Külsheim

70-jähriges Bestehen Mit einem Festakt am Freitagabend wurde auf die Geschichte des Familienunternehmens König & Meyer und seine Innovationsfreude geblickt

Stolz auf die Produkte aus dem eigenen Haus

Archivartikel

Bestenheid.Die Welt zu Gast bei König & Meyer. Aus mehr als 30 Ländern kamen die Gratulanten zum 70. Geburtstag des Weltmarktführers in Sachen Premium-Musikzubehör.

Auch wenn man in einer ehemaligen Lager- und künftigen Produktionshalle zusammensaß, auch wenn mehrere Hundert Gäste dabei waren – die Feier zum 70. Geburtstag des Musikzubehörherstellers König & Meyer am Freitagabend bestach vor allem durch ihre fast schon familiär zu nennende Atmosphäre.

Man kennt sich untereinander, man schätzt sich. Man arbeitet ja auch gemeinsam in einem Familienunternehmen, das sogar über ein „eigenes“ Orchester verfügt und die Veranstaltung nach einem ausgiebigen „Get together“ mit gekonntem Spiel eröffnete.

„Heute ist ein großer Tag für uns“, stellten die beiden Geschäftsführer Gabriela König und Heiko Wolz fest. Werde ein Unternehmen in der heutigen, schnelllebigen Zeit 70 Jahre alt, dann sei das etwas ganz Besonderes. Im lockeren Plauderton ließen die beiden so manche betrieblichen Ereignisse und Entscheidungen vor allem der vergangenen 14 Jahre, in denen sie die Verantwortung tragen, Revue passieren. Da gehörte natürlich der Bau des Logistikzentrums auf dem Reinhardshof dazu, dem nun der Umbau der Montage am Standort Bestenheid folgt.

„In jedem Jahrzehnt wurde kräftig in unsere Firma, in Maschinen und Anlagen investiert“, erklärte Gabriela König. Sie sprach von gut 20 Millionen Euro alleine in den vergangenen zehn Jahren. Dass bei all den Maßnahmen, denen weitere folgen, die Belange des Umweltschutzes nicht zu kurz kommen sollen, versicherte Heiko Wolz und belegte es auch an einigen Beispielen. Laut Geschäftsführerin König ist Wolz selbst ein „Paradebeispiel“. Nämlich dafür, dass man es vom Werkzeugmacher-Auszubildenden zum Technischen Geschäftsführer bringen kann. Die Rednerin rekapitulierte aber auch ihre eigenen Anfänge im Familienunternehmen. „Mach mal“ – mit diesen Worten habe sie ihr Vater Martin König senior Mitte der neunziger Jahre in ein Büro gesetzt. Und dann habe sie sich gedacht, „okay, dann mach ich halt mal“.

Damit war die Brücke geschlagen zu den „Altvorderen“, zu den Gründern Karl König und Erich Meyer, die 1949 den Grundstein gelegt hatten und vor allem zu Martin König senior, dem „Visionär und Macher“. Der betrat dann unter stehenden Ovationen des Publikums die Bühne und zog seine Zuhörer mit viel Humor sofort in seinen Bann. Er erzählte etwa von Zeiten, als bei König & Meyer, neben Musikzubehör, auch Glasspritzen oder später dann Stative für Haartrockenhauen produziert wurden. Letzteres fand sein Ende durch ein „Unheil in doppelter Form“ – das Aufkommen von Schwebehauben, die Stative überflüssig machten, sowie die Föhn- beziehungsweise Kurzhaarfrisuren, die wiederum Trockenhauben den Garaus machten.

Nicht ohne Stolz berichtete der Seniorchef aus dem Kerngeschäft. Die Mikrofonständer mit Schwenkarm seien so einfach zu bedienen, dass sogar Politiker, wie einstmals Bundeskanzler Helmut Kohl, damit zurechtkommen könnten. Und der mittlerweile 83-jährige König berichtete, dass er sich noch heute Musiksendungen aller Stilrichtungen im Fernsehen anschaue, um zu sehen, ob auf der Bühne Stative von König & Meyer verwendet würden. „Und ich kann ihnen sagen, es macht mich stolz, dass ich hier doch viele Produkte von uns entdecke.“

Grüße und Glückwünsche der Stadt Wertheim zum runden Geburtstag überbrachte Bürgermeister Wolfgang Stein. Ebenso wie nach ihm Christof Geiger, Mitglied der Geschäftsleitung der Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken, hatte auch Stein eine Urkunde mitgebracht. Beide betonten die besondere Bedeutung des Unternehmens.

Neben Reden gab es im Programm auch eine ganze Reihe musikalischer Beiträge, die von Martin König junior anmoderiert wurden. So begeisterten die beiden jungen Sängerinnen Resi Kuhn und Voice-Kids-Siegerin 2018, Anisa Celik, mit ihren Auftritten und ihren starken Stimmen das Publikum. Und ausnahmsweise einmal außerhalb der Unternehmens-Weihnachtsfeiern erklomm der „K&M-Chor“ die Bühne. Die ausgewählten Lieder passten zum Anlass. „Jahre kommen, Jahre gehen“, war zu hören. Und auch „Ein Hoch auf uns“, das alle Anwesenden und Verantwortlichen an diesem Abend durchaus auf sich selbst münzen konnten. ek