Landwirtschaft und Natur

Maschinenring Östlicher Tauberkreis Trotz durchwachsener äußerer Bedingungen waren rund 70 Interessierte zu einer Vorführung gekommen

Disteln, Flughafer und Co. geht es an den Kragen

Archivartikel

Trotz durchwachsener äußerer Bedingungen fand jetzt die Vorführung eines „Beikraut“-Sammlers der Firma Zürn aus Westernhausen beim Maschinenring Östlicher Tauberkreis statt.

Da wetterbedingt „Erntepause“ war, kamen knapp 70 Besucher aus der Region und den umliegenden Landkreisen zu der Veranstaltung. Hauptthema war die Präsentation einer neuen Maschine, dem „Top Cut Collect“.

Die Maschine ist aus der Idee eines Landwirtes in Frankreich entstanden, der aufgrund der personellen Schwierigkeiten keine Helfer mehr fand, um Beikräuter wie Disteln, Kamille, Kornblume, Flughafer sowie Weidegräser aus dem Bestand zu entfernen.

Was früher alles händisch von Hand „gezupft“ oder mit der Gartenschere abgeschnitten wurde, ist heute in den großen Schlägen kaum mehr möglich, da die Helfer in der Landwirtschaft knapp sind oder die Zeitspannen zu kurz sind. In Reihenkulturen wie Mais und Rüben wurde früher fast alles von Hand gehackt, oder in den Rüben gerade die „Schosser“ von Hand entfernt.

Messerbalken mit im Spiel

Mit dem Top Cut Collect werden alle Beikräuter, die über der Hauptkultur (Getreide, Erbsen, Sojabohnen, Rüben) sind, zuerst mit einem Messerbalken abgeschnitten, anschließend mit einem Kamm auf ein Förderband gekämmt und über Förderbänder in einen Bunker mit vier Kubikmeter Fassungsvermögen geleitet. Die Maschine hat eine Arbeitsbreite von neun Metern und wird für den Straßentransport hydraulisch zusammengeklappt.

Die komplexe Bedienung der Maschine erfolgt über ein Bedienpult vom Schlepper aus, wo fast alles über Taster und Drehregler eingestellt werden kann.

Um keine großen Spuren im Feld zu machen, ist die Maschine mit schmaler Bereifung, so genannten „Pflegereifen“, ausgestattet. Der Schlepper, an dem die Maschine hängt, muss ebenfalls diese Bereifung und die gleiche Spur haben, um ebenfalls keine großen Spuren zu hinterlassen.

Der Bunker der Maschine kann auf zwei Meter nach oben gekippt werden, um die Beikräuter auf einen Anhänger umzuladen.

Dieser Unkrautsammler ist ein Verfahren für die mechanische Unkrautkontrolle bei Resistenzproblemen oder chemiefreien Ackerbaustrategien. So wird die Feldhygiene merklich verbessert, gerade bei resistenten Unkräutern wird so der Unkrautsamenvorrat im Boden nachhaltig reduziert.

Die Maschine bietet eine Möglichkeit, Unkräuter, die umgangssprachlich auch als Beikräuter bezeichnet werden, zeitsparend zu entfernen.

Anders müsste tagelang von Hand mit einer Heckenschere durch den Bestand gelaufen werden, um die Unkräuter abzuschneiden. Zudem sammelt die Maschine die Unkrautsamen ein und lässt diese nicht auf dem Acker liegen.

Trotz später einsetzendem Regen wurde den Besuchern gezeigt, wie die Technik funktioniert. Auch beim Regen blieben die Besucher noch stehen, um die neue Technik zu sehen.

Die Maschine ist zwar keine „Wundermaschine“, bietet aber eine sehr gute Ergänzung zu den bekannten ackerbaulichen Maßnahmen wie die Fruchtfolge. pm