Landwirtschaft und Natur

Ab März Der Garten kann für den Sommer langsam fitgemacht werden

Der Rasen verlangt nach und nach mehr Aufmerksamkeit

Archivartikel

Der Winter ist vorbei und endlich beginnt wieder die Gartensaison. Vor allem der Rasen verlangt jetzt nach ein bisschen Aufmerksamkeit. Denn die kalte Jahreszeit hat wahrscheinlich einige unschöne Spuren hinterlassen: Verfilzte oder kahle Stellen, braune Flecken und die Ausbreitung von Moos sind die Folge von Frost, Schnee und permanenter Nässe. Damit sich die Fläche hinterm Haus im Sommer wieder in einem einheitlichen, dichten Grün zeigen kann, sollte man jetzt die Ärmel hochkrempeln und dem Rasen eine Frühjahrskur gönnen.

Wenn die Sonne wieder mehr scheint und die Temperaturen langsam nach oben klettern, beginnen die Gräser zu wachsen.

Ende März bis Anfang April ist dann der beste Zeitpunkt, den Rasenmäher erstmals zum Einsatz zu bringen.

Damit die Grasnarbe dicht und strapazierfähig wird, sollte nun – und das möglichst bis in den Herbst hinein – etwa alle 14 Tage gemäht werden. „Die ideale Schnitthöhe für Gebrauchsrasen liegt bei 3,5 bis fünf Zentimetern“, erläutert Ludwig Eberspächer, Gartenbauingenieur. „Zierrasen kann auf zwei bis 3,5 Zentimeter gekürzt werden.“

Abgestorbenes entfernen

Um den Gräsern so die Möglichkeit zu geben, sich ungehindert auszubreiten, empfiehlt es sich, den Rasen in jedem Frühjahr zu vertikutieren und so Moosflechten und abgestorbene Pflanzenteile nach dem Winter zu entfernen.

„Für kleine Areale – etwa in einem Vor- oder Schrebergarten – reichen in der Regel manuelle Geräte aus“, sagt Eberspächer „Wer allerdings auf größeren Flächen ohne übermäßige Anstrengung ein gutes Ergebnis erzielen möchte, greift lieber zu einem motor- oder elektrobetriebenen Vertikutierer. Man muss sich diesen nicht unbedingt kaufen, in vielen Baumärkten und Gartencentern kann man ihn auch tageweise leihen.“ Mit seiner mit Widerhaken versehenen Messerwelle dringt das Gerät senkrecht einige Millimeter in die Grasnarbe ein und reißt die flachwurzelnden Moose und Verfilzungen heraus. Für ein zufriedenstellendes Resultat muss die Maschine gleichmäßig sowohl in Längs- als auch in Querrichtung über das Grundstück bewegt werden. Tieferwurzelnde Unkräuter wie Löwenzahn sticht man anschließend noch von Hand aus, bevor die Fläche gründlich abgerecht und vom losen Pflanzenmaterial befreit wird. Ist der Rasen nach der Behandlung an einigen Stellen sehr ausgedünnt, lassen sich die Lücken mit frischen Grassamen schnell schließen.

„Mit der Aussaat beginnt man idealerweise aber erst, wenn es keine Nachtfröste mehr gibt und sich der Boden schon etwas erwärmt hat“, erläutert der Experte. „Damit die Samen gut keimen, sollten die entsprechenden Bereiche in den nächsten Tagen feucht gehalten und nicht betreten werden.“

Auch die richtige Versorgung mit Nährstoffen ist für die Gräser jetzt im Frühjahr entscheidend. Zur Regeneration nach der kalten Jahreszeit und für ein gesundes Wachstum brauchen sie vor allem Stickstoff, Kalium, Phosphor, aber auch Magnesium und andere Spurenelemente.

Spätestens im Mai ist der Rasen dann wieder in Topform. „Damit man ein einheitliches Rasenbild bekommt, muss das Granulat sehr gleichmäßig verteilt werden. Wer sicher gehen will, nutzt für größere Grundstücke am besten einen Streuwagen“, so Eberspächer. „Da Feuchtigkeit die Nährstoffe aus dem Dünger löst, ist es ratsam, die Fläche nach dem Ausbringen vorsichtig zu wässern. So werden die Granulatkügelchen rasch zum Wurzelbereich gespült und es kann nicht zu sogenannten Verbrennungen an den Halmen kommen.“

Regelmäßiges Mähen mit der richtigen Schnitthöhe sowie ausreichende Bewässerung und Düngegabe bleiben natürlich auch in den Sommermonaten für den Rasen wichtig.

Nur so können sich schlussendlich die Grashalme langfristig gegen breitblättrige Unkrauter wie Ampfer, Vogelmiere oder Weißklee durchsetzen. hau