Külsheim

„Böhmisches Konzert“ Zahlreiche Besucher genossen den Abend mit Fred Prokosch und seinen Egerlandmusikanten

Schwungvolle Polkas, Märsche und Melancholisches

Külsheim.Beim „Böhmischen Konzert“ am Samstag in der herbstlich geschmückten Külsheimer Festhalle spielten Fred Prokosch und seine Egerlandmusikanten auf. Veranstalter des erfolgreichen Abends war der Musikverein Uissigheim.

Vorsitzender Dr. Matthias Heinrich stellte zu Beginn fest, dass der Musikverein Uissigheim erstmals solch einen Abend veranstalte. Er freute sich über die große Zahl an Gästen. Zu diesen zählten auch Verantwortliche vom Verband und Musikerkollegen umliegender Vereine.

Der musikalisch schwungvolle Beginn mit dem „Montana-Marsch“ machte gleich Laune auf das folgende Programm. Gut zwei Dutzend engagiert auftretende Musiker sowie ein Gesangsduo, erfreuten die vielen Blasmusikkenner mit Polkas, Walzer und Märschen. Thomas Landwehr moderierte souverän und gab interessante Hintergrundinformationen zu den einzelnen Stücken.

Es erklangen die ideenreiche Polka „Musikantenlaune“ und der Walzer „Heimatklänge“. Bei „Wenn Heidrun erzählt“ lag der Schwierigkeitsgrad etwas höher, man war schon in der Oberstufe angekommen. Die Bravour-Polka „Das ist mein Leben“ erwies sich als schwere, jedoch schöne Kost. Der Walzer „Abendschimmer“ war mehr zum Entspannen. Die „Schorschi Polka“, nach originalen Noten von Ernst Mosch und seinen Musikanten, veranlasste das Publikum zum Mitklatschen.

Die Egerlandmusikanten, die heuer ihr 25-jähriges Bühnenjubiläum feiern, vermittelten mit ihren Liedern ein Lebensgefühl, verkörperten Stimmungen, Sehnsüchte und Melancholie. Keine Melodie glich der anderen, man wurde stets neugierig auf das nächste Stück. So fesselte die wunderschöne Polka „Leise Tränen“ auf besondere Weise. Für musikalische Feinschmecker war auch „Letzte Rose“, eine traurige, melancholische Weise zum Thema Liebe inklusive dem lyrischen Trompetensolo von Matthias Wallny.

Bei der Polka „Nur für dich“ tat sich das Gesangsduo Claudia und Klaus Lang hervor, so wie vielfach an dem Abend. Das begeisterte Publikum hörte nacheinander die bekannte „Egerländer Wirtshauspolka“, den melancholischen Walzer „Die Heimat im Herzen“, die Polka „Ich hab dich lieb“ sowie „Du bist so gut zu mir“ und den Bravour-Marsch „Musikanten-parade“, bei der die musikalische Messlatte ob der Schwere erneut höher lag. Die beiden letzteren Stücke hat Ernst Mosch komponiert.

Anspruchsvolle Stücke

Fred Prokosch und seine Egerlandmusikanten hatten auch sehr anspruchsvolle Stücke ausgewählt, welche die Kapelle mit Bravour vortrug. So wurde jedes Stück zu einem Hörgenuss. Fred Prokosch dirigierte die Musiker mit großem Können und Fingerspitzengefühl.

Nach der Pause nahm „Das Feuer brennt weiter“ Bezug darauf, dass Ernst Moschs Musik auch nach dessen Tod lebt. Weiter ging es mit der Bravour-Polka „Musikantenstolz“, der „Teppichklopfer-Polka“ und „Der Falkenauer“, einem gut spielbaren Marsch für alle Gelegenheiten.

Die „Löffel-Polka“ sah Trommler Oliver Flach als Solisten. Auch bei „Für unser Egerland“, „Mama“ und „Lieblings-Polka“ schlugen viele Herzen besonders hoch.

Warum Blasmusikspielen als hohe Kunst bezeichnet wird, verdeutlichten die Polka „Eine stille Stunde“, der Walzer „Duli duli dulidu“ und die Polka „Blumengrüße“. Der Moderator stellte alle Instru-mentengruppen nach und nach vor. Wie zu hören war, hatten manche der Musikanten eine eigene Fangruppe dabei.

Den Abschluss des offiziellen Programms bildeten „Egerland Heimatland“, die Hymne des Egerlands, und das Stück „Nur keine Tränen beim Abschiednehmen“.

Das „Böhmische Konzert“ hat den Akteuren auf der Bühne und den Zuhörern im Saal gleichermaßen viel Spaß gemacht. Es war für alle ein Erlebnis, bei dem die Besucher schließlich stehend applaudierten.

Fred Prokosch und seine Egerlandmusikanten verstanden diesen deutlichen Wink und intonierten als Zugaben „Auf der Vogelwiese“, „Wir sind Kinder von der Eger“, „Mondschein an der Eger“ und „Die Kapelle hat gewonnen“. hpw