Külsheim

Vortragsabend im Alten Rathaus Die Ärzte Vera Schoeder und Martin Teichmann referierten über „Wechseljahre – Körperliche Veränderungen und Möglichkeiten der Therapie“

Über jede Behandlung individuell sprechen und entscheiden

Külsheim.Zum Vortrag „Wechseljahre – Körperliche Veränderungen und Möglichkeiten der Therapie“ kamen am Mittwochabend über 70 Interessierte in das Alte Rathaus in Külsheim. Sie bedachten Frauenarzt Martin Teichmann und Vera Schoeder, Fachärztin für Frauenheilkunde, beide aus Hardheim, am Ende ihrer Ausführungen mit viel Beifall..

Veranstaltet wurde der Abend von der Stadt Külsheim. Nach der Eröffnung durch deren Vertreterin Roswitha Bausback erklärte Teichmann, dass über dieses sehr wichtige Thema häufig nicht offen gesprochen werde. Man wolle Aufklärung betreiben und Frauen ermuntern, mit dem Frauenarzt darüber zu sprechen. Denn es laute die Devise: „Ich gehe zu meinem Frauenarzt, zu meiner Frauenärztin.“ Dort gelte: „Einzeln besprechen, individuell entscheiden.“

Die Wechseljahre seien eine bestimmte Zeitphase im Leben einer Frau, in der der Östrogenverlauf stark abnehme. Früher hätten viele Frauen die Menopause gar nicht erreicht. Inzwischen habe sich die Lebenserwartung extrem erhöht.

Wechseljahre seien ganz natürlich, betonte der Fachmann. Im biologischen Ablauf gebe es Phasen, zuerst eine Gelbkörperschwäche. Der Zyklus werde häufig kürzer, die Hormone schwankten stark, der Körper könne sich nicht anpassen. Daraus resultierten Beschwerden mit sehr unterschiedlichen Verläufen. Diese seien für viele Frauen stark belastend, hätten sie doch keinen Einfluss darauf. Der Arzt ging näher auf mögliche körperliche und psychische Beschwerden sowie auf die Langzeitfolgen des Hormonmangels ein.

Vera Schoeder erklärte, dass je etwa ein Drittel der Frauen in den Wechseljahren starke, geringe oder keine Beschwerden haben. Detailliert ging sie auf die Folgen des Östrogenmangels ein: trockene Schleimhäute, Blasenbeschwerden, Osteoporose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie demenzielle Erkrankungen. Dabei stellte sie fest, dass Östrogen ein „wunderbarer Gefäßschutz“ sei, aber auch, dass die Menopause auf das Gemüt schlage.

Es gebe verschiedene Behandlungsmethoden der Wechseljahresbeschwerden, so Schoeder. Ziel einer Hormonersatztherapie sei die rasche Beseitigung von Befindlichkeitsstörungen. Die Hormongabe ersetze, was der Körper vorher selbst produziert habe, behandle psychische und organische Beschwerden gleichermaßen.

Teichmann erläuterte Möglichleiten dieser Hormonzufuhr. Er sprach auch eine alternative Behandlung von Wechseljahresbeschwerden sowie die Wirkweisen pflanzlicher Stoffe an. Homöopathika indes seien nicht wirksam. Bei der Frage, ob Hormone Krebs verursachen, meinten die Fachleute, es komme vor allem auf die richtige Therapie an.

Das Thema abschließend hieß es, dass einer Hormongabe meist eine Wassereinlagerung folge, welche wieder nachlasse. Hormone machten nicht per se dick. Ein kosmetischer Nebeneffekt der Hormongabe sei, dass es mit Hormongabe länger dauere, älter auszusehen. hpw