Landwirtschaft und Natur

Den Klimaschutz im Blick Eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner erfreut sich einiger Beliebtheit

Ein grüner Beruf mit Zukunft

Archivartikel

Die im Januar herausgegebene Studie „Zukunft? Jugend fragen!“ des Bundesumweltministeriums und des Umweltbundesamtes befasst sich intensiv mit der Frage, welchen Stellenwert Umwelt, Klima, Politik und Engagement bei den Generationen Y und Z tatsächlich einnehmen.

Zu diesem Zweck wurden über 1000 in Deutschland lebende Jugendliche im Alter zwischen 14 und 22 Jahren befragt, darunter Schüler, Azubis, Studierende und Arbeitnehmer. Das Ergebnis: 45 Prozent der Befragten sahen im Umwelt- und Klimaschutz die wichtigsten Herausforderungen für Deutschland, weitere 33 Prozent hielten sie für eher wichtig.

Besonders bemerkenswert: Obwohl die große Mehrheit der Jugendlichen die Industrie und die Bundesregierung in der Pflicht sieht, mehr für die Umwelt und das Klima zu tun, sind sich die meisten – 61 Prozent – darin einig, dass die Hauptverantwortung bei jedem Einzelnen liegt.

Beruf kommt gut an

„Das große Interesse der Jugendlichen an der Natur spiegelt sich auch in den Ausbildungszahlen zum Gärtner Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau, kurz Landschaftsgärtner, wider“, sagt Reiner Bierig, Geschäftsführer des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg (VGL BW) „Wir durften uns in Baden-Württemberg bereits in den letzten Jahren laufend über leichte Steigerungen freuen, doch die aktuellen knapp vier Prozent mehr Auszubildende sind ein Rekord und sicheres Zeichen dafür, dass unser Berufsbild in der jungen Gesellschaft immer attraktiver wird.“

Auch in den anderen Bundesländern zeigt sich eine sehr positive Tendenz. So ist der Beruf des Landschaftsgärtners deutschlandweit seit Langem der beliebteste unter den Agrarberufen. Verständlich, schließlich haben die jungen Männer und Frauen im Garten und Landschaftsbau jeden Tag die Möglichkeit, ihren eigenen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und die Städte und Gemeinden grüner und gesünder zu machen.

Keine Langeweile

Nicht nur im Hinblick auf die aktuelle Studie des Bundesumweltministeriums sind die hohen Ausbildungszahlen nachvollziehbar.

„Den heutigen Jugendlichen ist Abwechslung und Vielfalt äußerst wichtig“, weiß Thomas Wiemer, Referent für Nachwuchswerbung und Weiterbildung beim Ausbildungsförderwerk Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (AuGaLa). „Genau das bietet dieser spannende Beruf mit seinem breiten Tätigkeitsspektrum und den ganz unterschiedlichen Einsatzorten. So ist fast kein Tag wie der andere.“

Landschaftsgärtner arbeiten bei Wind und Wetter in der Natur und unter freiem Himmel – das ist natürlich nicht jedermanns Sache, dennoch gefällt vielen jungen Menschen gerade die Tatsache, dass sie eben nicht am Schreibtisch sitzen. Stattdessen können sie im Team arbeiten, praktisch tätig werden, haben mit Pflanzen, Materialien, Maschinen und Geräten zu tun und gestalten ihre Umwelt kreativ.

Vielfältige Aussagen

Die Aufgaben umfassen sowohl Projekte wie das Anlegen eines Schwimmteichs, Großbaumverpflanzungen oder den Bau einer Terrasse, als auch Baum- oder Staudenschnitte und Beetbepflanzungen. Dieser abwechslungsreiche Alltag lässt garantiert keine Langeweile aufkommen.

„Auch die Erwachsenen schätzen Natur immer mehr wert und wünschen sich einen gepflegten Garten mit hoher Pflanzenvielfalt. Aus diesem Grund boomt die Branche und bietet hervorragende Zukunftsaussichten für Nachwuchstalente“, betont Wiemer vom AuGaLa. bgl