erlangung des Nachweises vor: theoretischen Lehrgang, theoretische Prüfung im Anschluss an den Lehrgang, Praxisphase unter Anleitung eines fachkundigen Tierarztes im Anschluss an den theoretischen Teil, praktische Prüfung im Anschluss an die Praxisphase.

Die Richtlinie tritt ab sofort in Kraft. Gefördert werden nur solche Geräte, die im Hinblick auf Tierschutz, Anwendersicherheit und Umweltschutz zertifiziert sind. Die Zuwendung wird als nicht rückzahlbarer Zuschuss im Wege der Anteilfinanzierung in Höhe von bis zu 60 Prozent der beihilfefähigen Ausgaben gewährt. Die Zuwendung ist auf maximal 5000 Euro begrenzt je Sauenhalter. Landwirtschaftliche Betriebe können noch bis 1. Juli bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) Fördermittel beantragen. Anträge können online im elektronischen Antragssystem sowie schriftlich auf dem Postweg unter Verwendung der im Internet veröffentlichten Antragsformulare gestellt werden.

Formulare und Informationen sind unter www.ble.de/ferkelnarkose verfügbar. ble