Landwirtschaft und Natur

Staffelfahrt Auf dem Weg zur Großdemo am Dienstag in Berlin werden am Sonntagabend mehr als 200 Landwirte mit ihren Treckern zur Kundgebung in Markelsheim erwartet / Bevölkerung willkommen

Bauern machen im Taubertal ihrem Unmut Luft

Archivartikel

Die Landwirte machen sich mit ihren Treckern auf nach Berlin, um dort gegen die Agrarpolitik des Bundes und der EU zu demonstrieren. Am Sonntagabend machen sie in Markelsheim Station.

Unter dem Motto „Land schafft Verbindung! – Wir bitten zu Tisch! Redet nicht über uns! Redet mit uns!“ wollen die Bauern am Dienstag, 26. November, in der Bundeshauptstadt ihren Unmut kundtun – und auf ihre Sorgen und Nöte aufmerksam machen. Rund 10 000 Landwirte aus dem ganzen Bundesgebiet werden mit ihren Traktoren dazu in Berlin erwartet – und voraussichtlich für ein ordentliches Verkehrschaos sorgen.

Start an drei Orten

Am Sonntag, 24. November, startet am frühen Morgen an drei Orten in Baden-Württemberg eine Staffelfahrt, organisiert von der bundesweit agierenden Landwirte-Bewegung „Land schafft Verbindung“, die die teilnehmenden Bauern am Abend in den Bad Mergentheimer Stadtteil Markelsheim führt.

Dort werden lauf Veranstalter auf dem Gelände der Bageno, im Unteren Wasen 30, mehr als 200 Landwirte mit ihren Treckern erwartet, von denen ein Großteil tags darauf seine Fahrt über Erfurt nach Berlin fortsetzen wird und dazu auch etappenweise auf der Autobahn unterwegs ist.

Die Veranstalter hoffen auf die tatkräftige und lautstarke Unterstützung der Bauern aus der Region Odenwald-Tauber-Hohenlohe, die an diesem Abend ganz bewusst ebenso willkommen sind wie die gesamte Bevölkerung, mit denen die Landwirte ins Gespräch kommen möchten.

Die Staffeln werden zwischen 18 und 19.30 Uhr erwartet, die Kundgebung dürfte zwischen 19 und 19.30 Uhr starten.

Politik „den Marsch blasen“

In der Millionenmetropole wollen die Bauern der großen Politik mal so richtig den Marsch blasen, denn sie fühlen sich von ihr teilweise im Regen stehengelassen, wie die Vertreter von „Land schafft Verbindung“ kundtun. Sie machen sich mit mehreren Forderungen auf den Weg, die sie deutlich artikulieren werden.

Als da wären: das Agrarpaket und das Eckpunktepapier mit Sachverstand abändern und ausgestalten. Mehr Vielfalt und damit mehr Biodiversität zulassen und fördern. Alle Lebensmittel, auch weiterverarbeitete, müssen mit der Herkunftsangabe gekennzeichnet sein, Nur so kann der Verbraucher selbst entscheiden. Gute fachliche Praxis und Stand der Technik müssen wieder die maßgeblichen Kriterien in der Landwirtschaft sein. Wissenschaftliche Erkenntnisse vor Ideologien. Und bei Handelsabkommen müssen die selben Richtlinien für die Importware gelten wie in der EU – etwa fünf Prozent ökologische Vorrangfläche, Erhalt von Landschaftselementen, Grünlandumbruchverbot, Selbsterklärung von jedem Erzeuger, Tierhaltungsvorschriften und einiges mehr.

„Wir haben uns die letzten 20 Jahre an immer strengere Vorgaben gehalten. Mit dem Agrarpaket und der Verschärfung des Düngegesetztes eskaliert die Regulierungswut. Deshalb gehen Tausende Bauern in noch nie da gewesener Form auf die Straße“, so Thomas Frenk, Pressesprecher der Bewegung in Baden-Württemberg.