Landwirtschaft und Natur

Leserbrief Zu Mäh- und Rodungsaktionen in der Natur

„Artenschutz ausbaufähig“

Im Spätsommer und Herbst werden in den Natur- und Vogelschutzgebieten, für mich oft nicht nachvollziehbar, Mäh- und Rodungsaktionen durchgeführt. Die anfallenden Pflanzen werden teilweise durch Feuer oder Abfahren entsorgt.

Den Landwirten wirft man vor, sie würden durch die im Herbst gemähten Wiesen vielen Insekten und Vögeln ihre Lebensgrundlage vernichten, weil sie nur wirtschaftlich denken. Vernichtet man in den Natur- und Vogelschutzgebieten, durch das Mähen nicht die gleiche Lebensgrundlage?

Solche Vernichtungsaktionen laufen in manchen Natur- und Vogelschutzschutzgebieten schon seit den 1980er Jahren. Hier wurden an Hanglagen die Laubholzhecken und alte Bäume mit viel Totholz entfernt. Nadelhölzer werden im Wald als weniger naturbringend hingestellt.

Natur entwickelt Biotope

Auf den Naturschutzflächen, lässt man die Wachholderbüsche stehen und vernichtet dafür die Laubholzbiotope. Dabei entwickelt die Natur je nach Lage und Boden ohne teure Eingriffe ein artenreiches Biotop für viele einheimische Lebewesen und Pflanzen von selbst. Auf Flächen mit karger Vegetation würde auch nach fünf Jahren ein Schnitt reichen, um eine Verbuschung zu verhindern. Dieser Schnitt sollte aber nur auf einer Teilfläche im jährlichen Wechsel erfolgen. Damit hätten Insekten auf der Restfläche ihre Lebensgrundlage noch, die Bodenprüder ihre Schutzfläche und die Samenfresser Nahrung.

Die Naturschutzgebiete stünden damit für das, was sie ursprünglich gedacht waren und immer wieder gepriesen werden. Warum werden aber Naturschutzflächen jährlich so sauber gemäht, wenn, wie in den letzten Jahren, wenig nachgewachsen ist und durch das Mähen noch Artenvernichtung betrieben wird?

Bürokratische Vorgaben

Auch in der Landwirtschaft wird die Natur durch sinnlose bürokratische Vorgaben nicht geschont. Es darf doch keine Betriebsflächenkürzungen geben, wenn man mal an einer Hecke entlang einen Streifen Grünland oder unter den Streuobstbäumen das schon vertrocknete Gras nicht mehr mäht. Hier sollte man dem Bewirtschafter so viel Ermessen und einen Pufferstreifen zugestehen und nicht auf einer vollständigen Mähpflicht, die von naturunkundigen Bürokraten festgeschrieben wurde, verweisen.

An einem Grundstück wurde auch schon mal ein Quadratmeter abgezogen, da hier eine Hecke hineinragte. Zudem gab es schon Flächenkürzungen, weil am Weg zu wenig abgepflügt wurde. Diese Handhabung sollte sofort eingestellt werden, da sie nur für einen kostspieligen Personal- und Bürokratieaufwand steht.

Der Artenschutz ist auf vielen Ebenen ausbaufähig und sollte nicht noch durch idiologische und bürokratische Vorschriften gehindert werden.