Külsheim

Ausstellung eröffnet Kindheitsträume werden bei Schau des Arbeitskreises „Museum Külsheimer Höhe“ wieder lebendig

Spielzeug verleiht Geschichte ein Gesicht

Archivartikel

Kindheitsträume von einst werden in der Schau „Spielzeug – Zeitvertreib und auch Spiegelbild der Gesellschaft“ wieder lebendig. Zur Eröffnung kamen viele Interessierte ins Alte Rathaus in Külsheim.

Külsheim. Konzipiert wurde die Ausstellung vom Arbeitskreis „Museum Külsheimer Höhe“ zum Großen Markt, dessen Eröffnung an diesem Donnerstagabend in der Brunnenstadt gefeiert wird. Die Arbeitskreismitglieder haben sich dem Thema „Spielzeug“ auf vielfältige Art und Weise angenommen. Bei vielen Vernissage-Besuchern weckten die Exponate schöne Erinnerungen.

Arbeitsreiche Zeit

Michael Zorn, Sprecher des Arbeitskreises „Museum Külsheimer Höhe“, begrüßte am Dienstagabend im Alten Rathaus die Gäste, zu denen auch Kreisheimatpflegerin Claudia Wieland gehörte. Zorn berichtete mit Blick auf die Vorbereitung der Ausstellung von einer „arbeitsreichen Zeit der Museumsmenschen“.

Diesmal sei man zweigleisig gefahren. Man habe das Museum im Dachgeschoss umgeräumt, dazu drei neue Lebens- und Themenbilder aufgebaut (die FN berichteten ausführlich). Zorn nannte „Mühlenbauer“ Emil Reinhard, den Bereich „Kindergarten und Vinzentinerinnen“, der sich noch im Aufbau befinde, sowie das „Themenbild Wald“, bezogen auf die Külsheimer Förster Otmar Geiger und Klemens Bausback. Ohne die von Bürgern zur Verfügung gestellten Exponate wäre die weitere Umsetzung des Konzeptes nicht möglich gewesen.

Der Sprecher des Arbeitskreises leitete über zur Ausstellung im Saal des Erdgeschosses des Alten Rathauses. Man habe sich die Freiheit genommen, ein anderes Thema zu wählen als zum bundesweiten „Tag des offenen Denkmals“ vorgesehen. Statt „Aufbruch in die Moderne in Kunst und Architektur“ heiße es in der Brunnenstadt nun „Spielzeug – Zeitvertreib und auch Spiegelbild der Gesellschaft“.

Interessante Fundstücke

Er selbst sei begeistert von einigen der Fundstücke, erklärte Zorn. Besonders berührt hätten ihn zwei Teddybären. Der eine sei schon zig Mal repariert worden, der andere Begleiter eines Kindes auf der Flucht 1946 gewesen.

Spielzeug könne so der Geschichte ein Gesicht verleihen, betonte der Redner. Dies gelte auch für Zinnfiguren und einen Kriegskalender von 1916, die in einer Glasvitrine gezeigt werden. Man brauche sich nicht zu wundern, dass es so gekommen sei, wie es gekommen ist, folgerte er. Die Figürchen aus den Überraschungseiern habe man bewusst als Kontrast dazu aufgebaut.

Der Sprecher des Arbeitskreises bereicherte seine gedankliche Führung durch die Ausstellung mit einigen Anekdoten. Dabei stellte er fest, dass beim Gang durch die Ausstellung manchen die eigene Vergangenheit „anspringe“.

Abschließend richtete er besondere Dankesworte an seine beiden Mitstreiter Roswitha und Hubert Bausback.

Külsheims Bürgermeister Thomas Schreglmann hatte sich bereits vor der offiziellen Eröffnung ein erstes Bild von der Ausstellung gemacht. Dabei hatte er, wie er in seiner Rede verriet, bereits den einen oder anderen eigenen Kindheitstraum wiederentdeckt.

Manches sei Wunsch geblieben, mit anderen Dingen habe er damals spielen können. Insgesamt sei heute vieles aus der Vergangenheit nicht mehr da. Denn die Gesellschaft verändere sich und damit auch das Spielzeug der Kinder. Der Wandel gehe immer schneller voran, so der Redner.

Lob für Engagement

Schreglmann betonte, es sei schön, sich bei dieser Ausstellung an Kindheitsträumen erfreuen zu können. Manchem trauere man gar hinterher. Der Bürgermeister dankte abschließend allen, die sich für die Ausstellung in besonderer Weise eingebracht haben.

Die Kommentare aus dem Publikum beim Gang durch die Ausstellung lassen sich mit „sehr schön, auch interessante Bilder“ zusammenfassen.