Külsheim

Gültig ab 1. Januar 2021 Gemeinderat begrüßt Angebot „pflegefreies Wiesengrab“ / Kritik an prozentualer Kostensteigerung bei der Kalkulation

Neue Friedhofssatzung abgesegnet

Archivartikel

Die neue Friedhofssatzung zum 1. Januar 2021 sowie die Vergabe der Tiefbauarbeiten zum Teilausbau des Gartenwegs in Steinfurt waren Themen einer öffentlichen Sitzung des Gemeinderates.

Külsheim. Bürgermeister Thomas Schreglmann erläuterte einführend zur erfolgten Kalkulation der Bestattungsgebühren, es habe Sitzungen der verschiedenen Friedhofsausschüsse gegeben. Dabei seien diverse Wünsche vorgetragen worden. Zudem habe das Landratsamt für das Bestattungswesen eine Kostendeckung mit 90 Prozent eingefordert. Die Kämmerei habe die Friedhofssatzung auf neue Beine gestellt und sich dabei an der Mustersatzung des Gemeindetags orientiert.

Allgemeine Kostensteigerungen

Elke Geiger-Schmitt, Leiterin der Kämmerei, informierte zur Notwendigkeit der Kalkulation bezüglich der Kostenerhöhungen, die Preise des Bestatters seien zum 1. Juni 2020 um zehn bis 15 Prozent angepasst worden, es gebe allgemeine Kostensteigerungen ebenso wie eine genauere Abrechnung der allgemeinen Verwaltungskosten mit entsprechender Umlegung auf das Produkt Bestattungswesen sowie die angestrebte Kostendeckung mit 90 Prozent. Zudem solle die neue Bestattungsmöglichkeit „pflegefreies Wiesengrab“ angeboten werden und der Nachkauf der Nutzungsrechte in Fünf-Jahres-Schritten gemacht werden können.

Mit der neuen Friedhofssatzung, so die Kämmerin, würden 90 Prozent der Ausgaben durch Gebühreneinnahmen gedeckt. Lediglich bei der Leichenhalle werde dies nicht vorgeschlagen, die Nutzungsgebühr müsse dann 650 Euro betragen. Im Haushaltsjahr 2021 würden voraussichtlich Mehreinnahmen von 15 000 Euro erzielt. Geiger-Schmitt zeigte explizit die Kalkulation beim neuen Angebot „pflegefreies Wiesengrab“ auf, benannte die Erhöhung der Gebühren für ein „Wahlgrab einstellig (25 Jahre)“ von 1100 Euro auf 1270 Euro und meinte vergleichend, „wir sind im Mittelfeld der umliegenden Städte und Gemeinden“.

Alfred Bauch bezeichnete die prozentuale Erhöhung als „recht happig“, jedoch seien Kostensteigerungen auch durch den Bestatter verursacht.

Stefan Grimm äußerte, er fördere gerne Dinge, die einen Mehrwert hätten, beim Bestattungswesen widerstrebe ihm, dies zu subventionieren. Er gehe tendenziell auf 100 Prozent mit abfedernder Klausel. Die Kämmerin antwortete, in der Vergangenheit sei man oft bei einer Kostendeckung von 70 bis 75 Prozent gelegen. Sie nehme die Anregung mit.

Annette Ries begrüßte das Angebot „pflegefreies Wiesengrab“, sei aber bei der Kalkulation erschrocken. Michael Adelmann regte an, diese Kalkulation zu überdenken, falls dieses Angebot angenommen werde.

Der Gemeinderat beschloss einstimmig sowohl den Erlass der neuen Friedhofssatzung zum 1. Januar 2021 wie auch die Neufassung der Bestattungsgebühren zum gleichen Datum.

Grundstück geteilt

Zur Vergabe der Tiefbauarbeitenhinsichtlich des Teilausbaus des Gartenwegs in Steinfurt zeigte Heiko Wolpert vom Bauamt auf, die Stadt Külsheim habe am Friedhof das dortige städtische Grundstück geteilt und zwei Bauplätze gebildet. Von diesen sei nun ein Bauplatz verkauft worden. Nun müsse die Erschließung beider Bauplätze erfolgen, weil da der Gartenweg in diesem Bereich nicht ordentlich ausgebaut sei und die Ver- und Entsorgungsleitungen noch verlegt werden müssten.

Es sei vorgesehen, so Wolpert, die Straße auf etwa 50 Meter auszubauen und die bestehende Kanalhaltung sowie die Wasserleitung zu verlängern.

Weiterhin würden beidseitig Bordsteine gesetzt und der Teilbereich neu asphaltiert. Die Firma Brandel-Bau GmbH (Tauberbischofsheim) habe mit brutto 65 258,26 Euro das günstigste Angebot abgegeben.

Die Vergabesumme teile sich auf in einen Anteil Stadt (Kanal, Asphalt, Bordsteine) mit brutto 55 903,75 Euro und in einen Anteil Stadtwerk (Wasser, Strom, einschließlich Leitungsgraben) mit brutto 9354,51 Euro. Die Leistungen „Wasser, Strom“ seien für das Stadtwerk mit ausgeschrieben worden und sollten aus Gewährleistungsgründen im Rahmen des Gesamtauftrages mit vergeben werden.

Anlieger mit im Boot

Wolpert fügte an, die Finanzierung erfolge über den Verkauf des ersten Bauplatzes und den Erschließungsbeitrag eines Anliegers. Im Rahmen einiger Nachfragen wurde bekannt, dass Glasfaser mit verlegt werde. Der entsprechende Beschlussvorschlag für die Vergabe dieser Bauarbeiten fand im Gremium einhellige Zustimmung.