Külsheim

Entwicklung der Stadt Külsheim Für Rathaus-Spitze sind Betreuung der kleinsten Bürger und Aufstellung von Bebauungsplänen immer wiederkehrende Themen

Schaffung von Wohnraum steht im Fokus

Archivartikel

Kindergärten, neuer Wohnraum und die Rommelstraße: In Külsheim wurde 2020 viel gebaut. Und das ist auch im nächsten Jahr wieder vorgesehen.

Külsheim.Zu den immer wiederkehrenden Punkten auf der Aufgabenliste einer Kommune gehören unter anderem die Gestaltung der Kindergärten, die Ausweisung von Bauplätzen und der Straßenunterhalt. Alles Dinge, die auch für die Weiterentwicklung der Stadt Külsheim von großer Bedeutung sind. Somit ist es nicht verwunderlich, wenn diese Themen im Rück- und Ausblick von Bürgermeister Thomas Schreglmann, Hauptamtsleiterin Simone Hickl-Seitz und Bauamtsleiter Heiko Wolpert am Ende des Jahres einen breiten Raum einnehmen.

Kindergarten-Projekte

Ein Beispiel dafür ist der 2020 begonnene Umbau des Kinder- und Vereinshauses im Gewerbepark für den evangelischen – und langfristig auch für den katholischen – Kindergarten. Die „Arche Noah“ soll spätestens im April 2021 aus ihren angestammten Räumen in der Hans-Weisbach-Straße hierher umziehen. Dann könnten planmäßig im Mai die Arbeiten am bisherigen evangelischen Kindergarten samt ehemaligem Pfarrhaus beginnen. Fertig soll alles Ende 2022 sein, verdeutlicht der Bürgermeister den Zeitplan.

„Alles sieht gut aus“, ist auch Wolpert zufrieden. Die veranschlagten Kosten beziffern beide mit 900 000 Euro für den Standort im Gewerbepark und 1,6 Millionen Euro für Sanierung und Ausbau des „Arche Noah“-Areals. Dort konnte 2020 eine weitere Krippengruppe eingerichtet werden.

Als eine Herausforderung bezeichnet es der Bürgermeister, auch in den Kindergärten in den Ortschaften die Anforderungen hinsichtlich Brandschutz und Rettungswegen zu erfüllen. In Eiersheim habe man die Betreuungseinrichtung „quasi generalsaniert“, um nun alle gesetzlichen Vorgaben erfüllen zu können. Wenngleich am Steinbacher Kindergarten schon einiges erledigt worden sei, stehe das Gebäude in den nächsten Jahren auf der Agenda. Gut aufgestellt sei der Kindergarten in Uissigheim. An dessen Außenanlagen seien zahlreiche Arbeiten vom Bauhof vorgenommen worden.

Froh ist Thomas Schreglmann, dass die vor einigen Jahren vorgesehene Schließung der Kindergärten in Eiersheim und Steinbach nicht erfolgt ist. Denn mittlerweile gebe es in der Stadt insgesamt wieder viele Kinder. Durch das Angebot in Eiersheim sei man in der Lage, die in Külsheim fehlenden Plätze auszugleichen.

„Endlich haben wir angefangen “, blickt Schreglmann auf ein Projekt zurück, das sich so mancher Anwohner schon seit Jahren gewünscht hat: die Sanierung der Rommelstraße. Das erste generalüberholte Teilstück wurde Mitte Dezember wieder für den Verkehr freigegeben (wir berichteten). Nun sind noch drei weitere Sanierungsabschnitte vorgesehen. Für 2021 habe man entsprechende Förderanträge gestellt, erklärt der Rathaus-Chef.

Viel Energie steckt die Stadtverwaltung auch in die Entwicklung von Wohnraum in der Kernstadt und in den Ortschaften. „Investitionen in neue Baugebiete werden 2021 zu den größten Ausgaben der Kommune zählen“, kündigt Thomas Schreglmann an.

Zufrieden ist der Bürgermeister mit den beiden neuen Wohnanlagen in der Rathausstraße und in der Hauptstraße neben dem Templerhaus. Denn die Nachfrage nach Mietwohnungen sei groß, betonen er und Wolpert unisono. Dabei liege der Preis laut örtlichem Mietspiegel für einen Neubau in Külsheim-Stadt bei 7,50 Euro pro Quadratmeter.

Mietwohnungen sind knapp

„Die Mietwohnungsknappheit ist krass“, weiß Heiko Wolpert. So gebe es in der Stadt zwar jede Menge Wohnraum, der leer stehe. Er werde aber dem Markt nicht zur Verfügung gestellt. Bei der Verwaltung gebe es wöchentlich Anfragen von potenziellen Mietern oder Immobilienkäufern. Dabei seien gebrauchte Häuser gesucht, die oft günstiger als ein Neubau „auf der grünen Wiese“ seien. Doch trotz Sanierungsstau hätten auch auf diesem Sektor in den vergangenen Jahren die Preise stark angezogen.

Groß ist ebenso die Nachfrage nach Bauplätzen. Teilweise gebe es Wartelisten, berichten die Verwaltungsexperten weiter. „Ausverkauft“ heißt es momentan beispielsweise im Baugebiet „Seeflürle“ in Külsheim. Hier soll 2021 der dritte Abschnitt bis hin zum Steinbacher Weg erschlossen werden. Keine oder nur noch wenige gemeindeeigene Flächen gibt es auch in den Ortschaften. Deshalb werden sich Verwaltung und Gemeinderat in den nächsten Monaten mit der Erschließung weiterer Baugebiete im gesamten Stadtgebiet befassen.

In Arbeit ist auch die Aufstellung eines Bebauungsplans für den Gewerbepark. Ein weiteres Ziel ist die Fortführung der Stadtsanierungsprogramme Stadtkern V, Hundheim und in der Kaserne. Weiter beschäftigen werden die Verwaltung und den Gemeinderat auch der vorhabenbezogene Bebauungsplan für den Solarpark „Gickelfeld“ und die Aufstellung eines Bebauungsplans für seniorengerechtes Wohnen im Bereich des Pflegeheims „St. Anna“.

Nutzen wollen die Verantwortlichen zudem innerörtliche Potenziale. Dazu gehören auch Areale, die durch den Abriss alter Gebäude wie in der Ritter-Arnold- und der Ringstraße in Uissigheim oder in der Schmiedsgasse und am „Rosswirtseck“ in Hundheim entstanden sind. Teilweise gebe es für die Flächen schon Interessenten, so Schreglmann. Für das so genannte „Jägerhaus“ in Hundheim habe der neue Besitzer sogar Pläne, die eine kulturelle Nutzung einschließen.